Widersprüche des Lebens
Hallo Du,
„Wer sich an sein Leben klammert, wird es verlieren,
wer es aber an Gott verliert, der wird es gewinnen.“
In diesem Widerspruch,
der sich in vielen Lebenssituationen zeigt,
steckt sehr viel Weisheit über das Gleichgewicht des Lebens.
Wer sich an Menschen klammert,
der wird sie verlieren;
wer sie verändern, bevormunden und besitzen will,
dem werden sie weglaufen;
wer an ihnen Halt sucht,
der wird haltlos werden.
Wer sich gerne in den Mittelpunkt stellt,
wird bald an den Rand gedrängt.
Wer Erfolg und Ansehen haben will,
verliert schnell die Menschen, die ihn bewundern.
Wer ständig auf sein vermeintliches Recht pocht,
dem wird es nicht gerne zugestanden.
Wer sein Glück festhalten will,
verwandelt es in Unglück.
Hinter diesem Paradoxon
verbergen sich ungerechtfertigte Erwartungen
an andere,
die diese direkt oder indirekt binden und verpflichten
und denen sich diese zu Recht entziehen,
um die eigene Beweglichkeit und Freiheit zu erhalten;
und an sich selbst,
die den eigenen Willen und die eigene Wichtigkeit über die Menschlichkeit stellen,
die Egoismus und Rücksichtslosigkeit vor die Nächstenliebe schieben,
die zu seelischen Verkrampfungen und Verhärtungen führen
und das eigene, liebevolle Wesen bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln.
Wenn wir aber nichts erwarten, sondern
einfach da anpacken,
wo wir gerade sind und benötigt werden,
wo unser Können und Wissen gefragt ist,
das dankbar annehmen, was uns das Leben anbietet,
das teilen, was wir haben,
und andere Sein lassen, so wie sie sind,
dann
werden wir die Bedeutsamkeit haben, der wir mühsam hinterherlaufen.

