Werde ich noch gebraucht?
Von der Arbeit ausgemustert,
nicht mehr ständig aufgeplustert,
ohne Zwänge, kaum geordert,
bleibe ich oft unterfordert,
dümple ich durch meine Tage,
bedenke manch schwere Frage.
Werde ich denn noch gebraucht,
bis mein Leben ist ausgehaucht?
Wenn es in den Gelenken zieht,
wenn die Kraft so nach und nach flieht,
wenn der Schlaf immer kürzer wird,
wenn das Gedächtnis häufig irrt,
wenn dann das Atmen schwerer fällt,
wenn der Schweinehund lauter bellt,
dann bleibt im täglichen Trott,
Muße, Ruhe, viel Zeit für Gott.
Solange mein Herze noch schlägt,
solange der Glaube mich trägt,
solange die Liebe noch glüht,
solange der Geist in mir sprüht,
solange die Füße mich tragen,
will ich das Leben mutig wagen,
gehe ich vertrauensvoll weiter,
gütig, besonnen, betend, heiter!
Ich werde so lange gebraucht,
bis der Atem ist ausgehaucht!
Wenn dann die Ewigkeit anbricht,
sehe ich Gottes Angesicht,
dann will ich liebend an dich denken,
mit ihm, dich behüten und lenken,
mit ihm, dir Gelassenheit schenken,
mich ganz und gar in ihn versenken.

