Eschborn, den 3.03.2020
Ich glaube, hilf meinem Unglauben! (Mk 9,22b-24)
Leitvers
Wenn es dir möglich ist, etwas zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!
Wenn es dir möglich ist, sagst du? entgegnete Jesus. Für den, der glaubt, ist alles
möglich. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube! Hilf mir heraus aus meinem
Unglauben! (Mk 9,22b-24; NGÜ)
Anfangsgebet
Oh Gott,
in welch einer Welt leben wir?
Wir sind umgeben von Hektik,
von unruhigem Gewusel,
von überlauter Beeinflussung,
von der Gier des Mammons.
Und, was noch viel schlimmer ist,
Unruhe und Unfriede sind auch in uns.
Vieles verstehen wir nicht!
Dich verstehen wir nicht!
Warum lässt du das zu?
Warum nimmst du uns unsere Ehepartner oder unsere Kinder?
Warum lässt du uns leiden?
Wozu soll das gut sein?
Das führt doch nur dazu, dass wir an dir zweifeln.
Sind wir dem ausgeliefert?
Haben wir mit dazu beigetragen?
Gibt es ein Entrinnen?
Oh Gott,
wir möchten es glauben, doch unser Zweifel ist größer!
Wir merken nur immer wieder,
dass wir alleine, die widrigen Verhältnisse nicht ändern können.
Wir brauchen dich, trotzdem, gerade deswegen,
denn du bist weise, erfahren, weitsichtig und mächtig und,
du liebst deine Schöpfung, auch jeden von uns,
auch die Menschen, die von
Gier, Machtbesessenheit und Verantwortungslosigkeit beherrscht werden,
von Egozentrik und Rücksichtslosigkeit, von Unachtsamkeit und
Gleichgültigkeit.
Wenn jemand das ändern kann, dann nur du!
Mache du uns alle wieder menschlich und mitmenschlich,
rücksichtsvoll und aufmerksam, einfühlsam und einsichtig, liebevoll und
freundlich.
Schenke du uns die Kraft, den Willen und das Vertrauen zu Solidarität,
damit wir gemeinsam, mit deiner Hilfe, Probleme bewältigen und Nöte lindern.
Lasse du uns wieder im Einklang mit dir und der gesamten Schöpfung leben.
Beschneide unsere hohen Ansprüche, unser ausuferndes Wollen und
unsere wilde Ungezügeltheit.
Gebe du uns Halt und Führung, Einsicht und Weisheit,
Genügsamkeit, Ausgeglichenheit und Frieden.
Oh Gott,
wir erkennen die Not um uns herum und sind selbst in Not.
Noch erscheint die Lage nicht aussichtslos.
Noch haben wir Hoffnung. Wir brauchen dich und dein mächtiges Eingreifen.
Oh Gott, wir glauben und doch sind wir unsicher und zweifeln.
Unser Herz hofft auf dich, doch der Verstand zweifelt oft an deiner Gegenwart.
Wir sind uns deiner Liebe und Fürsorge nicht sicher.
Gütiger Gott, wir bitten dich,
stärke und vertiefe unseren Glauben, unser Vertrauen in dich,
indem du unser Beten erhörst,
indem wir deine Liebe, Größe, Gnade und Weisheit erkennen dürfen.
indem uns dein Mit-uns-sein deutlich wird,
damit wir immer stärker mir dir im Glauben verbunden sind.
Lasse uns zurückfinden zu der Erkenntnis,
dass du der Herr über alles bist,
dass du alles aus Liebe umgestaltest,
dass Leiden und Veränderung unser Hoffen auf dich nur noch weiter nährt
und dass wir nur aus dir und mit dir bestehen können
und nicht aus eigenem Wollen oder eigener Kraft oder eigenem Zorn.
Mache du unseren Glauben an deine Hilfe und Fürsorge
fest wie einen Diamanten,
tief wie einen Ozean
und weit wie den Himmel.
Sei du das Fundament all unsere Hoffnungen
und auch, für unsere treue Dankbarkeit.
Lasse uns in dir den liebenden Vater erkennen,
dem wir uns, in allem, anvertrauen können und wollen,
weil du uns kennst, verstehst, liebst und für uns sorgst.
Amen.
Fürbittgebet
Barmherziger Herr Jesus,
du kennst unsere empfindsame Seele,
unsere Ängste und Nöte, unser Hoffen und Sehnen.
In unserer Unsicherheit sind wir alle wie die Kinder.
Wir brauchen Halt, Orientierung und Führung, Unterstützung und Anleitung.
Wir brauchen dich als Lehrer, als Vorbild und als Sündenvergeber.
Wir brauchen deine Liebe, um uns deiner sicher zu werden.
Du bist unser Befreier von falschen Einstellungen und Erwartungen.
Du bist fähig, uns unsere Zweifel zu nehmen,
mehr noch, uns mit Mut und fester Zuversicht zu füllen.
Du bewirkst optimistischen und unverzagten und tief verwurzelten Glauben.
Um den bitten wir.
Um einen tief verwurzelten Glauben bitten wir auch
für alle, die dich ablehnen,
für alle, die dich noch nicht kennen,
für uns alle, die wir noch unsicher und ängstlich und zweifelnd sind.
Schenke Glaubenskraft und Glaubenssegen denen,
die in Not sind, die krank sind, die schwach sind oder die verzweifelt sind.
Schenke Glaubenskraft denen, die in leitender Verantwortung stehen,
allen Eltern,
den Politikern und Wirtschaftsbossen,
den Krankenschwestern und Altenpflegern,
den Ärztinnen und Ärzten, Pfarrerinnen und Pfarrern,
den Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern,
allen Gemeindemitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Lehre uns, uns dir in allem anzuvertrauen und dich unverzagt um Hilfe zu bitten,
uns völlig auf dich zu verlassen und immer auf deine Liebe, auf dein Erbarmen zu
bauen.
Wir brauchen dein tiefes Mitgefühl; denn ohne dich, ohne unseren Hirten,
sind und bleiben wir erschöpft und hilflos wie Schafe.
Lehre uns, deine Stimme zu hören und dir zu vertrauen.
Fülle uns alle mit den Früchten deines Geistes,
mit selbstloser Liebe, mit Freude und Frieden,
mit Geduld und Freundlichkeit, mit Güte und Treue,
mit Rücksichtnahme auf andere und mit Selbstbeherrschung
im Wollen, Denken, Reden, Verhalten und Tun.
Verbinde uns alle zu einer solidarischen Familie, zu deiner Gemeinde,
zu bewusst für dich entschiedenen Nachfolgern und Jüngern.
Schenke uns allen den Mut, uns zu dir zu bekennen und die Liebe, nicht zu
zweifeln.
Gehe du vor uns her, damit wir dir folgen können. Sei du uns Beispiel.
Du bist unser guter Hirte,
der sein Leben für uns gegeben hat, damit wir glauben und Leben haben.
Amen.
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Eschborn, den 16.06.2018
Gott sei Dank! (Ps 42,6)
Leitvers:
Warum bist du so bedrückt, meine Seele? Warum stöhnst du so verzweifelt?
Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch dafür
danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft. (Ps 42,6; NGÜ)
Eingangsgebet
Herr, aus meinem alten Leben weiß ich, dass ich oft nicht dankbar war,
Herr,
seit geraumer Zeit habe ich nun deine übergroße Liebe und Gnade erlebt und
mich daran erfreut aber ich bin sehr traurig, wenn ich Mitmenschen sehe,
Herr,
wer mit den Strömungen der Zeit schwimmt
und auf gierige Selbstbestimmung setzt und hohe Erwartungen und Forderungen hat,
Herr, wir haben erkannt,
dass wir ohne Vertrauen in deine Güte und Weisheit verloren sind,
dass wir, mit allem was war und was ist, von dir beschenkt wurden,
dass wir für alles, auch das scheinbar Unschöne, dankbar sein dürfen.
Gott, Dir sei Dank dafür! Deswegen bitten wir freimütig und demütig:
Gott, sei uns fehlbaren Menschen gnädig und mache uns dankbar.
Amen.
Ein persönliches Wort
Dankbarkeit ist ein äußerst starkes, positives Gefühl und eine natürliche,
aktivierende Reaktion auf liebevolle Zuwendung. Geschieht die Unterstützung
unverdient oder unerwartet und in persönlicher Not, wird sie sehr intensiv
empfunden.
Dankbarkeit löst Freude über die erhaltene Zuwendung und Entlastung aus.
Sie drängt zum öffentlichen Loben des Wohltäters. Sie kann dazu beitragen,
dass sich das positive soziale Verhalten im Helfer verstärkt.
Dankbarkeit verändert das Leben sowie die persönlichen Sichtweisen und
Einstellungen.
Dankbarkeit anerkennt die eigene Hilfsbedürftigkeit.
Dankbarkeit rückt den Wohltäter in den Mittelpunkt.
Dankbare Menschen fühlen sich besser.
Sie sind glücklicher, zufriedener, ausgeglichener und auch stressresistenter.
Sie schlafen besser. Sie sind gesünder und haben ein positives Selbstbild.
Dankbare Menschen bitten andere Menschen leichter um Unterstützung.
Dankbare Menschen sind beziehungsfähiger.
Dankbare Menschen sehen einen Sinn in ihrem Leben.
Dankbare Menschen kennen viele positive Möglichkeiten, um mit
Schwierigkeiten umzugehen.
Dankbare Menschen versuchen weniger, Probleme zu vermeiden
oder zu leugnen.
Gott, du machst uns dankbar. Danke für die Dankbarkeit!
Frage: Wofür sind wir dankbar?
In der Stille erinnern wir uns und danken Gott dafür.
Fürbittgebet
Paulus lehrt uns in 1.Tim 2,1:
Das Erste und Wichtigste, wozu ich ´die Gemeinde` auffordere, ist das Gebet.
Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen
einzutreten.
Das wollen wir jetzt mit der Fürbitte tun.
Barmherziger Herr Jesus,
wir haben erkannt, wie wichtig Danken für unser Wohlbefinden ist und
wie wichtig es für Gott ist, dass wir ihn damit anerkennen und ehren.
Wir haben auch erkannt, dass freudiges Danken unsere Form von Liebe zu dir ist.
Herr, es gibt so viele undankbare Menschen,
die sich das Leben selbst schwermachen.
Helfe ihnen, über ihren Horizont zu blicken und das Wunder der Dankbarkeit
am eigenen Leib zu erleben.
Herr, es gibt viele selbstherrliche Menschen, die sich gern bedienen lassen
und kein ‚Danke‘ über die Lippen bringen. Öffne ihre Herzen und ihren Mund,
dass sie die Auswirkungen von Dankbarkeit am eigenen Leib erleben.
Herr, auch wir Christen sind noch Lernende. Weite unseren Blick
für dein vielfältiges Geben und deine weise Führung.
Lasse uns dir immer wieder dafür danken und dich dafür allezeit loben.
Wir hoffen auf das Erhören unserer Gebete.
Lasse uns dir bereits beim Bitten danken für deine übergroße Liebe und dein Geben.
Oft warten wir auf ersehntes Großes und übersehen dabei das häufige Kleine.
Lasse uns dich und deine Schönheiten mit den Augen des Herzens sehen und
erkennen und dir dafür dankbar Lieder singen.
Herr, wir tun uns immer wieder schwer, dir auch für scheinbar Schlimmes zu danken.
Möge es uns zum Nachdenken bringen. Stärke unser Vertrauen in deine Weitsicht
und Weisheit, damit wir dir auch dafür danken können. Möge es uns zum Nachdenken
bringen.
Herr, wir bauen darauf, dass du in unseren Schwächen stark wirkst und helfe uns,
dir auch in unseren starken Momenten Raum zu geben, damit du uns auch dann nach
deinem Willen führen kannst.
Herr, du bist unsere Stärke und unser Schild; auf dich haben wir vertraut,
darum wurde uns geholfen. Deshalb ist unser Herz voll Freude und Jubel.
Nun ist unser Herz fröhlich. (Ps 28,7)
Deinen Namen wollen wir preisen in Liedern und wollen ihn hoch rühmen mit
Danksagung. (Ps 69,31)
Amen.
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Eschborn, den 13.05.2017
Stirbst du noch oder liebst du schon? (Lk 10,27)
Leitvers
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt,
und deinen Nächsten wie dich selbst. (Lk 10,27)
Anfangsgebet
Oh Gott,
ja, das Leben ist so anstrengend, dass ich das Gefühl habe,
immer weniger zu werden,
nach und nach ein bisschen mehr zu sterben,
mich immer mehr zu verlieren und von dir entfernt zu werden.
Und das schlimmste ist: Ich kann nichts dagegen tun.
Gott, ich brauche deine Hilfe! Wir brauchen deine Hilfe!
Nur du kannst unser Schicksal wenden.
Nur du kannst unser Leiden beenden.
Nur du kannst neue Hoffnung geben
und uns führen zurück ins Leben.
Öffne uns die Augen, Ohren,
lasse uns nicht sein wie Toren,
sondern gebe uns neues Leben,
eines, in dem wir sind dir hingeben,
eines, in dem deine Liebe uns leitet
und uns Herz und Seele weitet.
Amen.
Input
Stirbst du noch oder liebst du schon?
Das ist eine Frage an jeden. Was beinhaltet sie?
Mit Joh 12,24 und Gal 5,22 steige ich in das Thema ein:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht
in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt,
bringt es viel Frucht.
Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt,
besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit,
Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.
In meinem Buch ‚Der Du in mir‘, habe ich dem ‚In der Welt
immer wieder ein bisschen mehr sterben‘, ein ganzes Kapitel
gewidmet.
Dieses ‚Sterben‘ geschieht darin im Raum des Leidens. In einem
Lebensraum voller Schmerz, Angst, Leid, Überforderung und
Einsamkeit. In einem Raum voller schlimmer Erinnerungen, alter
Verletzungen, Hilflosigkeit und Verlassenheit.
In einem Raum, der uns befangen macht und gefangen hält, dem wir
entfliehen wollen, in dem wir ganz uns selbst überlassen sind. Solch
ein Raum ist die Hölle.
