sich Zeit lassen
Es ist nicht zu fassen,
kaum jemand kann sich noch Zeit lassen.
Schneller, höher, weiter,
sind unsere ständigen Begleiter.
Gleichzeitig mehrere Sachen machen;
dabei freundlich und gelassen lachen,
dabei zuverlässig sein und nichts vergessen,
- eine kurze Pause wäre vermessen.
So hasten, hetzen, eilen sie,
brechen gar manches über’s Knie,
flitzen, rasen - ohne Rasten,
selten trinken, häufig fasten,
Pippi machen – kann man später,
dann jedoch mit Herzkatheter.
„Ich gehe so auf, in meinem Tun!
Wozu also sollte ich mich ausruh’n?
Ja, manchmal bin ich ausgebrannt,
da hatte ich mich wohl verrannt.
Mir Zeit nehmen? Wozu?
Wenn ich tot bin, dann hab’ ich doch Ruh’.
Mein Handy sagt mir: Ich bin gefragt.
Meine Termine, nein, die werden nicht vertagt.
Meine Uhr, genau und funkferngesteuert,
- sie war tatsächlich stark überteuert -
sie hält mich treu und verlässlich im Takt,
so ist das nun mal, das ist eben Fakt. -
„Sich Zeit lassen,
mal nichts anfassen,
auszuruhen und zu genießen,
einfach nur so dahin fließen,
gelassen entspannen
unter rauschenden Tannen, -
das ist mein Traum,
doch dazu komme ich leider kaum.“

