Ich will meinen Geist in euch geben (Hesekiel 36,27)
Hallo Du,
wenn wir essen, nehmen wir Nahrung auf.
Die Nahrung nährt den Körper und gibt uns Kraft zu leben,
zu beten, zu arbeiten, zu fühlen, zu denken, zu empfinden,
zum Lieben, Lernen, Wachsen und Vorwärtsgehen.
Die Nahrung muss aber erst verdaut werden, das heißt,
sie muss zunächst in ihre Bestandstandteile zerlegt werden,
verdaubar gemacht werden, um an das Nährende zu kommen.
Erst dann kann der Körper sich das nehmen, was er braucht:
z.B. Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.
Daraus baut er den Körper auf und erneuert seine Zellen,
daraus entzieht er sich Energie, die ihn wärmt, stärkt und antreibt.
Ohne Nahrung hätten wir keine Kraft und wir würden sterben.
Der Mensch aber lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort,
das aus dem Mund Gottes geht. Leben kann nur, wer Gottes Wort aufnimmt
und befolgt! (Mt 4,4).
Also nähren Worte auch.
Wenn wir eine Geschichte lesen, dann nehmen wir zunächst nur geschriebene
Worte auf. Jedes Wort hat eine eigene Bedeutung und der Satzzusammenhang klärt,
welche gemeint ist. Mit den Worten und Sätzen wird uns eine Geisteshaltung vermittelt
und unsere Verbindung dazu, unsere persönlichen Vorstellungen und Einstellungen
dazu geprüft.
So wie wir mit dem Wort „Sonne“ z.B. Licht, Wärme, Helligkeit oder Energie verbinden,
so ergibt sich aus den geschriebenen Worten und Sätzen in unserer Vorstellung ein Sinn,
der im günstigen Fall unser Herz, unseren Kopf und unser Gemüt anspricht, anregt
und bewegt.
Wir zerlegen den Informationsbrei in Sinnbestandteile und entnehmen daraus die,
die wir gerade für geeignet und nahrhaft halten.
Wir prüfen sie, beschäftigen uns damit und probieren sie aus.
Wir übernehmen, was uns gefällt und verbinden es mit uns,
mit unseren Ansichten, Werten, Einstellungen und Hoffnungen,
mit unserem Denken, Fühlen und Handeln.
Der Sinn und Geist des Gelesenen färbt auf uns ab, beeinflusst uns und richtet uns neu aus.
Je häufiger wir ähnliche Informationen aufnehmen,
desto stärker werden wir in diese Richtung ausgerichtet.
Wir nähren unser Denken, Fühlen, Handeln, Sagen und Verhalten
durch Worte, durch geistige Nahrung.
Wir erweitern durch Worte und ihren Gehalt (Sinn, Geist) unseren Horizont,
unsere Persönlichkeit und unseren Charakter.
Wir reifen durch Anregungen und Erfahrungen.
Prüfen wir immer, was wir aufnehmen und wie es uns ausrichtet?
Gott, unser Konstrukteur und Schöpfer, der Liebende und Wohlwollende,
möchte uns zum Guten führen, das Gute in uns anregen und stärken,
uns auf das Gute hin, die Liebe, ausrichten,
damit unser Leben gelingen möge und Sinn habe,
damit wir fruchtbar werden durch geistliche Entwicklung.
Durch Hesekiel (36,27) sagt uns Gott:
Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln und mein Recht halten und danach tun.
Jeremia (15,16) sagt dazu:
Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines
Herzens Freude und Trost.
Und der Psalmist (119,105) sagt dankend zu Gott:
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.