Es ist ein Raum ohne Liebe, ohne Freude, ohne Frieden, ohne
Gemeinschaft und ohne Gott.
Es ist unser Denk- und Handlungsraum, in dem wir Gott ferne sind.
Meist nicht, weil wir das bewusst so wollen, sondern,
- weil wir selbstbezogen und gedankenlos sind,
- weil uns Spaß und Lust und Erleben wichtiger ist,
- weil uns niemand von Gott erzählt hat und wir ihn deswegen nicht
kennen,
- weil wir nicht gelernt haben, mit ihm zu reden und auf ihn zu hören,
- weil wir nicht glauben, dass es ihn wirklich gibt,
-weil wir uns Fehler ungern eingestehen und uns ungern etwas
sagen lassen,
- weil wir nicht wissen, was Gott für uns will.
Es ist wie auf einer Rutschbahn: Ohne den Glaubensanker und ohne
einen festen Gottbezug, rutschen wir immer tiefer in die Gottesferne
hinein und das Absterben des Guten, des Liebevollen und Reinen in
uns hat kein Ende.
Sterbe ich noch? Sterben wir noch? Stirbst du noch?
Hier eine fast alltägliche, sehr menschliche Geschichte dazu:
„Heute Nacht habe ich schlecht geträumt. Ich war spazieren und es
fing an zu regnen. Kein Regenschirm. Ich eile zurück. Mist. Jemand
hat mir etwas auf die Hauswand gesprüht. Ich lese: „Du hast einen
Vogel!“
Nein, habe ich nicht! Mein Sohn hatte einen Wellensittich, als er noch
klein war. Aber der hatte zu viel Dreck gemacht.
Müde, verwirrt und genervt wache ich auf. Ich fühle mich mies. Es ist
schon hell. Schlaftrunken setze ich mich auf, um ins Bad zu gehen.
Mist! Mein linker Fuß hat den Boden zuerst berührt. Ich verspüre ein
inneres Ziehen. Na, das kann ja heute heiter werden.
Ganz vorsichtig wanke ich ins Bad, stoße mir unterwegs ein Knie an
der Tür an (Mist!) und brauche so, statt 11 Schritte, heute 13. Mist!
Ich schaue in den Spiegel, ob ich einen Vogel sehe, sehe aber
hauptsächlich Flecke auf dem Spiegel. Ursache: Wasser, Seife,
Zahnpasta. Dazwischen keinen komischen Vogel, nur mich. Ich will
die unschönen Flecke entfernen, greife zur Schublade, um ein Tuch
herauszuholen und verstauche mir dabei einen Finger. Mist!
Trocken wische ich fest über den Spiegel, aber die Spritzer bleiben.
Mist! Ich reibe fester und verstauche mir das Handgelenk. Mist! Nun
putze ich mir mit meiner tollen Elektrozahnbürste die Zähne. Plötzlich
ist der Akku leer. Mist!
Dann wasche ich mein Gesicht und Seifenlauge läuft mir ins Auge.
Ich taste nach dem Handtuch. Dabeistoße ich den Zahnputzbecher um. Mist!
Er fällt auf den Boden. Mist!!
Zum Glück ist er ist aus Plastik. Wo ist das Handtuch? Ich taste
vorsichtig danach, fasse es, trockne das Gesicht ab, wässere
anschließend die Augen und kann wieder sehen. Alles ist nass.
Der Boden ist glatt. Bleib stehen. Mist!!!
Hole aus einem Unterschrank den Putzlappen und stoße mir dabei
am Waschbecken den Kopf an. Mist. Gehe benommen auf die Knie.
Wische mit der rechten Hand das Wasser auf. Die linke Hand halte
ich abwehrend über mich. Es würde mich nicht wundern, wenn mir
auch noch der Himmel auf den Kopf fällt.
Endlich geschafft. Langsam wanke ich zurück ins Schlafzimmer,
mache einen Bogen um die blöde Tür und ziehe mir enttäuscht die
Jesus-Latschen von den Füßen.
Die haben auch nicht geholfen. Langsam, niedergeschlagen und
deprimiert, verkrieche ich mich unter die Decke zurück ins Bett.
Mist, es ist kalt.
Mal wieder kein guter Tag. Mir fällt ein: Heute ist der 13 te.
Kein Wunder!
Das Joggen verschieb ich lieber auf Morgen.
Kann es noch schlimmer werden?
Mist!!! Morgen ist Muttertag. Mama besuchen, freundlich tun, lächeln,
Gerede, Gedrückt und abgeküsst werden. Besser, ich geh nicht hin.
Bleibe wieder im Bett. Wer nichts macht, macht ja auch nichts
verkehrt – oder so.
Natürlich kann ich nicht schlafen. Der seltsame Vogeltraum geht mir
nicht aus dem Kopf. Was wollte er mir zeigen?
Um mich abzulenken, greife ich zum bisher ungelesenen Leihbuch
neben mir. Es hat den auffordernden Titel: Symplify your life –
Vereinfache dein Leben. Ich schlage es irgendwo auf und lese: Reg
dich nicht auf! Ein Zettel fällt aus dem Buch.
Auf der einen Seite steht in schönster Handschrift: Seid allezeit
fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn
das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1. Thess 5,16-18)
Ha! Ha!
Auf der anderen Seite steht:
Biblische Sprüche.
Also gut, morgen werde ich fröhlich zur Arbeit gehen, fleißig sein und
gute Werke tun. Ich werde meinen immer schlecht gelaunten
Kollegen Fischer freundlich begrüßen.
Ich werde Frau Müller diesmal nicht aus dem Weg gehen, dem Chef
ein Kompliment machen und freiwillig für alle Kaffee kochen.
Ich werde einen Tag lang nicht über andere lästern und wieder mal
großzügig über meine Mängel hinwegsehen. Und ich verspreche hoch
und heilig: An Pfingsten gehe ich vielleicht mal wieder in die Kirche.
Und – heute sage ich nicht mehr ‚Mist‘.
Ich bin gespannt, was jetzt passiert. Vielleicht reißt ja meine
Pechsträhne. Vielleicht kann ich ja das Schicksal erweichen.
Auf dem stillen Örtchen erkenne ich:
So kann es nicht weitergehen! Mein Leben ist keins. Es kommt mir
vor, als würde ich jeden Tag ein bisschen mehr sterben, als würde
ich nach und nach dem Leben absterben, entgleiten. Mis….!
Ich spreche es nicht aus. Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf:
Ohne Liebe ist alles nichts!
Zurück am Arbeitsplatz: Ich finde ich ein Memo von Christel.
Sie schreibt mir:
Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke
verkündigen. Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich
dem Tode nicht preis. (Ps 118,17-18)
Ja, ja, die Christel. Sie hat eine ganz andere Lebenseinstellung.
Sie sieht immer alles positiv. Sie hält alles für bedeutsam, für
helfende Hinweise. Sie ist eben eine liebenswürdige und
einfühlsame Kollegin. Weshalb denkt sie so oft an andere?
Bestimmen vielleicht mein Denken und meine Lebenseinstellung
mein Leben?“
Habt ihr mein Sterben erkannt?
Zurück zur Ausgangsfrage:
‚Stirbst du noch oder liebst du schon?‘
Meine Antwort darauf ist: Wenn ich genauer darüber nachdenke,
gibt es für mich kein entweder – oder. Manchmal sterbe ich noch
und immer öfter liebe ich schon. Immerhin!
Ich schlage die Bibel auf und finde drei Aussagen zum Thema:
Röm 8,13 Wenn ihr euer Leben von eurer eigenen Natur
bestimmen lasst, müsst ihr sterben. Doch wenn ihr in der Kraft von
Gottes Geist die alten Verhaltensweisen tötet, werdet ihr leben.
Joh 12,25 Wem sein eigenes Leben über alles geht, der verliert es.
Wer aber in dieser Welt sein Leben loslässt, der wird es für das
ewige Leben in Sicherheit bringen.
Joh 13,34 Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt
einander lieben, wie ich euch geliebt habe.
Und ich erkenne: Ich bin enttäuscht. Ich bin verbittert. Ich bin
ängstlich. Wohin bin ich geraten? Ich liebe weder das Leben noch
mich richtig!
Ich brauche wieder Hoffnung und eine positive Lebenseinstellung.
Ich brauche Hilfe von außen, von oben! Ich möchte wieder lieben
können! Bitte, Gott, helfe mir!
Mein neues Gottvertrauen lässt mich immer mehr Altes loslassen
und immer mehr Neues in mir entstehen. Und das ist schön!
So kann es weitergehen!
Ja, wer nicht liebt, der stirbt und wer liebt, der lebt immer besser.
Danke Gott.
Fürbittgebet
Großer Gott wir loben dich,
deiner Lieb und Gnade wegen.
Dein Geist möge regen sich,
uns zur Nächstenlieb bewegen.
Jesus, schenk uns Zuversicht,
verzag an unsren Schwächen nicht.
Herr wir bitten:
Schenke den Regierenden
Weisheit und Liebe,
für das Volk.
Schenke den Geistlichen
führende und tröstende Worte
für die Gläubigen.
Schenke den Reichen
helfende Hände
für die Armen.
Schenke den Gesunden
Beistand und Mitfühlen
für die Kranken.
Schenke den Jungen
Geduld und ein offenes Ohr
für die Alten.
Schenke den Mühseligen und Beladenen
Vertrauen und ein weites Herz
für Jesus.
Schenke du uns allen,
ein neues Leben deiner Fülle,
ein Ergriffensein von deiner Güte
und Dankbarkeit für deine weise Fügung.
Herr, wir lieben dich von ganzen Herzen,
von ganzer Seele, mit all unserer Kraft
und mit ganzen Gemüt.
Im Namen unseres Herr Jesus Christus bitten wir:
Helfe uns allen immer wieder,
unsere Nächsten so zu lieben wie uns selbst.
Amen.
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Eschborn, den 11.05.2019
Wie auch wir vergeben! (Eph 1,7)
Leitvers:
Durch ihn, der sein Blut für uns vergossen hat, sind wir erlöst;
durch ihn sind uns unsere Verfehlungen vergeben.
Daran wird sichtbar, wie groß Gottes Gnade ist; er hat sie uns
in ihrer ganzen Fülle erfahren lassen. (Eph 1,7)
Ein Gedicht zum Einstieg: Verletzt worden sein
Du hast mich schon wieder stark verletzt!
Schmerzenstränen haben mich benetzt.
Empörung tobt in meinem Bauch! ---
Wo ist der Liebe milder Hauch?
Ich gehe zu dir auf Distanz.
Trenne mich von deiner Arroganz;
werfe dich böse aus meinem Herz,
um zu genesen - von diesem Schmerz.
Was du mir Übles hast getan,
das laste ich jetzt dir auch an.
Es ist dein Kummer und deine Wut,
die aus dir brechen wie Feuerglut.
Es ist deine Seele, die aufschreit,
die dich zwingt in verletzenden Streit. ---
Wenn ich dir zukünftig böse bin,
hätte dein Schreien - doch keinen Sinn.
Weil ich dich jetzt ganz anders sehe,
weil ich dein Leiden nun verstehe,
weiß ich: ‚Die Pein hat dich getrieben.
Viel lieber, würdest du mich lieben.‘
Diese Sicht, macht mich leicht, stark und frei,
mitfühlende Liebe hilft dabei.
In Stärke kann ich dir vergeben;
Gott bitten, für dein weitres Leben.
Durch Erkennen - ist mein Ärger verraucht.
Durch Verständnis - ist meine Wut verbraucht.
Durch Liebe - werde ich vom Hass entbunden.
Durch Vergebung -
habe ich zum Gleichgewicht zurückgefunden.
Was bedeutet ‚vergeben‘?
Das Wort ‚vergeben‘ hat eine 3-fache Wortbedeutung:
Deine Bitte um Entschuldung ist angenommen. Die Sache ist vergeben und vergessen.
Ich habe dazugelernt und nehme nicht mehr alles persönlich.
Ich nehme mich nicht mehr so wichtig.
Anfangsgebet
Oh Gott, ich kann es nicht mehr hören!
Jeder will meine Ruhe stören!
Jeder sagt mir, was ich machen soll.
Das finde ich überhaupt nicht toll!
Ich habe mich gut eingeigelt
und mein Verletztsein fest versiegelt.
Verflucht soll sein, wer gegen mich hetzt,
wer mich und meine Ehre verletzt! ---
Alle sagen: Du musst vergeben!
Du darfst nicht nach Vergeltung streben!
Du darfst nicht Rachepläne schmieden!
Du musst endlich dein Herz befrieden!
Doch, meine wilde Wut macht mich stark.
Sie macht mich mutig und auch autark. --
Aber leider, kann ich nicht mehr schlafen,
seitdem Gemeinheiten mich trafen,
seitdem in mir Gefühle toben
und Vergebung --- ist aufgeschoben.
Warum will meine Qual nicht enden?
Warum kann Gott mein Los nicht wenden?
Warum, weshalb ist mein Stolz verletzt,
bin ich dem Peiniger ausgesetzt?
Bin ich vielleicht ganz auf ihn fixiert
und verhalte mich --- ziemlich borniert?
Ich will nun wieder zur Ruhe finden, --
mich an Freundschaft und Liebe binden, --
mich mit meinen ‚Feinden‘ vertragen --
und neue Freundlichkeit wagen. ----
Es wird Zeit, Böses zu vergeben
und mit allen - in Frieden zu leben!
Gott, vergebe mir bitte mein Hassen.
Ich möchte es künftig unterlassen!
Amen
Lied EKG 584, 1-4 Meine engen Grenzen
Input - Gedicht: Wie auch wir vergeben (Mt 6,12)
Barmherziger Herr Jesu,
ich weiß nicht mehr, was mich immer wieder geritten,
als ich gesündigt, verleumdet und gestritten,
als ich in Wut und Hass und Abwehr war gefallen
und eitler Stolz mich hielt, mit mächtigen Krallen.
Herr,
ich bin nur ein Mensch, launig, dazu noch blind und taub.
habe andere verflucht in Asche und Staub,
habe gelitten unter meinem eigenen Tun
und konnte nicht mehr Lachen, Beten und Ruhn.
