Auserwählt sein! (Joh 15,16)
Auserwählt, vom Mutterleibe an, ließest du einen Geringen,
der nicht leben sollte, trotzdem in diese Welt eindringen.
Nach deinem Ratschluss ließest du werden, was vorherbestimmt,
ein Kind aufwachsen und lernen, dem du stets warst wohlgesinnt.
Du hast es geleitet, behütet und umsorgt auf allen seinen Wegen
und es bewahrt, in Gewitter, Sturm und Regen durch deinen Segen.
Dieses Kind aber, wusste nichts von deiner Wahl, von deinem Willen,
es wollte im ungestümen Austoben, seinen Erlebenshunger stillen.
Doch irgendwann, nach schwerster Wüstenzeit, war es dann so weit.
Es wurde von fremden Fesseln befreit, von Jesus gerufen - in sein Geleit.
„Komm doch! Komm! Du bist bestimmt, ein Segensträger zu werden,
aufzuerstehen aus deinem Elend, aus Leiden und deinen Beschwerden.
Komm, folge mir nach und lerne von mir. Lerne, zu lieben und zu geben.
Lerne, ein neues, ein besseres, ein von Gott bestimmtes Leben zu leben.
Lerne, mein Wort zu hören, zu suchen, zu befolgen und zu verstehen.
Lerne, vom Geist und der Inspiration geführt, mit mir weiterzugehen.
Lerne, meinen Hinweisen und Eingebungen in deinen Träumen zu vertrauen.
Sei du mein Knecht. Auf deine Treue, Liebe und Dankbarkeit will ich bauen!
Du sollst andere begleiten, trösten, ausrüsten und reichlich Frucht bringen.
Trachte zuerst nach dem Reich Gottes und ich, lasse dein Wirken gelingen.
Du sollst ein Segensbringer sein. Gehe auf die Um- und Irrwege anderer ein.
Führe sie nachhause, in Freude und Heil, in meine Obhut, ins Glücklich sein.“
Ehrfürchtig, berührt von der Größe Gottes, erkennend seine Gnade und Weitsicht,
wird mir diese Würdigung bewusst: Gott schenkt mir ein Leben in seinem Angesicht.
Ergriffen fließen Tränen, überwältigt von Gottes Liebe, Güte und Großzügigkeit,
werden mir Herz und Seele weit, bin ich zutiefst dankbar und mitgehbereit.
Freudig nehme ich seinen Auftrag an. Weiß noch nicht wie oder was oder wann.
Doch über Nacht, sein Geist in mir erwacht; mächtig, mit meinem im Gespann.
Es ist, als würde ich überfließen, sein Geist sich durch mich hindurch ergießen;
sich überschießend mir erschließen. Ich staune - und kann es nur genießen.
Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt, mitzubauen an Gottes Reich.
Gott sei Dank, die Ernte ist groß. Ehrenvoll ist es, Knecht zu sein, in deinem Bereich.
Wen Gott erwählt, den baut er auf. Den stärkt er und dem hilft er stets weiter,
den macht er treu ergeben, geduldig, freundlich, hilfsbereit, offen und heiter.
Dem wird sein Auftrag zur Herzenssache - und Gott Geist, zu seinem Bewacher.
Getragen von Liebe, Gunst und Kraft, wird er zum segenbringenden Verursacher.
Mein Gott, von deiner übergroßen Gnade und Fülle will ich kundtun und singen;
dir allezeit mich, mit ganzer Hingabe, liebend, dankend und ehrend darbringen.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu
bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. (Joh 15,1; NGÜ)

