Dein Glaube hat dich gerettet! (Mk 5,34)
Er [Jesus] aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!
Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. (Mk 5,34; EU)
‚Dein Glaube hat dir geholfen, dich gerettet, dich geheilt!‘ Ist Glaube also ein gutes Rezept
oder eine Wundermedizin, eine Pille für alles? Nein, das wäre zu mechanisch gesehen.
Glaube ist eine innere Haltung und Einstellung. Er ist die Voraussetzung dafür, dass etwas
wird, dass sich etwas ändert. Man stellt sich dabei auf etwas Neues ein, lässt es zu, hofft
darauf und richtet sein Denken und Hoffen daran aus. Das gilt (leider) für Gutes oder
Schlechtes gleichermaßen.
Irrglaube hofft, dass wird, was man will. Glaube im positiven Sinn jedoch hofft, das wird,
was gut ist und guttut. Im Irrglauben will man selbst etwas erreichen. Im Gottglauben
überlässt man das Wirken und Bewirken Gott, der obersten Autorität; dem, der Macht,
Wissen, Können und Weisheit hat, das Gute zu verwirklichen; dem, der weiß, was
individuell gut und richtig ist; dem, zu dem man unbegrenztes Vertrauen hat.
Wenn Jesus sagt: ‚Dein Glaube hat dir geholfen‘, dann meint er damit: Deine Offenheit für
mich und dein Vertrauen in mich und meine Möglichkeiten waren mir Einladung und haben
mir Gelegenheit gegeben, dir zu helfen.
Paulus schreibt: Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen,
worauf man hofft, ein [bestätigtes] Überzeugtsein von der Wirklichkeit [noch] unsichtbarer
Dinge. (Hebr 11,1 NGÜ)
Sein Gottvertrauen, sein Glaube, beruhte auf Erfahrung. Sein Glaubens-Senfkorn wuchs
heran zu einem starken Glaubens-Baum. Und bei uns fügen sich viele Glaubens-Puzzle-Teile
zu einem klaren Glaubens- und Gottesbild zusammen.
Woran glaube ich? Ich glaube nicht an die Wunderpille, nicht an das Buch mit Namen
‚Bibel‘ oder an irgendwelche Heilsformeln, sondern an den liebenden und gnädigen Gott,
der in der Bibel (mit begrenzten menschlichen Worten) beschrieben wird. Und mein Glaube
gründet sich nicht auf ein selbst gezimmertes Gottesbild, Götzenbild, sondern auf den
Gott, der sich mir in vielen Situationen gezeigt hat, der mich geheilt und gerettet hat, der
sich mir immer wieder, auch in unbegreiflichen Wundern, helfen, rettend und heilend
bewiesen hat und auch weiterhin beweisen wird.
Mein Glaube basiert auf meinen guten Erfahrungen mit Gott/Jesus/dem Heiligen Geist.
Meine Erfahrung ist: Glaube lässt sich nicht mit Vernunft oder Verstand planen oder gar
erfassen. Das führt leicht zu Irrglauben. Mir reicht es, dass er sich bestätigt und wirkt, dass
Gott sich in ihm bestätigt und durch ihn Gutes bewirkt. Die rückblickende Erkenntnis seines
Beistands lässt mich wachsen und verstärkt meinen vorausblickenden Glauben, meine
ergebene Hingabe. Die rückblickende Erkenntnis seines inneren und äußeren Beistands
schenkt mir, einen inneren Freiraum in äußerer Gebundenheit, ein Darüber-Hinaus-Sehen
und -Denken, das entkrampft und neue Denkansätze, Wege und Lösungen zulässt.
Mein ‚Glaube‘ ist das kleine Ruderblatt im Lebenswasser, das den großen Tanker meines
‚Daseins‘ lenkt. Und Jesus ist das Licht, der Stern, an dem mein Glaube sich in der Weite des
Weltengeschehens orientiert. Dieses Geführt-, Gelenkt- und Bewahrt sein schenkt mir
inneren Frieden, die Ausrichtung am Leitstern und anhaltende Heilung.