Herr,
mein schlechtes Verhalten, das will ich künftig lassen.
Ich möchte mich bescheiden in Demut fassen
und dir immer wieder meine Schuld eingestehen.
Durch dein Erbarmen - möge sie dann vergehen.
Herr,
vergebe mir gütig, mein ‚Nicht auf dich hören‘.
Vergebe mir Hochmut, Sturheit und auch Stören.
Vergebe mir bitte - mein selbstsüchtiges Denken.
Nur du noch, Jesus, sollst mein Verhalten lenken.
Herr,
auch ich will vergeben, was andere mir taten,
denen, die meine Ehre mit Füßen traten,
denen, die kurzsichtig, eitel, andere betrügen,
die verleumden, hintergehen und lügen.
Herr,
dein Leiden und Sterben am Kreuz, hat mir vergeben,
hat mir gnädig geschenkt ein ganz neues Leben.
Ein gehorsames Leben, nun an deiner Seite,
ein Leben in Liebe, Dank und Herzensweite.
Amen.
Fürbittgebet
Allmächtiger Vater im Himmel,
kein Mensch ist frei von Schuld und Sünde,
und weil sie uns belasten und immer tiefer ins Böse ziehen,
brauchen wir alle dein Erbarmen, dein liebevolles, entlastendes Vergeben,
die Chance zur Umkehr und zum Neuanfang durch deinen Sohn, Jesus Christus.
Mit großer Sorge sehen wir, wie Vorteilnahme, Rücksichtslosigkeit und Gier
in der Welt zunehmen und sich mit ihnen
Verletzungsbereitschaft und Verletztheit,
Ruhelosigkeit und Unfrieden ausbreiten,
die zu körperlicher, seelischer und geistliche Erkrankung und Vergiftung führen.
Allzu leicht - reagieren auch wir lieblos verärgert, mit Ablehnung oder Unverständnis.
Allzu leicht - schwinden uns Nächstenliebe, Geduld, Freundlichkeit und Güte,
auch die Lebensfreude, die Selbstbeherrschung und der innere Frieden.
Ungewollt - werden wir immer tiefer in den Strudel des Bösen hineingezogen.
Um dem zu entgehen, brauchen wir deine Hilfe und deinen Beistand!
Zeige uns, wie wir diesem Teufelskreis entfliehen können,
wie wir wieder mit dir und mit uns selbst ins Reine kommen können.
wie wir wieder zurück zur Liebe finden, zu dir.
In deinem Sohn Jesus finden wir ein Vorbild.
Trotz Verleumdung, Verletzung und Misshandlung,
trotz Ablehnung, Kreuzigung und Ermordung ruft er dir in seinem Sterben zu:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Auch wir wissen nicht, was wir tun!
Unsere Sichtweise ist begrenzt, unsere Gefühle sind widersprüchlich,
unser Wissen ist bruchstückhaft und unsere Liebe ist launig.
Auch sind wir meist auf uns bezogen.
Auch meinen wir, Angriff sei besser als Verteidigung.
Barmherziger Herr Jesus,
lasse uns an deinem Beispiel erkennen,
dass auch wir oft ungerecht sind,
dass auch wir uns gegen Ungerechtigkeit nicht wehren müssen,
dass auch wir Verständnis für Missetäter haben können.
Wir alle brauchen deine Liebe, deine Hingabe, dein Vergeben.
Auch wir können Schmerz und Verletztheit in Liebe ertragen.
Auch wir können gütig, mitfühlend und nachsichtig vergeben.
Ja, wir sollten immer wieder vergeben,
weil auch wir immer wieder auf die Vergebung anderer angewiesen sind.
Ja, wir sollten immer wieder vergeben,
damit wir im Gleichgewicht bleiben, damit wir den Bezug zu dir nicht verlieren.
damit wir immer wieder von der Qual der Lieblosigkeit befreit werden.
Deswegen bitten wir dich immer wieder:
„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. (Mt 6,12)
Dein Vergeben ermöglicht unser Vergeben.
Deine Liebe ermöglicht unsere Liebe.
Dein Erbarmen hilft uns, das Böse mit Gutem zu überwinden.
Danke Herr, für dein Erhören unserer Gebete.
Danke Herr, für deine Liebe, Güte und Vergebung.
Danke Herr, für deine Führung und Bewahrung.
Danke, dass wir mit Jesus auferstehen in ein neues Leben - in deinem Geist.
Du, Herr, bist doch gütig und gern bereit zu vergeben,
reich an Gnade gegenüber allen, die zu dir rufen. (Ps 86,5)
Darauf hoffen wir. Darauf bauen wir. Daran glauben wir.
Amen
Lied: 417 - Lass die Wurzel unsers Handelns
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Eschborn, den 10.Juni 2017
Du gehst mir auf die Nerven! (Ps 64,4)
Ein schwieriges Thema, denn ‚Du-Beschuldigungen‘ sind so, als würde man
jemanden steinigen.
Leitvers
Ihre Zunge gebrauchen sie wie ein scharfes Schwert; giftige Worte – das sind die Pfeile,
die sie anlegen. (Ps 64,4)
Anfangsgebet
Allwissender und allgegenwärtiger Gott,
manchmal sind wir genervt, weil uns nichts gelingt,
manchmal, weil Mitmenschen uns auf den Keks gehen,
manchmal, weil unsere Nächsten uns bedrängen,
manchmal, weil wir selbst Kleinigkeiten nicht mehr aushalten
und dann am Liebsten Krach anfangen oder davonrennen würden.
Herr, helfe uns zu verstehen, weshalb uns manches gefällt, anderes aber missfällt.
Zeige uns frühzeitig, wo unsere Toleranzgrenze erreicht wird und stehe uns bei,
damit wir dann nicht ungerecht und abweisend werden.
Offenbare uns unsere Schwachstellen, damit wir dich darin wirken lassen.
Und helfe uns zu akzeptieren, dass nicht irgendein ‚Du‘ uns auf die Nerven geht,
sondern dass wir es meist selbst sind.
Sei Du unser Bezugspunkt und deine Liebe unser Maßstab.
Helfe uns, toleranter zu werden und geduldiger und großzügiger.
Verändere uns zu würdigen Nachfolgerinnen und Nachfolgern Jesu.
Darum bitten wir im Namen Jesu. Amen.
Input
‚Liebe Brüder und Schwestern!‘ so beginnt Jakobus das 3. Kapitel in seinem Brief, in dem
er sich mit gedankenlosem Sagen und besonders mit boshafter Schwätzerei beschäftigt.
Er schreibt:
Machen wir nicht alle immer wieder Fehler? Wem es gelingt, nie ein verkehrtes Wort
zu sagen, den kann man als vollkommen bezeichnen. Denn wer seine Zunge im Zaum
hält, der kann auch seinen ganzen Körper beherrschen.
Segen und Fluch kommen aus ein und demselben Mund. Aber genau das darf nicht sein!
Fließt denn aus einer Quelle gleichzeitig frisches und ungenießbares Wasser?
Bei Schiffen bestimmt der Steuermann die Richtung mit einem kleinen Ruder.
Genauso ist es mit unserer Zunge. So klein sie auch ist, so groß ist ihre Wirkung!
Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand.
Mit einem solchen Feuer lässt sich auch die Zunge vergleichen. Sie kann eine ganze
Welt voller Ungerechtigkeit und Bosheit sein. Sie vergiftet uns und unser Leben, sie steckt
unsere ganze Umgebung in Brand, und sie selbst ist vom Feuer der Hölle entzündet.
Seine Zunge kann kein Mensch zähmen. Ungebändigt verbreitet sie ihr tödliches Gift.
Mit unserer Zunge loben wir Gott, unseren Herrn und Vater, und mit derselben Zunge
verfluchen wir unsere Mitmenschen, die doch nach Gottes Ebenbild geschaffen sind.
Die Weisheit, die von Gott kommt, ist vor allem aufrichtig; außerdem sucht sie den
Frieden, sie ist freundlich, bereit nachzugeben und lässt sich etwas sagen. Sie hat
Mitleid mit anderen und bewirkt Gutes; sie ist unparteiisch, ohne Vorurteile und ohne
alle Heuchelei.
Nur wer selbst Frieden stiftet, wird die Gerechtigkeit ernten, die dort aufgeht, wo Frieden
herrscht.
‚Du gehst mir auf die Nerven!‘
Hast auch du das schon einmal gedacht oder gesagt,
zu deinen Kindern, zu Freunden, zum Partner, zur Partnerin, zu Arbeitskollegen, …
In Beziehungen zwischen Frau und Mann sind auch beliebt (F= Frau; M=Mann)
Du bist so anders als ich. Du verstehst mich nicht.
Du bist eine Herausforderung!
F: Du hörst mir nie zu. – M: Du redest zu viel.
F: Du sprichst nie mit mir. – M: Du widersprichst mir ständig.
F: Du bist so sachlich. – Du bist so gefühlsmäßig.
F: Du machst nie, was ich will. – M: Aber immer, was ich will.
F: Du bist so unordentlich. – M: Du bist so pingelig.
F: Du und deine vorschnellen Entscheidungen! - M: Du könntest dich mal schneller entscheiden.
F: Du machst einfach, was du willst. – M: Du weißt nicht, was du willst.
F: Du machst Dinge, die ich nicht mag. – M: Du kümmerst dich um Dinge, die dich nichts angehen.
Was steht dahinter? Gemeint ist:
Das Thema: 'Du gehst mir auf die Nerven!' hat 3 Varianten:
Du gehst mir auf den Keks – das schmeckt mir nicht.
Du gehst mir auf den Zeiger – meine Uhr geht anders.
Du gehst mir auf den Geist – dein Verhalten widerstrebt meinem Wesen, Fühlen und Denken.
Das Du, beinhaltet:
Dein spezielles Wesen, dein Dasein, all das, was du tust, sagst und wie du bist.
Aber oft ist das gar nicht so umfassend gemeint, aber das wird nicht gesagt.
Das Mir, beinhaltet:
Ich weiß genau, was richtig oder falsch ist,
ich weiß, was gut und weise ist,
ich habe hier das Sagen. Ich bin vollkommen.
Der Satz: ‚Du gehst mir auf die Nerven!‘
ist eine kritisierende und bewertende und beleidigende Beziehungsaussage.
‚Du gehst mir auf die Nerven!‘
Das sagt man nicht einfach so. Das sagt man nur dann, wenn man sich, lange, eingehend und
immer wieder, mit befremdlichen oder abstoßenden Eigenheiten von jemandem beschäftigt
und wenn es in der Beziehung ein größeres Ungleichgewicht gibt.
Wenn fremde Eigenschaften, dem eigenen Wesen oder Empfinden widersprechen und dagegen
Widerwillen und Abneigung verspürt.
Wenn fremde Eigenarten nerven, aufregen, stören, belästigen, reizen, an den Nerven zerren,
Wenn mir Verhaltensweisen lästig sind, die ich als aufdringlich, unverschämt, entwürdigend,
überzogen oder verletzend empfinde.
Und wenn solche Auseinandersetzungen eskalieren, geht man sich gegenseitig auf die Nerven
und es ist offensichtlich, dass etwas zwischen diesen Menschen nicht (mehr) stimmt. Hat sich
die Liebe verflüchtigt? Können die nicht mehr miteinander reden? Sind sie nicht mehr bereit,
aufeinander ein- und zuzugehen?
Was kann man dagegen tun?
Wer geht mir nicht auf die Nerven?
Ich, weil: Ich bin der/die Beste! Mit mir komme ich gut aus. (meistens)
Wer noch? Vielleicht noch:
Frau Y aus Buxtehude, weil ich sie nicht kenne, von ihr nichts weiß und weil sie weit weg ist.
Herr X, von dem ich nichts will und der mir egal ist.
Frau Z, die ich sehr schätze und deswegen an ihr nur das Gutes sehen will.
Mein Sohn, der sehr einfühlsam und rücksichtsvoll ist.
Meine Tochter, die sensibel und nicht aufdringlich ist.
Meine Enkelkinder, die ich liebe und die ich nicht so oft sehe.
Alle, die mich respektieren, die das tun, was ich will und wie ich es möchte!
Was geht mir leicht auf die Nerven?
Z.B. Flugzeuglärm, Autogehupe, ein tropfender Wasserhahn, endloses Kindergeschrei,
ständiges Türquitschen, Dauerregen, anhaltende Schmerzen, …
Wer geht mir auf die Nerven?
Alle, die dauerhaft nicht das tun, was ich will und wie ich es will!
Meistens sind das meine Nächsten. Mitmenschen, die dauernd eng um mich sind.
Ist es nicht so, dass mein ‚Mich aufregen‘, tatsächlich ein
‚Sich mit demjenigen beschäftigen‘ ist, der mich aufregt?
Sie/Er ist mir also nicht gleichgültig.
Viele Menschen nerven oder fühlen sich genervt,
Ausgeglichenheit, Geduld und Verständnis für andere und für sich selbst,
Was bedeutet Liebe?
1.Kor 13, 4- 7 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht
ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet
das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich
aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles,
sie duldet alles.
Achtung: Alles, was mir auf die Nerven geht, hat etwas mit mir zu tun, nicht mit
dem/den anderen. Die sind, wie sie sind und damit selbst für sich und ihr Tun
verantwortlich.
Wenn ich auf abstoßendes Verhalten anderer anspringe,
dann sind es meine Grenzen, die herausgefordert oder überschritten werden. Z.B.:
Die Frage ist also: Wer geht mir wirklich auf die Nerven?
Und die überraschende Antwort ist: Ich gehe mir selbst auf die Nerven!
Weshalb nervt mich etwas?
Weshalb rege ich mich manchmal auf?
Weshalb flattern dann meine Nerven?
Weshalb schrillen dann meine Alarmglocken?
Ist es,
weil ich mich bedroht fühle,
oder, nicht richtig gewürdigt sehe,
oder, nicht anerkannt, sondern übergangen werde?
