Der Weg der Gerechtigkeit
Denn im Evangelium zeigt uns Gott seineGerechtigkeit, eine Gerechtigkeit, zu der man
durch den Glauben Zugang hat; sie kommt demzugute, der ihm vertraut. Darum heißt es
in der Schrift: »Der Gerechte wird leben, weil er glaubt.« (Röm 1,17)
Hallo Du,
wer die Wege der Welt in ständigem Kampf um Durchsetzung, Vorteilnahme, Geltung,
Status oder nur nach einfachem Überleben gegangen ist, wird müde und sehnt sich nach
Befreiung und Loslösung aus diesen irdischen Zwängen und Bindungen.
Dies geschieht auf dem Weg der Gerechtigkeit. Er ist für alle gehbar, die es möchten.
Gerechtigkeit ist ein Rechtsausdruck, aber auch eine geistliche, göttliche Dimension.
Sie wird denen geschenkt, die an Gott glauben,
die glauben, dass er liebevoll und gütig ist,
die davon überzeugt sind, dass er immer das Gute will und tut,
auch wenn es nicht unseren kurzsichtigen Vorstellungen und Wünschen entspricht,
die ihr Vertrauen in seine umfassende Weisheit und unbegreifliche Liebe und Gnade setzen
und sein Geschenk gerne annehmen.
Was beinhaltet diese Gerechtigkeit?
Gerechtigkeit ist der Zustand, in dem man gegen kein einziges Gebot oder Gesetz Gottes
mehr verstößt, in dem man Gottes Regeln für ein glückliches Leben gerecht wird,
sich ihnen anpasst und ihnen genügt.
Der Herr ist gerecht und hat die Gerechtigkeit lieb (Ps 11,7)
Das bedeutet: Gott ist gerecht! Gerechtigkeit ist ein Teil von ihm. Ungerechtigkeit
widerspricht seinem Wesen.
Weshalb ist das so? Gerechtigkeit ist ein grundlegender Teil im Zusammensein.
Sie ermöglicht Liebe, Vertrauen, Zusammenhalt und Treue.
Ungerechtigkeiten dagegen vergiften das Vertrauen und zerstören die Gemeinschaft.
Gerechtigkeit ist ein die Gemeinschaft förderndes und erhaltendes Verhalten,
das sich an menschlichen Grundbedürfnissen und auch an Gottes Geboten orientiert.
Wer sich gottgerecht verhält, ist mit ihm eng im Geist verbunden, dessen Denken,
Reden und Tun gründet sich in ihm.
Weil wir aber in dieser gefallenen und bindenden Welt leben und ihren Herausforderungen
und Hindernissen ständig ausgesetzt sind, können wir diesen himmlischen Zustand
aus eigener Kraft aber nicht erreichen.
Wir brauchen eine andere Gerechtigkeit, eine die nicht von unserem Verhalten und Tun
abhängig ist. Wir brauchen die entlastende Gerechtigkeit Jesu, der uns durch seinen
freiwilligen Opfertod am Kreuz, von jeglicher Rechtsforderung, Verurteilung und Strafe
befreit hat, der mit seinem Blut und Leben die Strafe für unsere Verfehlungen auf sich
nahm. Durch diese Liebestat büßte er bereits im Voraus für unsere Taten.
Wer das im Glauben annimmt und für sich in Anspruch nimmt, dem rechnet Gott diese
vergebende Gerechtigkeit Jesu zu. Er schenkt sie ohne irgendwelche Bedingungen, aus
Liebe.
Er erklärt glaubende Sünder für gerecht, für sündlos, für gereinigt und befreit sie damit
von jeglicher einengenden und bindenden Schuld, von Vorwürfen und schlechtem Gewissen.
Er ermöglicht, dass wir ohne Scheu oder Angst vor Bestrafung zu ihm kommen und
unbefangen mit ihm reden können.
Er versöhnt wieder, was unversöhnt war und stiftet inneren und äußeren Frieden.
Er tut das,
weil wir unsere eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit erkennen, ihn bitten
und auf seine Liebe und Vergebung angewiesen sind,
weil wir sein großzügiges Geschenk der Gerechtigkeit und Rechtfertigung für ein
gotterfülltes, liebevolles Leben brauchen,
weil wir ohne seine vergebende Liebe unseres Lebens nicht mehr froh würden.
Wir erleben höchstes Glück und größte Freiheit, wenn wir zulassen, dass Gottes Wort
und Weisheit unsere eigenen Werte und Einstellungen verändern und unser Leben
an seinem Maßstab ausrichten.
Diese Neuorientierung führt zur Ablösung aus Verlockungen und Bindungen der Welt
und befreit von dem ständigen Drang zur Durchsetzung des eigenen Willens,
der uns von Gott abrückte.
Das führt erstaunlicherweise dazu,
dass wir immer anständiger werden, dass es uns immer besser geht,
dass wir mehr Kraft haben und zufriedener werden,
dass wir liebevoller und geduldiger werden mit uns selbst und mit anderen.
Und doch bleiben wir Menschen im Lebenskampf.
Herausforderungen sind zu meistern, Probleme sind zu bestehen.
Der Weg der Gerechtigkeit ist ein Hindernislauf.
Hürden werden uns immer wieder in den Weg gestellt oder -
wir stellen sie uns selbst in den Weg.
Der Unterschied ist: Wir gehen Probleme anders an und erkennen sogar die Möglichkeit
des Wachsens und der Bewährung darin.
Die Hindernisse erscheinen nicht mehr ganz so hoch und wir sind nicht mehr ganz so hilflos.
Wir wissen, dass Gott und beisteht und nahe ist.
Im Jakobusbrief werden Hindernisse genannt, die von jedem Christen zu meistern sind:
Nämlich,
- dass wir bestimmte Personen bevorzugt behandeln (Jak 2,1-13)
- dass unser Glaube, unser Gottvertrauen, nur theoretisch ist und wir nicht wirklich
auf Gott bauen (Jak 2,14-26),
- dass wir unsere Zunge nicht im Zaum halten und wir sie Belastendendes oder
Verletzendes sagen lassen (Jak 3,1-12),
- dass wir irdische Weisheit höher schätzen als die Weisheit Gottes (Jak 3,13-18),
- dass wir uns immer wieder an die Maßstäbe der Welt anpassen und uns ihnen
unterwerfen (Jak 4,1-10),
- dass wir einen Richtgeist haben, einen Verstand, der vergleicht, beurteilt, verurteilt
und richtet (Jak 4,11-12),
- dass wir immer mal wieder eigene Wege nach eigenen Regeln gehen und eigene
Forderungen durchsetzen wollen (Jak 4,13-17),
-dass wir unser Vertrauen auf irdische Güter setzen und uns von ihnen abhängig machen.
(Jak 5,1-6)
Unser Herr und Meister Jesus Christus zeigt uns, was zu tun ist
und der Heilige Geist hilft uns, es zu tun.
Wir überwinden wir Hindernisse und lassen uns nicht mehr von ihnen überwinden.
Wir fallen nicht mehr in alte Gewohnheiten zurück, sondern gehen mit Gottes Hilfe
konsequent den begonnen Weg der Gerechtmachung weiter?
Mit dem Wort Gottes gerüstet und im Geist mit ihm verbunden bestehen wir.
Durch die Standhaftigkeit soll das Gute, das in eurem Leben begonnen hat, zur Vollendung
kommen. Dann werdet ihr vollkommen und makellos sein, und es wird euch an nichts mehr
fehlen. (Jak 1,4)
Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk,
der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. (Phil 1,6)

