Gewohnheiten führen zur Abhängigkeit
Liebgewonnen, angenommen,
eingeübt und beibehalten
lasse ich nun, ohne Denken,
Angewöhntes mich verwalten.
Was einmal für gut befunden,
soll den Alltag mir abrunden.
Was einmalig – vielleicht – durchdacht,
wird ganz schnell nicht mehr überwacht.
Irgendwann bemerke ich – leider,
Gewohnheiten machen nicht heiter.
Sie fesseln, fangen, blenden, binden,
erfordern mühsames Überwinden.
Sie loszuwerden ist eine Qual:
Jedes Mal fühle ich mich dabei
nackt, unsicher und irgendwie schal.
Schnell sollte ich ihnen entspringen;
nur befreit kann Leben gelingen.
Nicht alles, was uns unterstützt,
uns dauerhaft auch wirklich nützt.
Nicht alles, was das ICH verwöhnt,
uns mit uns selber auch versöhnt.
Nicht alles, was mit uns verbunden,
will, kann und soll uns ewig munden.