Ist es,
weil ich mich selbst einschränke und beherrsche,
weil ich Rücksicht nehme auf das, was sich gehört,
was andere von mir erwarten, was andere von mir denken.
was meine Erziehung mir beigebracht hat?
Das gedankenlose, egoistische Verhalten anderer hinterfragt also auch mich.
Es überprüft meine Einstellungen.
Es prüft meine Toleranz.
Und, es macht manchmal deutlich:
Auch mit mir stimmt etwas nicht!
Auch ich nerve andere, weil ich so bin, wie ich bin und vielleicht gar nicht sein will.
Auch mir fehlen oft genug Liebe, Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit und Güte,
Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.
Und mit dieser Erkenntnis, wird es Zeit für ein Gebet:
Vater vergib uns, denn auch wir wissen oft nicht, was wir tun.
Wir waren selbstgefällig und haben andere beleidigt und verletzt.
Wir haben unseren Anstand, und dich in uns, beschmutzt.
Herr, helfe uns, andere in Liebe so anzunehmen, wie sie sind.
Und wenn uns etwas stört, darin eigenes Wollen zu sehen.
Amen.
Fürbittgebet
Barmherziger Vater im Himmel,
vieles in der Welt nervt uns.
Die Hektik, die Unruhe, die Abhängigkeit,
laute Aufdringlichkeit und stille Vorwürfe.
Manche Menschen oder Umstände sind kaum auszuhalten.
Dann sind wir nicht mehr gelassen,
sondern schnell bereit zum Gegenangriff oder zur Flucht.
In die Enge getrieben, werden wir leicht ungerecht und engstirnig.
Uns ist nicht bewusst,
dass die Ursachen für unser ‚Genervt sein‘ in uns selbst liegen.
Herr, wir bitten
um wohlwollende Liebe für alle Menschen,
um Freude für die, die sich nicht mehr freuen können,
um Frieden für die, die mit sich selbst unzufrieden sind,
um Geduld, für Ungeduldige und Getriebene,
um Freundlichkeit, für Unfreundliche und Verbitterte,
um Güte, für Gepeinigte und Hartherzige,
um Rücksichtnahme, für Rücksichtslose,
um Treue, für alle, die deinen Beistand brauchen
und um Selbstbeherrschung, für die Genervten.
Herr Jesus,
stehe unseren gepeinigten Seelen bei.
Stärke uns in Not und Anfechtung
Und verändere uns nach deinem Vorbild.
Amen.
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Wie wird, das Gefühl von Einsamkeit gestoppt?
Leitvers
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.
Ich will ihm jemanden zur Seite stellen,
der zu ihm passt! (1.Mo 2,18)
Anfangsgebet: Ich bin einsam
Oh Gott,
ich lebe ganz allein
und fühle mich so verlassen.
Kaum jemand besucht mich
und hilflos kann ich nicht fassen
was da mit mir geschieht,
wie ich mich ständig verhalte.
Ich habe kaum noch Kraft
und bin nicht mehr der, die Alte.
Ja, ich habe mich zurückgezogen
in meiner Trauer, Wut und Leere,
damit ich wieder zur Ruhe finde
und stark ins Leben zurückkehre.
Doch Herr, es fällt mir unbegreiflich schwer
jetzt neue Kontakte zu knüpfen
und scheinbar unbefangen, unbesorgt,
in ein neues Dasein zu schlüpfen.
Oh Jesus,
ich fühle mich so schwach und ungeliebt,
komme du in mein stilles Leben.
Finde mich, beachte mich, liebe mich,
lasse mich - wieder Liebe geben!
Ich möchte wieder gebraucht werden
und befreit, bewusst im Leben stehen
und mit dir gemeinsam, ermutigt,
Gemiedenes und Neues angehen.
Erlöse uns bitte schnellstmöglich
aus unsrer einsamen Gefangenheit
und erweise uns deine Güte,
die befreit, ermutigt, erfreut, verzeiht.
Schenke uns bitte wieder die Kraft,
auf andere liebend zuzugehen
und mit ihnen und dir gemeinsam,
in ein besseres Leben zu gehen.
Amen.
Lied 209, 1-4 Ich möchte, dass einer mit mir geht
Input
Wer war schon einmal einsam?
Wer es war weiß, wie Einsamkeit sich anfühlt.
Aber wissen wir auch, was sie ist und was sie bewirken kann?
Dem gehen wir jetzt einmal auf den Grund.
Einsam zu sein bedeutet:
Sich allein und vielleicht auch verlassen zu fühlen,
kaum noch Sozialkontakte zu haben und nahezu unbeachtet zu leben.
Einsame fühlen sich von der Lebensgemeinschaft und vom Leben getrennt,
irgendwie bestraft, leer und ausgestoßen,
sich selbst überlassen, kraftlos und manchmal auch gottverlassen.
Ihre Situation macht sie unausgeglichen und vielleicht sogar etwas aggressiv.
Weshalb?
Es fehlt ihnen etwas: Es fehlen ihnen nicht nur Sicherheit und Nähe und
vertrauenswürdige Personen. Es fehlen ihnen besonders beruhigende Liebe,
sorgende Anteilnahme, wohltuende Gemeinschaft und verbindende
Mitmenschlichkeit, im Grunde fehlt ihnen das Gefühl, von anderen
beachtet, anerkannt und gebraucht zu werden!
Ich wiederhole das noch einmal: Es fehlt ihnen das Gefühl, von anderen
beachtet, anerkannt und gebraucht zu werden!
Es fehlen ihnen soziale Bestätigung und Orientierung.
Diese Bestätigung brauchen wir alle, immer wieder.
Sie sind unser Gradmesser für Zugehörigkeit und Lebenssinn. Und das,
ist unabhängig von der Anzahl der Menschen, die man um sich hat oder
die man kennt.
Das Gefühl hat etwas mit sich selbst zu tun und auch mit den eigenen
Lebenseinstellungen. Z.B. mit den Fragen:
Wissen wir, dass wir als soziale Gruppenwesen auf die Zugehörigkeit
zu anderen angewiesen sind? Sie geben unserem Leben Sinn. Sie sind für
uns überlebenswichtig, denn im Spannungsfeld zwischen Ich und Wir
wachsen und gedeihen wir Es macht uns lebensfähig. Wir brauchen diese
Herausforderung!
Hört, Hört! Die Anderen geben unserem Leben Sinn. Es sind ganz
besonders unsere Nächsten, die wir brauchen. Es sind die, die unmittelbar
um uns sind, die wir sehen, hören, berühren, riechen und fühlen können.
Ihre Nähe ist unersetzbar. Nur gemeinsam mit ihnen, sind und werden wir
nicht einsam!
Einsame sind sich bewusst, dass ihre sozialen Bedürfnisse nicht erfüllt
werden, aber sie glauben oft auch, dass sie selbst nicht die Möglichkeit
haben, das zu ändern. Das ist irgendwie falsch!
Sie alleine können das vielleicht nicht ändern, aber mit Gott im Herzen
schon. Und der sagt in 1.Mo 2,18:
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm jemanden zur
Seite stellen, der zu ihm passt!
Leute, das ist nicht nur die Ehefrau oder der Ehemann. Das sind auch
Freunde und Bekannte. Das sind auch wir, du und ich. Danke, dass
es euch gibt.
Jetzt werde ich mal unbequem:
Das Gefühl der Einsamkeit zeigt uns eine tiefe Unzufriedenheit mit
den Beziehungen, die wir haben und auch mit uns selbst?!
Haben wir etwas zu unserer Einsamkeit beigetragen?
Haben wir uns vielleicht zu sehr am Anderen festgehalten
und vermissen jetzt diesen Halt?
Weshalb haben wir so wenige Freunde du Bekannte?
Haben wir unsere Kontakte gepflegt?
Wie auch immer:
Die eigene Unzufriedenheit lähmt und macht einsam!
Wann empfinden wir Einsamkeit bzw. Unzufriedenheit? Z.B.:
Einsamkeit hat auch etwas mit unserem Denken zu tun! Je öfter man an
Einsamkeit denkt, desto mächtiger wird sie. Und wenn dann auch noch
Langeweile, Selbstmitleid und Geschimpfe dazukommen, dann ist sie kaum
noch auszuhalten. Dann können Einsame krank und unausgeglichen werden,
manche sogar depressiv - niedergeschlagen.
Ist denn das Gefühl der Einsamkeit nur schädlich? Das ist negativ gedacht.
Richtig ist: Das Gefühl der Einsamkeit ist nützlich! Wir empfinden es nur als
schädlich, weil wir es nicht mögen und weil wir nicht wissen oder hören wollen,
was es uns sagen will.
Manchmal ist man gerne allein und möchte seine Ruhe haben.
Ein paar Stunden oder Tage allein zu sein, kann die Akkus wieder aufladen.
Niemand ist dabei einsam. Im Gegenteil, das wirkt stärkend, befreiend und
wohltuend. Es ermöglicht Regeneration, Besinnung und Neuorientierung.
Gerade in der Stille können wir Gott sehr nahe sein.
Wer aber einsam ist, der empfindet das Alleinsein anders. Der fühlt sich
ausgegrenzt, ungeliebt, unverstanden und allein gelassen, verbannt,
zurückgesetzt oder herabgewürdigt. Bei dem kann sich ein Gefühl von
innerer Leere, von Gottverlassenheit und ‚Überflüssigsein‘ breitmachen.
Was sind die Ursachen für das Einsamkeitsgefühl?
Ein Lebenspartner verstirbt, eine Beziehung geht in die Brüche, die Kinder
sind aus dem Haus gegangen, man ist arbeitslos geworden oder in Rente
gegangen.
Angst hat, Kontakte zu knüpfen, ein geringes Selbstbewusstsein hat,
oder weil man durch Krankheit oder Behinderung gehemmt ist.
Wohlgemerkt, wir sprechen von einem Gefühl, von einem inneren Signal
und nicht von der Realität! Die Realität bietet immer viele Möglichkeiten.
Einen Anflug von Einsamkeit kennt wohl jeder. Das ist normal und der vergeht
auch wieder, spätestens dann, wenn man zu seinen Alltagsaufgaben zurückkehrt.
Wenn die Einsamkeit jedoch zum Dauerzustand wird, ist es höchste Zeit,
etwas aktiv dagegen zu unternehmen! Hört, hört! Es wird Zeit, selbst etwas
dagegen zu unternehmen! Was?
Vielleicht Hilfe suchen oder Hilfe zulassen oder Freunde finden.
Tut man das nicht, besteht die Gefahr, sich noch mehr zurückzuziehen und
gar keine sozialen Kontakte mehr zu pflegen. Man isoliert sich selbst, igelt
sich immer mehr ein, wird dadurch totunglücklich und leidet unter der scheinbar
ausweglosen Situation.
Und das strapaziert auch den Körper! Er reagiert mit Schlafproblemen,
Herzrasen, Schwindel, Nervosität und innerer Anspannung sowie mit Krankheit.
Also: Das Gefühl von Einsamkeit ist ein positives Warnzeichen, das darauf
hinweist, dass es Zeit ist, wieder Anschluss zu suchen; Anschluss ans Leben
und Anschluss an Mitmenschen.
Es wird Zeit, sich zu überwinden und das Leben wieder gemeinsam zu erleben!
Ich muss das noch einmal wiederholen:
Nur eigene Aktivität führt aus der Einsamkeit heraus.
Als ich damals in dieser Situation war, wusste ich das nicht und wollte es auch
nicht wissen. Doch ich musste erkennen: Wenn ich nicht aktiv werde, wird
alles noch schlimmer und ich muss länger leiden.
Doch ich habe auch entdeckt: Wenn ich den ersten Schritt mache, ist Gott
schon an meiner Seite.
Ja, der 1. Schritt ist wirklich schwer. Doch die Erkenntnis von Gottes
Beistand ist sehr befreiend. Bei meinen Kontakt-Schrittchen musste ich auch
erkennen, dass andere für einen Kontakt nicht immer bereit waren.
Da hilft nur Geduld.
Kennenlernen und gegenseitiges Vertrauen gewinnen, geschieht in vielen
kleinen Schritten. Gelegenheit dazu bieten u.a.:
Die Nachbarschaft oder Vereine, die Kirchengemeinde, bei Festen,
im Gottesdienst, in Bibelkreisen oder Hauskreisen oder, Interessengruppen,
Veranstaltungen und Seminare.
Voraussetzung ist immer: Ich muss aktiv werden und bleiben.
Betrachten wir noch einmal die positive Seite:
Gerade die Zeit der ungeliebten Stille gibt uns Gelegenheit, aus unserem
Dilemma herauszukommen. Dagegen anzukämpfen, hilft nicht weiter.
Aber was hilft?
Das Gegenteil! Nicht dagegen anzukämpfen und nicht wegzulaufen.
Es ist heilsam, den Schmerz zulassen und ihm auf den Grund zu gehen.
Er kann uns die eigene Leere und Abhängigkeit zeigen. Er kann uns auch
zurück zu unseren Träumen und Hoffnungen führen, zurück zu Liebe und
zu Glaube, zurück ins Leben.
Unsere Liebe soll wieder fließen dürfen, sich zeigen und gegeben werden.
Das belebt.
Überlege, für wen du etwas tun kannst und tue es dann ganz spontan!
(Sonst tust du es nicht.)
Dein liebevolles Tun holt dich aus deinem Schneckenhaus.
Es gibt dir wieder Freude und Zuversicht und Gottvertrauen.
Es zeigt dir: Du wirst noch gebraucht!
Beginne mit einem ersten Schritt, vielleicht mit einem Zulächeln, und wage
dann die weiteren. Und: Gebe nicht auf, damit du erkennst: Gott ist mit mir.
Ihm kann ich vertrauen, in allem. Er ist nicht nur souverän und weise und
weitsichtig, er weiß, was gut für jeden ist.
Wir werden einsam, wenn wir keine Liebe mehr spüren, weder die anderer,
noch die eigene, noch die, Gottes. Wir werden einsam, wenn wir nicht mehr
gesehen werden und uns nicht mehr freuen:
Das kann das Kind in der Familie sein.
Das kann Mutter oder Vater sein, die in der Arbeit oder in der Pflicht ersticken.
