
Wasser
Sprudelnd tritt es klar hervor
als Quelle, aus des Berges Tor.
Es ergießt sich, in freundlichem Geben,
gesammelt im Fluss - in unser Leben.
Es fällt vom Himmel, segensreich,
erfrischt und erquickt alle gleich.
Es benetzt, durchweicht und umgibt,
es durchfeuchtet die Erde - und liebt.
Es ermöglicht Wachsen und Blühen -
gänzlich ohne unser Bemühen.
Es lässt das Leben reich gedeihen,
beschenkt uns mit himmlischen Weihen.
Die Sonne verwandelt es zu Dampf;
es lässt sich verändern - ohne Kampf.
Kühlt er ab, so zeigt es sich wieder
als Nebel - oder Wolkengefieder.
Es liegt auf Wiesen - als Reif oder Tau,
mal ist es kalt, mal feucht und lau.
Bei Gewitter fließt es in Strömen,
begleitet von donnerndem Dröhnen;
gepeitscht vom Sturm weht sprühend die Gischt
den fliehenden Menschen ins Gesicht.
Und manchmal fällt es als Hagel und Eis
mitten im Sommer, wenn’s schwül ist und heiß.
Im Winter fallen schwebend Schneeflocken,
sie lassen Kinderherzen frohlocken.
Auch nasskalter Graupel kann es mal sein -
dann kriecht uns die Kälte in’s Gebein.
Leben spendendes Wasser fließt;
himmlisches Nass sich um uns ergießt,
Tiere und Pflanzen atmen auf,
Menschen baden im Wasserlauf.
Ohne Wasser gibt’s kein Leben,
ohne Wasser keine Reben,
ohne Wasser, nichts zu trinken:
Wir würden in Staub versinken!

