Eifersucht (Spr 14,30)
Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben; aber Eifersucht ist Eiter in den Gebeinen. (Spr 14,30)
Hallo Du,
Eifersucht hat etwas mit Konkurrenzdenken, Eitelkeit, Neid, Argwohn und Misstrauen zu tun.
Eifersucht ist entweder, die übersteigerte Furcht, jemandes Liebe mit einem oder mehreren
anderen teilen zu müssen bzw. sie an andere zu verlieren,
oder Eifersucht ist die übersteigerte Furcht davor, Erfolge, Vorteile, Ansehen oder ähnliches
mit einem anderen teilen zu müssen.
Eifersucht macht blind, herb, scharf, selbstgefällig und krank. Eifersucht plagt, steigert sich
und übertreibt.
In der Eifersucht ereifert sich ein kleines Ego, das nicht zu kurz kommen will, das Liebe oder
Zuwendung oder Anerkennung sucht und daraus seinen Wert ableitet.
Es ereifert sich eine kindlich-empörte Seele, die nach Aufmerksamkeit und Geltung giert,
die sich ereifert, Recht zu haben bzw. ein Anrecht auf etwas zu haben,
deren Eifer für sich selbst größer ist als ihr liebevolles Dienen am anderen,
der das 'Was ist mit mir?' wichtiger ist, als das 'Was ist mit dir?'.
Es ereifert sich ein Mensch, der aus dem Gleichgewicht geraten ist,
der angebliche Anrechte beansprucht, der angebliche Verpflichtungen einklagt,
der seinen eigenen Wert nicht kennt, der Liebe missversteht.
Zuwendung lässt sich nicht erzwingen. Bewunderung wird aus Überzeugung gegeben.
Liebe ermöglicht das Beste im anderen.
Liebe fördert, gleicht aus, ergänzt und trägt des anderen Last.
Liebe fordert nicht, verlangt nicht, ertrotzt nicht, missgönnt nicht, versagt sich nicht.
Liebe erfreut sich an Unterschiedlichkeit und individuellen Fähigkeiten.
Wer sich ereifert, spielt sich auf, überspielt sein Unrecht, gibt vor, stark zu sein und bemüht
fadenscheinige Moral, um selbst besser dazustehen. In Wirklichkeit zeigt er/sie nur einen
kranken Geist, der Anspruch auf etwas hat, was nur freiwillig und ohne Anspruch gegeben
wird.
Denn wo Eifersucht und Selbstsucht herrschen, da herrscht auch Unfrieden, und das Böse
kann sich ungehindert ausbreiten. (Jak 3,16)
Der/die Eifersüchtige scheitert an Konkurrenzdenken, Misstrauen und Neid.
Eifersucht ist ein Gift, das andere lähmt und Eifer-Süchtige vernichtet.
Heftiger Zorn und große Wut sind grausam - gegen die Eifersucht aber verblassen sie beide!
(Spr 27,4)
Ein Mensch, der mit Eifer gelassen sucht, wird beim Suchen sich selbst finden und genesen.
Ein Mensch mit Eifersucht aber, wird sich in Sucht und Stolz verlieren und darin untergehen.
Eifersüchtige wähnen, vermuten bei anderen, eine arge, niederträchtige, und böse
Gesinnung und ein abscheuliches oder schäbiges Verhalten. Sie haben kein Vertrauen. Und
wer misstraut, geht ungern aus sich heraus und dem fällt wirkliche Liebe schwer.
Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist
nicht eingebildet. Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil, sie verliert
nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach.
Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit.
Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand. (1.Kor 13, 4-7)