Das können Singles sein, die nichts mit sich anzufangen wissen oder
es können Kranke oder Alte sein, deren Lebensmut nachlässt.
Sie alle erkennen nicht mehr die kleinen, alltäglichen Geschenke Gottes –
und darin seine individuelle Liebe und Fürsorge.
Er ist immer da und achtet auf uns!
Ich habe lange gebraucht, um das zu erkennen.
Heute kann ich mich an seinem ständigen Geben erfreuen,
am Wohltuenden und auch am Herausfordernden und auch daran,
von ihm erzählen zu dürfen. Er ist einmalig, einzigartig, unvergleichlich!
Ich sehe ihn in euch! In ihm sind wir verbunden. Das ist schön!!! Danke dafür.
Der Wunsch Gottes ist, dass wir gelingende Gemeinschaften haben,
eine enge Verbundenheit mit ihm und liebevolle Beziehungen miteinander.
Er kennt seine Kinder. Deswegen steht in der Bibel:
Gott schenkt vereinsamten Menschen ein Zuhause, Gefangene führt er
in Freiheit und Wohlergehen. Doch wer sich ihm widersetzt, der muss
bleiben in dürrem Land. (Ps 68,7)
Herr, wende dich mir zu und sei mir gnädig, denn ich bin einsam
und vom Leid gebeugt. (Ps 25,16)
Jesus ruft uns immer wieder zu:
Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet!
Ich werde euch Ruhe geben.
Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir,
denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab.
Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben. Mt 11, 28 – 29
Und er gibt jedem Menschen eine lebenslange Aufgabe:
Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; das ist mein Gebot. (Joh 15,12)
Also, verlassen wir uns auf Gottes feste Zusage in Jes 41,10:
Fürchte dich nicht, ich stehe dir bei!
Hab keine Angst, ich bin dein Gott! Ich mache dich stark,
ich helfe dir, ich schütze dich mit meiner siegreichen Hand!
Amen.
Lied: 638, 1-3 Ich lobe meinen Gott
Fürbittgebet
Barmherziger Herr Jesus,
wir haben dir unsere Sorgen und Ängste benannt
und dabei bemerkt, dass wir damit nicht alleine sind.
Auch andere kennen sie.
Du bist unsere Hoffnung und unser Halt.
Deswegen bitten wir für alle Einsamen:
Sei du ihr ständiger Begleiter.
Lasse sie deine Gegenwart spüren,
deine Führung erkennen
und durch deinen Geist genesen.
Mögen sie bemerken,
dass du niemanden allein lässt und,
dass du nur ein Gebet entfernt bist.
Dein Name sagt uns zu: Gott hilft!
Darauf bauen wir.
Helfe uns, uns dir auch in Krisensituationen anzuvertrauen
und um deine Unterstützung zu bitten.
Helfe uns, Einsame zu sehen
und offen für sie und ihre Not zu sein.
Helfe uns, sie in unsere Gemeinde und Gemeinschaften einzubinden,
damit sie sich wieder angenommen und wohl fühlen können.
Danke Herr, für deine Liebe, dein Erhören und Befähigen.
Amen.
Eschborn, den 11.01.2020
Darf ich so sein wie ich bin? (Apg 3,26; HfA)
Darf ich so sein wie ich bin? Darf ich so bleiben wie ich bin?
Leitvers
Gott hat Jesus, seinen Diener, zu euch geschickt und ihn beauftragt,
euch zu segnen. Er wird euch helfen, umzukehren und euer Leben zu ändern.
(Apg 3,26; HfA)
In der Bibel geht es darum, dass Menschen sich ändern, dass sie ihre alte
Natur ablegen, die sie und ihr geistiges Wachsen behindert.
Weshalb will Gott das? Er sagt in Mt 5,14+16; NGÜ:
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht
verborgen bleiben. So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten:
Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Anfangsgebet
Wir hören das Gebet eines verunsicherten Mannes:
Jesus, du mein Helfer, ich bitte dich um Erkenntnis.
Mein Chef sagt, ich muss fleißiger und effektiver sein.
Meine Freunde sagen, ich muss mich mehr schonen.
Meine Familie sagt, ich muss mehr Zeit für sie haben.
Meine Kinder sagen, ich soll nicht so streng sein.
Mein Vater sagt, ich muss härter werden, um im Leben voranzukommen.
Meine Mutter sagt, ich bin ein toller Sohn!
Meine Frau sagt: Ich soll mehr zuhause sein, redseliger werden,
öfter mit ihr Tanzen gehen, mehr Verständnis für sie haben,
mehr im Haushalt helfen, mehr Ordnung halten,
mehr schlafen, mehr lachen, lustiger sein, usw.!
Und obendrein sagt der Pfarrer auch noch, ich sei ein Sünder und muss
mich ändern.
Fast alle mäkeln an mir herum.
Warum darf ich denn nicht so sein wie ich bin?
Was würde Jesus dazu sagen? Vielleicht das:
„Weißt du denn, wie du bist? Weißt du, wozu Gott dich gemacht hat?
Kennst du deine Bestimmung, deine Lebensaufgabe und dein Lebensziel?
Unser himmlischer Vater, Gott, hat dich nach meinem Wesen erschaffen.
Dieses reine Wesen ist jedoch durch deinen weltlichen Werdegang kaum
noch sichtbar.
Als Kind Gottes aber, bist du, seid ihr alle geheiligt - und dass sollte wieder
sichtbar werden.
Dafür ist es nötig, anderen Werten und Zielen zu folgen, die Einstellung zu
ändern und zu liebevollem Verhalten zu finden.
Ich möchte, dass dein reines, göttliches Wesen
als helles Licht aus dir herausstrahlt und dich bestätigt.
Du darfst wieder so werden, wie Gott es in dich gelegt hat!
Hörst du:
Du darfst wieder so werden, wie Gott es in dich und in mich gelegt hat!
Du darfst mir immer ähnlicher werden, denn so, bist du wirklich!
Aus weltlicher Sicht beharrst du auf deinem Ich, auf deinem Wollen und auf
deinen Gewohnheiten. Materielle Dinge sind dir wichtig. Du kennst es nicht anders.
Aus meiner Sicht aber, zählen Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe viel mehr.
Sie sind verbunden mit Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit,
Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Ich bin Sanftmut und Liebe.
Du sollst wieder so werden und sein, wie du im tiefen Inneren gemacht wurdest.
Dabei helfe ich dir durch mein Vorbild und mit meinem Geist.
Lerne mich besser kennen, dann lernst du auch dich besser kennen.
Du sollst wieder DU sein und in Verbundenheit mit mir, auch so bleiben.
Du darfst sein, wie du wirklich bist!
Dann werden andere nicht mehr an dir herummäkeln!
Dann wirst du mit allem im Frieden und im Gleichgewicht sein.“
Herr, du hast mir Erkennen gegeben und meine Sichtweise verändert.
Auf deinem Weg möchte ich mit dir gehen.
Amen.
Psalm-Lesung
HERR, wie groß und viel sind deine Werke! Du hast sie alle weise geordnet,
und die Erde ist voll deiner Güter. … Es wartet alles auf dich, dass du ihnen
Speise gebest zur rechten Zeit.
Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so
werden sie mit Gutem gesättigt. … Du sendest aus deinen Odem, so werden
sie geschaffen, und du machst neu das Antlitz der Erde.
(Ps 104, 24,27,28,30,L)
Fürbittgebet
Danke Jesus, für deine Worte und für die neue Erkenntnis und Klarheit.
Viele Menschen wissen nicht, was du in sie gelegt hast und wer sie sein
könnten.
Viele Menschen kennen dich und dein Wesen nicht und sie haben keinen Maßstab.
Viele Menschen suchen das Gute, doch ohne fremde Hilfe können sie es nicht finden.
Auch wir waren Suchende und du hast dich von uns finden lassen.
Auch wir waren ohne rechte Orientierung, bis du zu uns kamst.
Wir sind froh, dass du uns liebst und uns dir ähnlich machst, zu unser aller Wohl.
Deshalb bitten wir für alle Gottfernen:
Zeige dich ihnen. Reinige ihre Sicht, kläre ihren Blick und hole sie in deine Nachfolge.
Lasse sie deine Liebe und Güte erkennen und schenke ihnen Vertrauen in dich.
Wir bitten auch für die Schwachen, Kranken und Verirrten:
Zeige dich ihnen in deiner barmherzigen Güte.
Heile sie an Körper, Geist und Seele. Lasse ihr Licht wieder leuchten.
Schenke ihnen neue Hoffnung und Lebensmut. Sei du ihnen nahe.
Doch auch wir leben in dieser gefallenen Welt und haben Bindungen an sie.
Wir sind gefährdet durch ständige Versuchungen und Herausforderungen.
Höre unsere Gebete und Hilferufe. Wir hoffen und bauen auf dich!
Lasse in uns allen das Vertrauen in dich weiterwachsen, damit wir annehmen,
was du geben möchtest, was gut für uns ist, was Gottes Liebe entspringt.
Stärke in uns allen deinen Heiligen Geist, damit Sorgen und Ängste schwinden
und wir aufblühen in neuer Herrlichkeit, in deinem Segen, durch dich.
Barmherziger Herr Jesus, danke für dein Wesen und deinen Geist in uns.
Amen.
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Sand im Getriebe – Warum komme ich nicht voran? (Apg 27,41)
Leitvers: In Analogie zu Paulus in Apg 27,41;NGÜ
Mein Schiff geriet auf eine Sandbank und lief auf Grund,
ohne dass ich etwas dagegen tun konnten.
Der Bug bohrte sich so tief ´in den Sand` ein,
dass er unbeweglich festsaß, während das Heck
unter der Wucht der Wellen nach und nach
auseinander brach.
Zum Einstieg ein Gedicht
Was regt mich auf?
Irgendetwas stimmt nicht!
Es geht mir gar nicht gut.
Es entzweit mich schrecklich.
Ich vergehe in Glut.
Mir will nichts gelingen.
Mein Kopf könnt' zerspringen.
Die Gefühle toben
und meine Seele weint.
Ach, wüsste ich doch nur -
was mich quälend enteint;
welcher Sand mich aufreibt,
was - mein Wollen antreibt.
Oh Gott, gib mir Antwort,
das Problem zu finden.
Ich kämpfe und ringe;
hilf, beim Überwinden.
Geb mir Mut; gib mir Kraft,
helfende Patenschaft.
Tief innen wird mir klar:
‚Ich muss wieder lieben,
um Frieden zu finden;
durch Nachgeben siegen,
mich mit Gott verbinden;
loslassend vergeben -
und nach Einheit streben‘.
Ruhe - kehrt wieder ein!
Befreit, erlöst zu sein,-
wäscht Unreines - wieder rein.
Anfangsgebet
Barmherziger Herr Jesus:
Im Getriebe meines Lebens
stockt es; - ich hoffe vergebens,
dass es schon von alleine wird
und auch, dass mein Bauchgefühl sich irrt!
Im Getriebe meines Körpers,
knirscht und kracht es immer öfters
und ich denke ganz sorgenvoll,
wie es mal mit mir werden soll.
Im Getriebe meiner Seele
schimpft es laut aus voller Kehle,
dass niemand sie, vor Pein bewahre
wenn sie nicht klage, wild auffahre.
Im Getriebe meines Geistes,
versandet langsam, so heißt es,
jegliche Denk- und Lebenslust
in tief enttäuschtem Dauerfrust.
Und ich fürchte im Geschiebe,
dass ich verliere, was ich liebe,
dass Gott, mich schnell wird verlassen
und seine Güte wird verblassen.
Warum nur, komme ich, kommen wir nicht voran?
Deswegen bitten wir:
Herr, beseitige du jeglichen Schmutz aus unseren Lebensgetriebe.
Kläre du die Widersprüche in uns und in unseren Absichten.
Schütze unser Lebensgetriebe gnädig vor Neuverschmutzung.
Schmiere es immer wieder mit dem Öl mit deiner Liebe und Geduld
und bewahre uns vor dem Getrieben sein,
vor einem Rückfall in altes Verhalten und vor einem Rückzug von dir.
Dein Wort sei unseres Fußes Leuchte
und immer ein Licht auf unserem Lebensweg.
Amen.
Input
Bist du im Gleichgewicht?
Was hat in dir Übergewicht?
Das frage ich dich ganz schlicht.
Ist es dein Wollen oder das Sollen,
das Lachen und Freuen oder Schmollen?
Wie nahe bist du bei Gott?
Lebt in dir noch böser Spott?
Was hat derzeit die Überhand?
Geht es aufwärts oder abwärts in Schand?
In dir regiere das Beste.
Liebe, hoffe, glaube feste.
Halte dein Gleichgewicht im Lot,
sonst leidest du an Seelennot.
Damit die Seelennot ausbleibt, empfiehlt uns die Bibel:
Lass den Herrn deinen Weg bestimmen,
vertrau auf ihn, und er wird handeln.
(Ps 37,5; NGÜ)
Fürbittgebet:
Gütiger Herr und Gott,
wenn ich mal nicht weiß,
was mit mir passiert,
dann fühle ich mich
ziemlich angeschmiert.
Und wenn ich nicht weiß,
was ich dabei will,
stehen die Ängste
und Sorgen nicht still.
Herr, bitte, kläre du meine Lage,
damit ich wieder Früchte trage.
Gebe mir Mut, mit dir zu gehen
und im Gehen, zu dir zu stehen.
Ich muss nicht wissen,
wohin meine Reise geht.
Wichtig ist allein,
dass dein Geist - stets in mir weht!
Herr, Jesus,
dir vertraue ich mich an.
Gehe mir bitte voran,
damit ich dir folgen kann.
Damit wir dir folgen können
bei Hemmung und im Leid;
damit wir vorankommen,
gerade in der Dunkelheit;
damit wir dir vertrauen,
in jeder, unserer Zeit.
