Bin ich Gott?
Wie kommt es nur, dass mir alles gelingt,
dass mir jeder Achtung entgegen bringt?
Wie kommt es nur, dass mir das gut gefällt,
dass ich mich fühle als Zentrum der Welt?
Wie kommt es nur, dass ich’s eitel betreibe,
und voller Stolz meine Heldenbrust reibe?
Wie kommt es nur, dass mein Inn’res mir sagt:
„Du bist ein Gott, der’s Leben mutig wagt!“
Ich bin ein Mensch und deshalb abgerückt,
mit eigenem Streben überreich bestückt.
Ich bin ein Mensch und sollte beachten,
im Erfolg nicht nach Ehre zu schmachten.
Ich bin ein Mensch, voller Selbstherrlichkeit,
im Wahn eigener Machtvollkommenheit.
Ich bin ein Mensch und brauche deshalb Gott,
der mich befreit aus teuflischem Komplott.
Ich bin - nur aus Gottes großer Gnade.
All mein Können - stammt aus seiner Lade.
Meine Gaben - dienen ihm zur Ehre.
In Demut - ich mich zu ihm bekehre.

