Die Sucht nach Ruhm
Hallo Du,
in mir, der Ruhmsucht,
suchst Du nach Anerkennung, Ehre und Ruhm.
Es drängt Dich danach und Du drängst Dich danach,
immer und überall im Vordergrund zu stehen,
vor anderen zu glänzen, sie zu überstrahlen und
Deine Auftritte möglichst effektvoll
und beeindruckend zu gestalten.
Ich weiß nicht, ob Du mich kennst,
aber ich wünsche es Dir nicht,
denn falls doch, wärst Du für andere Menschen
äußerst anstrengend und einengend.
Du rühmst Dich ständig vor anderen,
drängst Dich vor und möchtest damit zeigen,
wie toll gerade Du bist, dass Du besser bist.
Du möchtest mehr sein, als Du wirklich bist.
Du zeigst, dass Du mit Dir und Deinem Leben unzufrieden bist,
dass Du besonders geehrt, geachtet und anerkannt werden willst,
weil Du aufgewertet werden möchtest,
weil Du in Dir eine Leere spürst,
weil Du glaubst nur dann jemand zu sein,
nur dann als Mensch anerkannt zu werden,
wenn Du etwas Besonderes bist oder geleistet hast.
Damit machst Du Dich abhängig von den Erwartungen,
von der Meinung und den Launen anderer.
Du wirst manipulierbar und dadurch zusätzlich verunsichert.
Ich, Deine Ruhmsucht, erhöhe Deinen natürlichen Drang
nach einem gesicherten Platz in der Gemeinschaft.
Du sollst Dein Können nicht verstecken,
Dein Licht nicht unter den Scheffel stellen,
Du darfst es dahin stellen, wo es jeder sehen kann, wenn er es will,
aber Du sollst ihn nicht mit der Nase darauf stoßen,
Dich ihm nicht aufzwingen,
Dich nicht vordrängen, anbiedern oder aufdrängen.
Damit entwürdigst Du Dein Können,
die Aufmerksamkeit der anderen und Dich selbst.
Vertraue doch darauf, dass auch Dein Licht hell leuchtet,
dass nicht nur Dein Können, sondern auch Dein Sein,
Dein Wesen, Deinen Charakter, Deine Persönlichkeit und
Deine Menschlichkeit von denen gesehen wird, die für Dich wichtig sind.
Du musst Dich nicht wichtig machen, denn Du bist wichtig;
wichtig als ein besonderes Individuum
mit persönlichen Werten und Schätzen,
mit Schwächen und Stärken, die Du noch nicht zu schätzen weist,
wichtig als ein Teil der menschlichen Gemeinschaft,
die Dich auch so und annimmt, wie Du gerade bist,
aber so braucht, wie Du wirklich bist;
Ohne Vorbedingungen, ohne Auflagen und
ohne Erwartungen, bedingungslos.
Nicht die Anzahl der Menschen, die Dich scheinbar mögen,
bestimmen Deinen Wert, Deinen Rang, Deine Bedeutung oder Deinen Ruhm, sondern nur Du selbst,
durch die Art und Weise,
wie Du Deine Begabungen und Fähigkeiten einsetzt und lebst
und ob Du damit Deinen Schöpfer und Dich selbst ehrst und würdigst.