Amen
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Lasst Christus zwischen uns stehen! (1.Joh 4,16; Joh 13,35)
Leitverse
Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und haben dieser Liebe unser ganzes
Vertrauen geschenkt. Gott ist Liebe, und wer sich von der Liebe bestimmen lässt,
lebt in Gott, und Gott lebt in ihm. (1.Joh 4,16)
Joh 13,35 An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr
meine Jünger seid.«
Anfangsgebet
Barmherziger Herr Jesus,
du lebst uns deine Liebe vor und wir dürfen sie erkennen.
Sie ist so wohlwollend, so guttuend, so schön und umfassend.
Sie ist das, was wir alle brauchen.
Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt,
und haben dieser Liebe unser ganzes Vertrauen geschenkt.
Ja, Gott ist Liebe, du bist Liebe und voller Erbarmen
und wer sich von dir und deiner Liebe bestimmen lässt,
der lebt in Gott, und Gott lebt in ihm.
Doch leider fällt uns das oft genug schwer.
Es gibt Situationen, die uns überfordern.
Es gibt Tage, an denen wir nicht gut drauf sind.
Es gibt Menschen, mit denen wir uns nicht verstehen,
mit denen wir im Streit liegen oder die wir meiden.
Und immer wieder begegnen uns Menschen,
die uns belügen, betrügen oder übervorteilen,
die uns verleumden, beleidigen oder missachten,
die uns ihren Willen oder ihre Meinung aufdrängen.
Dann brauchen wir deine Hilfe,
damit in uns kein Ärger und keine Wut aufkommen.
Wir brauchen deine Souveränität,
damit wir gelassen und freundlich bleiben,
damit wir uns beherrschen und Frieden bewahren.
Dann ist es gut, wenn du uns nahe bist.
Dann ist es gut, wenn du zwischen uns und den Problemen stehst.
Dann ist es gut, wenn du uns daran erinnerst, ruhig und liebevoll zu bleiben.
Es tut uns gut, wenn du uns dann Abstand gibst.
Es tut uns gut, wenn du uns besonders dann neue Kraft gibst.
Es tut uns gut, wenn dein Geist der Liebe und Vergebung
uns immer wieder miteinander eint und verbindet.
Möge deine Liebe uns völlig durchdringen
und uns zu einem fest gegründeten Denk- und Verhaltensfundament werden.
Möge deine Liebe uns durch schwierige Situationen tragen,
uns immer versöhnungsbereit stimmen
und in allen Anfechtungen wachsen lassen.
Möge unsere Liebe für andere wohltuend, guttuend und hilfreich sein.
Herr, danke für dein Geben.
Jesus, danke für dein Eingreifen und Bewahren.
Christus, danke für dein Führen und unser Vertrauen in dich.
Amen.
Fürbittgebet
Großer, allmächtiger und weiser Gott,
es ist ein Privileg, von dir geliebt zu sein
und auch, zu deiner Familie gehören zu dürfen.
Es ist unbeschreiblich schön,
in deiner Obhut geborgen zu sein und von dir geführt zu werden.
Es gibt nichts Besseres, als von dir zu lernen,
als dich zu kennen, als auf dich zu hören und dich zu lieben.
Doch es gibt Menschen,
die dich noch nicht kennen,
die dich ablehnen,
die lieber eigene Wege gehen.
Für die bitten wir
um deine Gnade und Güte, um dein Entgegenkommen, um deine Hilfe.
Lasse dich von ihnen finden.
Lasse dich von ihnen erkennen und lieben.
Lasse sie zu Jesus finden, ihn kennenlernen und durch ihn Vergebung erhalten.
Beschenke sie mit deiner Liebe.
Nehme auch sie in deine Familie auf.
Zeige ihnen deinen Weg in ein neues Leben
und gebe uns den Mut und die Kraft, sie darauf zu begleiten.
Noch wissen sie nicht,
was du alles kannst,
welche Auswirkungen es hat, von dir geliebt zu sein,
was ein Leben mit dir, ihnen geben kann.
Noch wissen sie nicht,
dass Freude, Anstand und Geduld sie erfüllen wird
und dass sie bei dir ihren inneren Frieden
und mit dir ihr Glück finden werden.
Uns hast du das bereits gezeigt.
Immer wieder beschenkst du uns überreich.
In großer Dankbarkeit erbitten wir für sie das Gleiche.
Amen
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Liebe dich selbst, denn ohne das geht es nicht (Lk 10,27)
Leitvers:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt,
und deinen Nächsten wie dich selbst. (Lk 10,27)
Einstieg
Wie, ich soll mich selbst lieben?
Magst du dich? Gefällst du dir? Bist du mit dir zufrieden?
Hast du Geduld mit dir?
Nimmst du Rücksicht auf dich?
Wie erholst du dich? Gönnst du dir Ruhe und Frieden mit Gott?
Was tust du für dein Seelenheil und deine Erbauung?
Ich erzähle euch einmal von meinem Garten.
Ich habe einen schönen, inneren Garten, in dem ich Ruhe, Geborgenheit
und Erbauung finde. In dem ich mich wohlfühle und den ich täglich
mehrmals aufsuche.
Seitdem ich den habe, mag ich mich, gefalle ich mir, bin ich mit mir
zufrieden, habe ich Geduld mit mir. Und wie jeder Garten, muss auch der
ständig gepflegt werden. Ich muss etwas für ihn, also für mich tun.
Als ich jünger war, wusste ich gar nicht, dass ich, wie jede und jeder
andere auch, so einen Garten habe und brauche. Wozu auch? War doch
die Erforschung der Umwelt und der Mitmenschen spannend und
aufregend genug. Ich musste ja lernen, mich darin und mit denen
zurechtzufinden.
Später dann, bei längerdauernden Erkrankungen, wenn Stille um mich
war, entdeckte ich meinen inneren Seelengarten, doch er war eine reine
Wüstenei.
Ungemütlich, ungepflegt und vernachlässigt. Die Umzäunung war morsch
und von Eindringlingen niedergetreten, die darin ungehemmt ihren Müll
abluden. Das war wirklich kein Ort zum Wohlfühlen. Und zufrieden mit mir
war ich wirklich nicht.
In der Not, mit Gottes Hilfe und mit großem Zeit- und Kraftaufwand von
Körper und Geist gelang nach und nach das Großreinemachen und die
Gartenneugestaltung.
Ein stabiler Zaun aus Selbstbewusstsein umgibt ihn nun, der unliebsame
Fremde abhält. Der Müll wurde entfernt und Wildes beseitigt.
Das erstickende Unkraut wurde ausgerissen, zu hohe Büsche
zurückgeschnitten und alte Gewohnheitsbäume stark gestutzt.
Nun hat er wieder Licht und Weite. Der Nährboden des Glaubens wurde
aufgelockert, biblisch gedüngt und das aussaugende Ungeziefer
vernichtet.
Schließlich wurden neue, zarte Seelenerfreuungspflänzchen gesetzt,
gegossen und gepflegt, damit sie wachsen und gedeihen können.
So ist aus alten und neuen Pflanzen etwas Anmutiges, Schönes,
Einmaliges geworden: Nämlich mein eigener, individueller, innerer Garten,
in dem es grünt und blüht und in dem auch die süßen Früchte der Liebe
wachsen und reifen dürfen.
Mein Garten ist mein Wohlfühl- und Besinnungsbereich.
Er ist die Begegnungsstätte mit mir und mit Gott.
Er ist meine Krafttankstelle.
Er ist der Bereich, in dem Jesus in mir wohnt und in dem ich mich oft und
gerne aufhalte.
Er ist der Bereich, in dem ich fähig werde, andere zu lieben!
Aber, Gärtnerinnen und Gärtner wissen, dass ein Garten immer wieder
gepflegt und gehegt werden muss, am besten täglich. Wer will schon
Jesus in uns ein undurchdringliches und wachstumshinderndes
Dornengestrüpp zumuten.
Also: Ist der Zaunglaube intakt? Hält er eigene Überforderung und
schädliche Fremdbestimmung ab? Muss der Glaubensnährboden mit
Gottes Wort gegossen werden? Gibt es etwas, was Anderes
überwuchert? Welche Wollens-Pflanze nimmt anderen das Licht?
Welches Versuchungsungeziefer ist zu bekämpfen? Welche Früchte des
Geistes sind reif und können geerntet werden? Wen kann ich zum
Erntefest einladen?
Gärtnern ist wie Kindererziehung. Im eigenen Garten zu gärtnern, ist eine
Liebesangelegenheit, ein Ordnen und Bewahren, ein Pflanzen und
Behüten, ein mit den Pflanzen fühlen, an ihrer Anmut Anteil nehmen und
sich ihrer Bedürfnisse erbarmen.
Wer gärtnert, muss sich abgrenzen; muss klare Entscheidungen treffen,
muss konsequent und liebevoll planen und handeln.
Wer gärtnert, trägt bewusst Verantwortung für sich und seinen Garten.
Dieses Verhalten nennt man auch Selbstbeherrschung oder auch
krafterhaltende Selbstliebe. Es ist Voraussetzung dafür, dass
Nächstenliebe möglich ist.
Übrigens: Das Verb ‚lieben‘ ist universell.
Es bezieht auch das ‚sich lieben‘ mit ein.
Wenn mein innerer Galten strahlend schön, wohlgeordnet und anmutig
gestaltet ist, dann bin ich es auch! Dann hilft das auch denen, die mir
begegnen, die bei mir Ausgeglichenheit, Aufmerksamkeit, Zuwendung,
Liebe, Ruhe und Frieden finden.
Wenn mein innerer Garten aber vermüllt, verwildert und vernachlässigt
bleibt, dann bleibe ich es auch. Dann bleibe ich ängstlich und
unausgeglichen, mürrisch und zurückstoßend, gehemmt und ungeduldig,
überfordert und lieblos. Für mich und für andere unerträglich und
schädigend.
Paulus stellt fest:
Wenn ich keine Liebe habe, bin ich nichts. (1.Kor 13,2)
Und ich frage mich, ob Gottes Liebe in mir ist:
Sein Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe
treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht
ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie
rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie
freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft
alles, sie duldet alles. (1.Kor 13, 4-7)
Hoppla, es gibt noch einiges zu tun in meinem inneren Garten. Noch liebe
ich mich nicht ganz so, wie Gott mich liebt. Aber ich bin zuversichtlich:
Ich tue, was ich zu tun vermag und er wird (wie bisher immer) den großen
Rest erledigen, in seinem Garten, in unserem gemeinsamen Garten, wenn
ich, wenn wir ihn bitten.
Lied: 620, Gottes Liebe ist wie die Sonne
Anfangsgebet
Barmherziger Herr Jesus,
auch wenn Gott den Menschen nach seinem Bilde erschuf,
und er uns für sehr gut gelungen hält,
sind wir doch nicht immer mit uns zufrieden,
denn unser Maßstab sind oft unsere Mitmenschen und ihre Meinungen.
Auch sehen wir uns kritischer als du,
denn wir können das Ausmaß deiner Liebe kaum fassen
und oft genug den Sinn deiner Worte nicht verstehen.
Meinst du, ich soll andere genauso lieben, wie ich mich liebe?
Was ist, wenn ich mich gar nicht liebe, mich vielleicht sogar ablehne?
Was ist, wenn ich meine Nächsten verurteile, weil ich mich selbst verurteile?
Meinst du, ich soll mich mehr lieben, damit ich andere lieben kann?
Oder: Ich soll dich mehr lieben, damit ich andere lieben kann?
Meinst du vielleicht, ich soll nicht alle lieben, sondern nur die, die mir nahe sind?
Bei den vielen Fragen ist mir nur Eines bewusst:
Ich möchte auch meinen Nächsten Gutes tun, denn sie sind wie ich.
Manchmal sind sie stark und manchmal auch hilfsbedürftig.
Wir alle sind auf deine Liebe und Führung angewiesen.
Wir alle brauchen dich, dein Vorbild und deine Hilfe.
Jesus, du hast dich immer wieder zurückgezogen,
um eine stille Zeit mit Gott zu haben.
Du hast dich von den Meinungen und Absichten anderer nie beirren lassen.
Du hattest einen positiven Blick auf dich selbst.
Du hast dich selbst noch am Kreuz für deine Feinde eingesetzt.
Dein Gebet war: ‚Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‘.
Herr, das wissen wir oft auch nicht. Deshalb bitten wir:
Verbinde uns fest mit unserem himmlischen Vater.
Lasse uns seine Gottesliebe zuteilwerden,
denn die, ermöglicht Selbstliebe,
denn die, ermöglicht Nächstenliebe und Feindesliebe!
Reinige uns von falscher Scham und Selbstkritik
und stärke in uns Selbstannahme und Selbstbehauptung.
Befreie uns vom Joch weltlicher Normen,
von eigener Überbewertung, von Hochmut, Stolz und Selbstgerechtigkeit,
und stärke in uns Nachsicht, Einsicht, Geduld und Versöhnung.
Schenke uns Einblicke in deine Sichtweise, in dein Denken, in deine Weisheit.
Befähige uns zu barmherziger Liebe
und verändere uns immer weiter zum Guten,
damit wir fähig sind, unsere Nächsten zu lieben wie dich, wie uns selbst,
von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit unserer Kraft und unserem
ganzen Gemüt.
Amen.
Wer ist mein Nächster?
Nach dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist mein Nächster der,
der mir Anteilnahme, Erbarmen und Mitgefühl schenkt;
der mich trägt und erträgt; der mir gegenüber barmherzig ist,
denn nur der ist dem Hilfsbedürftigen nahe.
Ich bin der Hilfsbedürftige, der Liebe und Verständnis und Zuwendung braucht.
Ich bin aber auch der, der Hilfsbedürftigen Liebe, Verständnis und Zuwendung geben kann.
Fürbittgebet Harald
Vater im Himmel,
du hast uns zu deinem Bilde erschaffen.
Helfe uns, diesem Bild gerecht zu werden, dir zur Ehre.
Stärke in uns das Bewusstsein,
für dich, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein;
für dich, das irdische Dunkel mit deinem Licht zu erhellen;
für dich, das Fade, Träge und Herzlose in uns
mit deiner Liebe zu würzen,
mit Freude über deine Zuwendung
und mit Hilfe deines Heiligen Geistes.
Befähige uns, deine Liebe anzunehmen und uns selbst zu lieben,
damit wir stark genug werden, deine Liebe weiterzutragen zu denen,
die noch im Dunkel leben, die noch zu wenig Liebe und Vertrauen haben.
Breite deine Liebe aus in alle Kontinente und Herzen,
damit überall Friede werde,
damit überall Liebe das Verhalten und Handeln der Menschen bestimme,
damit Einheit und Einigkeit uns weltweit miteinander verbinde.
Herr,
lasse uns auch der Natur gegenüber liebevoll und respektvoll werden,
die wir in der Gier nach Wohlstand ausbeuten und verunstalten.
Sie ist nicht nur unsere Heimat, sondern auch die aller Pflanzen und Tiere.
Bremse Machtgier, Gewinnstreben und Lieblosigkeit,
und fördere Aufmerksamkeit, Mut und Verantwortungsbewusstsein
damit sich unser Bitten erfüllt.
Herr, helfe uns immer wieder auf,
aus Niedergeschlagenheit und Verzweiflung,
aus Schmerz, Trauer und Verlust,
aus Gefühlen von Angst, Verlassenheit und Ohnmacht.
Deine Liebe möge uns ermutigen und erquicken.
Deine Liebe führe uns durch schwierige Situationen.
Deine Liebe bestimme unser Denken, Reden, Verhalten und Tun.
Amen.
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Mit Gott in der Freude wachsen (Ps 63,6)
Leitwort
Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich, HERR,
mit fröhlichem Munde loben kann. (Ps 63,6)
Anfangsgebet
Barmherziger Herr Jesus,
deine Liebe, Geduld und Treue machen uns froh.
Deine Botschaft ist eine Freudenbotschaft.
Zuversichtlich hoffen wir auf all das Gute, das uns mit dir zuteil wird.
Ganz besonders freuen wir uns über Gottes gnädiges Handeln und
Geben.
Immer wieder erfüllst du uns mit großer Freude, bis sie bleibend ist.
Und unser Freuen zeigt dir unsere Dankbarkeit.
Schon damals sprach der Engel zu den Hirten auf dem Felde:
Siehe, ich verkündige euch große Freude, denn euch ist heute der
Heiland geboren!
Doch leider, gibt es auch Menschen, die sich nicht freuen können,
die keine Hoffnung haben, die noch in Unfrieden und Finsternis leben.
An die, wollen wir heute denken. Für die, wollen wir bitten.
Aber auch wir verlieren immer mal wieder unsere Leichtigkeit und
Lebensfreude.
Dann brauchen auch wir deine Hilfe und dein Erbarmen,
deine ganz persönliche und bemerkbare Zuwendung, vielleicht eine
Gebetserhörung,
damit Hader und Traurigkeit wieder in Freude verwandelt werden.
Du hast uns gezeigt, dass wir Freude nicht selbst erzeugen können,
sondern dass sie aus Dankbarkeit über dein Geben erwächst,
aus den vielen kleinen, täglichen Geschenken,
die uns dein ‚Da sein‘, deine Treue, Bewahrung und Führung beweisen.
Und auch unser Erzählen von deinem Wirken in unserem Leben
führt uns immer wieder in die Verbindung mit dir
und zu tief empfundener Freude und Dankbarkeit.
Dann singen, jauchzen und lachen wir gerne.
Dann wird uns das Herz weit und wir sind fröhlich und frohgemut.
Auch an unseren Mitmenschen in der Gemeinde haben wir Freude,
denn in ihnen, erkennen wir dich und deine Herrlichkeit
und mit ihnen, hören wir mit Freude dein Wort und wachsen darin.
Ja, geteilte Freude ist doppelte Freude. Halleluja!
In großer Vorfreude harren wir auf dein weiteres Wirken und Geben,
denn alles was du tust, ist weise, richtig und gut. Es tut uns gut.
Deine Freudengeschenke nehmen wir gerne an,
denn du möchtest, dass unsere Freude vollkommen sei.
Darauf bauen wir! – Amen
Lied: 396,1-6 Jesus meine Freude
Fürbittgebet
Allmächtiger und gnädiger Gott,
die meisten Menschen interessieren sich nicht für dich
und Leiden breitet sich in ihnen und um sie herum aus.
Wir bemühen uns nach Kräften,
ihnen dein Licht, dein Wort und deine Liebe nahe zu bringen,
ihnen unsere Freude über dich, mitzuteilen,
in ihnen wieder Hoffnung und Vertrauen zu wecken
und ihnen viele Gründe zur Freude zu geben,
doch dabei brauchen wir deine Unterstützung.
Werde du ihnen ein führendes und erhellendes Licht.
Lasse sie ihre Verlorenheit und Orientierungslosigkeit erkennen
und den Wunsch in ihnen wachsen, dich kennenzulernen und dir
nahe zu sein.
Besänftige ihre Ängste. Fülle ihre Leere. Gebe ihnen wieder Hoffnung.
Schenke ihnen Kraft und Mut zur Veränderung.
Hole auch sie in dein Reich, in unsere Familie, damit Friede werde.
Führe sie mit Geduld und Erkenntnis durch dein Wort.
Schenke ihnen Vertrauen in dich und damit Halt und Geborgenheit.
Lasse sie im Glauben wachsen, damit sie deine Güte erkennen.
Lasse sie dankbar werden,
damit ihre Freude nicht mehr von Äußerlichkeiten oder Gefühlen
abhängt,
sondern dass sie in ihrem Inneren entsteht und wächst,
aus dem Mut, dich zu suchen,
aus der Kraft, sich für dich zu entscheiden,
aus dem Vertrauen, sich von deinem Geist führen zu lassen,
aus dem Erkennen deiner Gebetserhörungen.
Schenke du allen Menschen Demut und Dankbarkeit;
den selbst Wollenden, den Erfolgreichen und Gescheiterten,
den Jungen und Alten, den Frauen und Männern,
den Kranken, wie auch den Zweifelnden,
auch den Stolzen, Hochmütigen und Selbstherrlichen,
besonders aber den Freudlosen, Depressiven und Zurückgezogenen.
Schenke ihnen allen viele Gründe zur Freude,
zur Freude über dich und dein vielfältiges Geben.
Schenke allen wohlige Zufriedenheit und inneren Frieden.
Amen.
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Eschborn, den 8.09.2018
Beten ist Handeln! (1.Tim 2, 1-4)
Leitvers
Wenn du in Not bist, rufe mich an! Dann will ich dich retten – und du
wirst mich ehren! Psalm 50,15
Einstieg
Der Arzt sagt, wenn alle menschlichen Möglichkeiten einer Behandlung ausgeschöpft sind:
„Da kann man nichts mehr machen! Jetzt hilft nur noch beten.“
Eine solche Aussage ist für Betroffene und Angehörige schlimm. Für mich ist sie doppelt
falsch. Sie geht davon aus, dass das Machen, (Handeln, Tun), vor dem Beten kommt und,
dass das Beten die letzte Möglichkeit ist, damit jemandem geholfen wird.
„Ora et labora et lege, Deus adest sine mora“, heißt es bei den Mönchen und übersetzt heißt
das: ‚Bete und arbeite und lies, Gott ist da ohne Verzug!‘
Für sie und für mich steht Beten an erster Stelle. Das Gebet ist Voraussetzung dafür, dass
die Arbeit, dass Machen und Bibellesen gelingen und fruchtbar ist, weil dann Gott mithilft.
Für sie ist Gott die Grundlage für gelingende Arbeit und ein gelingendes Leben, denn der
allmächtige und liebende Gott vermag viel mehr, als noch so kluge Menschen.
In der Verbindung mit Gott erhalten wir zusätzliche Kraft, Weisheit und Lösungen.
Mehr noch: In der Verbindung mit Gott finden wir unseren Lebenssinn und unsere
Bestimmung. Darum ist Beten die Hauptsache. Beten ist schon Handeln, denn es bezieht
Gott frühzeitig ein.
Darum sagt Paulus in 1.Tim 2, 1-4 NGÜ
Das Erste und Wichtigste, wozu ich ´die Gemeinde` auffordere, ist das Gebet. Es ist unsere
Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen einzutreten, damit wir ungestört
und in Frieden ein Leben führen können, durch das Gott in jeder Hinsicht geehrt wird und das
in allen Belangen glaubwürdig ist. In dieser Weise zu beten ist gut und gefällt Gott, unserem
Retter, denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen.
Es ist der allmächtige Gott, mit dem wir beim Beten reden, den wir anbeten, den wir bitten,
bei dem wir klagen und Sorgen loswerden, der uns hilft, dem wir danken, den wir für sein
Helfen loben und preisen.
Das wollen wir mit dem Ps 150 tun:
Halleluja!
Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn im Himmelsgewölbe, das seine große Macht zeigt!
Lobt ihn für seine gewaltigen Taten, lobt ihn, denn seine Größe ist unermesslich!
Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja!
Anfangsgebet
Barmherziger Herr Jesu,
aus liebevollem Erbarmen hast du uns einst gerufen und zu dir gezogen.
Gerne hören wir deine Worte und genauso gerne lernen von dir.
Aus Liebe - lehrst du uns Liebe. Und deine Liebe überwindet unser Misstrauen.
Du bist uns Beispiel für diese Liebe.
Durch dich haben wir gelernt, die Welt mit liebenden Augen zu sehen.
Wer dich kennt, kennt auch deine wohltuende Barmherzigkeit.
Deine Liebe zeigt sich besonders in deinem Sterben für unsere Sünden,
mit dem du uns Vergebung ermöglichst
und uns wieder mit dem Vater im Himmel verbindest.
Doch, viele Menschen kennen dich noch nicht oder - wollen dich nicht
kennenlernen.
Sie sind geistlich unwissend, dir gegenüber gleichgültig oder
sie wollen lieber frei sein und selbst über ihr Leben bestimmen.
Doch diese freie Selbstbestimmung endet meist in Abhängigkeit,
in Abhängigkeit von Menschen und Mächten, von Dingen und Besitz
oder - von eigenen Bedürfnissen und Leidenschaften.
Sie leben in Unsicherheit und Schutzlosigkeit, in Mangel und Schuld jeder Art.
Sie verlassen sich lieber auf ihr eigenes Können und Wissen –
und auf Vergängliches in dieser Welt.
Herr, das treibt uns um.
Es schmerzt, wenn wir sehen, wie diese Menschen leiden oder blind in ihr Unglück laufen.
Es erschüttert uns, dass die Richtung ihres Lebens immer weiter von dir wegführt und dass
sie immer tiefer in selbstverursachtes Unheil hineinrutschen.
Es belastet uns, wie sie dein Rufen ignorieren und deine helfende Hand zurückweisen.
Herr, eine heilige, antreibende Unzufriedenheit ergreift uns aus mitmenschlicher Liebe.
Und wir empfinden Pein und Ohnmacht, ihnen in ihrer Verblendung nicht helfen zu können.
Du hast dich in solchen Situationen immer wieder zum Gebet zurückgezogen und hast
Rat und Hilfe bei deinem und unserem Vater im Himmel gesucht.
Und, du hast uns immer wieder zum Beten ermutigt, ja sogar
die Erfüllung unserer Bitten zugesagt.
Danke dafür. Darauf wollen wir uns immer wieder besinnen und im Beten
die Verbindung mit dir und dem Vater festigen.
Danke auch für das Gebet, das du uns gelehrt hast,
uns, zum Halt und zur Orientierung
und anderen, zu wohltuender Geborgenheit und innerem Frieden.
Wir bitten und beten heute inständig dafür,
dass auch die noch Gottfernen zu dir und zum Gebet finden
und, dass der gnädige Vater sich auch ihrer erbarmt
und sie kraftvoll und wundersam zu sich zieht.
Wir bauen auf deine feste Zusage:
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an,
so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht,
der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. (Mt 7,7-8)
Amen.
Input
Als Christen wissen wir: Gott ist der Lenker alles Geschehens und damit auch
der, über unser Leben. Ihn, vor dem eigenen Planen, Wollen und Tun,
im Beten einzubeziehen, ist klug und weise.
Jesus sagt uns in Joh 15,5: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich
könnt ihr nichts tun.
Was ist Beten?
Beten, wendet sich in allen Lebenslagen an Gott.
Beten ist anerkennen, dass wir nicht alles selbst können oder ‚im Griff‘ haben.
Beten ist, den allmächtigen Gott um Hilfe und Beistand zu bitten.
Beten ist, sich für diesen Gott Zeit zu nehmen.
Im Beten kommt dieser Gott uns freudig entgegen.
Und Beten ist auch eine Antwort auf die, von Gott erwiesene Hilfe.
Beten ist anbeten, ist danken, ist bitten für andere und für sich selbst,
ist klagen und Sorgen loswerden, ist Beistand suchen, ist Freude und Leid mitteilen,
ist auch Gott für sein Geben zu loben und preisen.
Beten ist, Gott in sein Leben einzubeziehen und sich von ihm leiten zu lassen.
Beten, erkennt Gott an und - Beten verbindet mit Gott.
Beten ist Glaube, denn Beten ist Reden mit dem unsichtbaren Gott.
Beten ist somit Gottvertrauen, sich Gott anvertrauen und, Gott alles zutrauen.
Beten, ist immer auch Vertrauen auf Gebetserhörung.
Beten ist ein spontanes, ehrliches und aufrichtiges ‚Sich Gott mitteilen und auf ihn hören‘.
Beten ist gelebte Gottesbeziehung und Liebesbeweis.
Beten ist auch, sich immer wieder Gott unterstellen und sich neu zu ihm bekennen (Jer 36,7).
Und wenn uns etwas ganz besonders am Herzen liegt, dann Beten wir dafür ohne Unterlass.
Beten für andere, ist handelnde Nächstenliebe,
ist Gemeinschaft bildend, ist wohltuende Beziehungspflege.
Beten ist Zwiesprache mit Gott.
Nach Paulus ist Beten, sich an Jesus Christus auszurichten. Kol 1,16)
Was geschieht beim Beten?
Beim Beten öffnen wir Gott die Tür. Es ist unsere Einladung an ihn, in unser Leben
zu kommen und uns zu begleiten.
Wir beten und bitten: Dringlich, beharrlich, anhaltend, anflehend, erweichend, klagend,
Schuld bekennend, bereuend, trauernd, anbetend, bewundernd, Freude bekundend
und Gott preisend. (Röm 11,33-36)
Und, wir harren aufmerksam und geduldig und hoffend und vertrauend auf sein gütiges
Antworten. Das macht uns zu Optimisten, erwartungsfroh wie Kinder. Das vertieft die
Beziehung zu ihm.
Beim Beten ist man ehrlich mit sich selbst, prüft sich, reflektiert eigenes Tun und Verhalten,
misst es an Gottes Wort und erkennt dabei eigene Mängel und Stärken, denn:
Nur wer seine Urteilsfähigkeit am Wort Gottes geschult hat,
kann auch zwischen Gut und Böse unterscheiden. (Nach Hebr 5,14)
Beim Beten erkennt man die eigene Mitverantwortung für das Geschehen.
Und oft schon ordnen sich beim betenden Formulieren die Gefühle, Gedanken und
Sichtweisen. Es geschieht Klärung, die zu Erkenntnis führt.
Beten und erfolgte Gebetserhörung motivieren unser Hoffen und verstärken unseren
Glauben wie auch unser Gottvertrauen und unsere Zuversicht.
Das mobilisiert in uns verborgene Kräfte, z.B. Durchhaltekraft, Ausdruckskraft, Geisteskraft,
Gestaltungskraft, Selbstheilungskraft, Lebenskraft, Schaffenskraft, Spannkraft, Tatkraft,
oder Widerstandskraft, auch die Liebesfähigkeit, Geduld und Treue.
Glaubendes Beten ist auch Selbsthygiene, Beichten und Seelsorge.
Es reinigt, ermutigt und erbaut, es gibt Halt und Sicherheit, Hoffnung und Zuversicht, es ist
heilsam und vieles mehr.
Beim Beten offenbaren wir Gott auch unsere Unzufriedenheit,
z.B. mit dem weltlichem Geschehen oder mit inneren Spannungen
oder mit der eigenen Hilflosigkeit und Ohnmacht.
Dann bitten wir Gott um Kraft und Weisheit, darum, das zu tun, was wir tun können,
und darum, dass er all das tut, was uns überfordert.
Wie geht beten?
Jedes ‚Sich an Gott wenden‘ ist Beten.
Jeder kann so beten, wie ihm „der Schnabel gewachsen ist“.
Gott hört und versteht alle, denn er sieht ins Herz und erkennt.
Und wenn wir einmal nicht wissen, wie wir beten sollen,
dann machen wir das vorgegebene ‚Vater unser‘ zu unserem Gebet, damit werde,
was Gottes Wort verspricht:
„Der Herr ist denen nahe, die zu ihm beten und es ehrlich meinen.“ (Ps 145,18)
Und es verspricht auch:
´Wer an Jesus glaubt`, kann sich voll Zuversicht an Gott wenden; denn wenn wir ihn
um etwas bitten, was seinem Willen entspricht, erhört er uns.
Und weil wir wissen, dass er unsere Bitten erhört, können wir sicher sein, dass er uns
das Erbetene gibt – so sicher, als hätten wir es bereits bekommen. (1.Joh 5,14-15; NGÜ)
Amen.
Das Vater unser
Wer über Beten spricht, muss auch vom ‚Vater unser‘ sprechen, von dem Gebet,
das Jesus uns in Mt 6 als Basisgebet und Gebetsmuster gegeben hat.
Es hat eine einfache Struktur: In ihm
Das alles bekräftigen wir mit dem Amen, das nicht nur ‚So soll es sein‘ bedeutet,
sondern mehr noch: Ich mache mich fest in dir! Ich verankere mein Sein und Werden in dir!
Ich hoffe und baue auf dich! Ich richte mich ganz an dir Gott aus.
Fürbittgebet
in Bezug auf noch gottferne Menschen:
Vater unser im Himmel,
Du bist unser aller Vater,
auch deren, die dich noch nicht kennen oder die dich ablehnen.
Für sie wollen wir beten und bitten.
Ihnen wollen wir dieses Gebet weitergeben.
Geheiligt werde dein Name.
Natürlich von uns Christen,
aber zukünftig auch von denen, die dir noch ferne stehen.
Ihnen wollen wir dem erzählen, was du an uns gewirkt hast,
damit auch sie beginnen, dich zu suchen.
Dein Reich komme.
Es komme in die Herzen und Gedanken der noch Gottlosen,
damit auch sie aufgenommen werden in deine Familie,
in deinen Schutz und in deine Obhut.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Wie in unserem Leben, so auch in ihrem Leben.
Wie in unseren Köpfen, so auch in Ihren Köpfen.
Wie in unseren Herzen, so auch in ihren Herzen.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
dein Brot, als Nahrung für den Körper.
dein Brot, als Worte zur geistlichen Erbauung.
dein Brot als Symbol für den Leib Christi, hingegeben uns zur Vergebung.
Und vergib uns unsere Schuld,
beten dann die Uns, die wir dir noch fern sind,
uns, die wir dir noch nicht ganz vertrauen,
uns, die wir gedankenlos und gleichgültig sind,
manchmal auch selbstherrlich, stolz und überheblich.
Vergebe uns, nur auf uns selbst zu bauen
und unser eigener Herr sein zu wollen.
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Schenke uns die Erkenntnis, auch schuldig zu sein.
Und unterstütze uns dabei, denen zu vergeben,
die uns vernachlässigt oder verletzt haben,
damit wir Frieden finden.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Lasse uns nicht erneut Verlockungen erliegen,
die uns Freiheit und Freude versprechen,
die uns aber nicht gut tun - und die uns immer tiefer
in den Machtbereich des Bösen ziehen.
sondern erlöse uns von dem Bösen.
der uns wieder gefangen nehmen will,
der uns beherrschen will,
der uns zu übermäßigem Ich-Bezug verleiten will.
Ja, mit der Bitte um Erlösung von dem Bösen
unterstellen wir uns dir und lassen wir uns von dir helfen.
Denn dein ist das Reich
Bisher dachten wir, „Mein ist das Reich! Ich kann machen, was ich will.“
Das war Hochmut. Nun sollst du unser Herr sein.
Denn wir haben erkannt:
Nur du, kannst uns aus unserer Not heraushelfen.
und die Kraft und die Herrlichkeit
Nur du, Gott, stehst über allem
und nur du hast Kraft und die Macht, uns neu zu erschaffen.
Wir brauchen deine Liebe, um auf dich zu hören und zu dir aufzusehen,
und deine Kraft, um bei dir zu bleiben.
in Ewigkeit.
Ja, für immer und ewig, zu allen Zeiten.
So soll es werden und sein - durch Gott.
Amen.
Zwei ergänzende Bibelzitate:
AT - Ps 32,6 - Darum soll jeder, der dir Gott treu ist, zu dir beten. Und er darf
erleben: Selbst, wenn die Not ihn bedrängt wie eine gewaltige Flut – sie wird ihm
nicht schaden können.
NT - Kol 1,9-11 - Deshalb hören wir auch seit dem Tag, an dem wir vom
Evangelium erfahren haben, nicht auf, für euch zu beten. Wir bitten Gott, dass er
euch durch seinen Geist alle nötige Weisheit und Einsicht schenkt, um seinen
Willen in vollem Umfang zu erkennen.
Dann könnt ihr ein Leben führen, durch das der Herr geehrt wird und das ihm
in jeder Hinsicht gefällt. Ihr werdet imstande sein, stets das zu tun, was gut und
richtig ist, sodass euer Leben Früchte tragen wird, und (ihr) werdet Gott immer
besser kennen lernen.
Er, dem alle Macht und Herrlichkeit gehört, wird euch mit der ganzen Kraft
ausrüsten, die ihr braucht, um in jeder Situation standhaft und geduldig zu bleiben.
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Leben in Kraft, Liebe und Besonnenheit (2.Tim 1,7)
Leitvers
Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft,
sondern er erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit. (2.Tim 1,7;HfA)
Input
Am Beispiel Jesu habe ich gelernt, dass er mit seinem Geist in der Gemeinde
sein kann, obwohl er doch in den Himmel aufgefahren ist.
In meinem alten Leben dachte ich,
voller Liebe zu sein, doch ich wusste nicht, was Liebe ist.
In meinem alten Leben dachte ich besonnen zu sein,
doch meine starke Selbstbezogenheit ist ständig in neue Fettnäpfchen getreten.
In meinem alten Leben dachte ich,
Willenskraft und Durchsetzungskraft und Muskelkraft seien die Garanten für Erfolg.
Gott hat mir aber gezeigt:
Sie bewirken Misserfolg, denn sie kommen aus Selbstüberschätzung und Überheblichkeit,
vermischt mit Gier, Geringschätzung, Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit.
Das Bauen auf die eigene Kraft, ist kurzsichtige Dummheit, ist geschöntes Wunschdenken,
ist ahnungsloses Planen und Handeln.
Ja, ich habe viel gelernt, habe mich mächtig angestrengt, habe Schweres auf mich
genommen, um mein Ziel zu erreichen, um das Lebensglück für mich und meine Familie zu
pachten. Und es sah ganz danach aus, als hätte ich es geschafft, als wäre das machbar.
Doch dann verließen mich die Kraft und das Gelingen!
Zerschlagen lag ich am Boden, war am Ende meiner Kraft. Vor Verzweiflung konnte ich nur
noch stöhnen. Ich wusste weder aus noch ein! Meine Augen waren vom Weinen ganz
verquollen. Meine Zukunftshoffnungen brachen zusammen. Mein gesellschaftsgeprägtes
Weltbild ebenso.
Wohl dem, der seine Hoffnung allein auf den Herrn setzt und den Jasagern und Lügnern
nicht glaubt.
Wohl dem, der den Herrn um neue Kraft bittet, um seine segensreiche Kraft!
1. Seine Kraft, ist die Kraft der Liebe, in der man wächst und gedeiht, die befreit
und weitet. Die geduldig und freundlich macht. Die nicht verbissen will, nicht prahlt
und nicht auf andere herabschaut. Die nicht unhöflich ist und den eigenen Vorteil
sucht. Die sich nicht zur Unbesonnenheit reizen lässt und die auch nicht nachtragend
ist. Die sich freut, wenn Unrecht beseitigt wird und Wahrheit siegt. Die Kraft der Liebe
nimmt alles auf sich, verliert nie den Glauben an das Wirken des Guten, verliert nie die
Hoffnung auf Gottes Güte und hält deswegen bis zum Ende durch.
Seine Kraft der Liebe ist sogar bereit, schwach zu werden und für unsere Sünden zu
sterben, damit wir neue Lebenskraft haben. Danke Jesus.
2. Seine Kraft, ist die Kraft des Glaubens. Er glaubt an das Gute in uns, an das
Aufgehen des guten Samens, den er in uns gelegt hat, an unser Urvertrauen zu ihm,
unserem Schöpfer. Und er lässt unser Gottvertrauen durch Beweise seiner Zuwendung,
seiner Gunst und seiner Treue anwachsen bis zu der sicheren Zuversicht, dass er immer
da ist, dass er tut, was er versprochen hat, und dass er unser Bitten hört.
3. Seine Kraft, ist die Kraft der Hoffnung. Er traut uns etwas zu. Er weiß, wozu wir in
Verbindung mit ihm fähig sind. Er hofft und hilft, dass wir in diese Verbindung finden und
erweiß, dass wir uns darin wohlfühlen werden. Hoffnung bezieht ihre Kraft daraus, dass
sie bestätigt und wirklich wird. Das bewirkt Gott. Uns motiviert es, immer mehr auf ihn zu
hoffen, auf ihn zu bauen und etwas zu wagen. Das setzt in uns Kräfte frei, das zu entfalten,
was er bereits veranlagt hat.
4. Seine Kraft ist die Kraft des Vertrauens. Ohne Vertrauen ist eine dauerhafte Beziehung
nicht möglich. Die aber brauchen wir als Sozialwesen zu unserem Schutz, zu unserer
Sicherheit, zu unserem Wohlbefinden. Ohne Vertrauen sind wir dem Misstrauen
ausgeliefert, dem Argwohn, der Skepsis und den Bedenken. Auch der Angst, der Furcht und
der Sorge. Auch dem Unfrieden, den Feindseligkeiten und Streitereien, den Konflikten und
der Zwietracht. Bei Gott lernen wir, dass er zuverlässig ist, dass er für uns sorgt, dass er das
Beste für uns will, dass er uns unterstützt und beisteht, ein Leben lang.
5. Seine Kraft ist die Kraft der Treue. Das ist sein anhaltender Wille zu einer festen und
tragenden und gelingenden Verbindung mit uns. Er ist der Erhabene und Ermöglichende und
Dauerhafte, wir sind die dickköpfigen, übenden Kinder. Lebenslange Treue fällt uns schwer,
besonders wenn es den Anschein hat, dass es uns woanders bessergehen könnte. Unsere
Treue ist oft kurzfristig auf den eigenen Vorteil bedacht. Seine Treue ist auf ewige
Zuverlässigkeit ausgerichtet. Wegen seiner unumstößlichen Treue wird uns immer wieder
vergeben, dürfen wir uns immer wieder an ihn wenden, wird es uns stets helfen. Und weil
uns Treue schwerfällt, dürfen wir bitten:
Erschaffe in mir ein reines Herz, o Gott; erneuere mich und gib mir die Kraft, dir treu zu sein!
(Ps 51,12)
Da kann man nur staunen!
Und wenn uns Gottes Großzügigkeit bewusst ist, können wir eigentlich nur noch sagen:
"Herr, ich liebe dich! Du bist meine Kraft! Du bist meines Herzens Freude und Wonne."
Wir sind ihm unendlich dankbar und geben ihm gerne die Ehre.
Denn ein jeder kann nun voller Überzeugung bekennen:
Er hat mir neue Kraft geschenkt und mich beschützt.
Ich habe ihm vertraut, und er hat mir geholfen.
Jetzt kann ich wieder von Herzen jubeln!
Mit meinem Lied will ich ihm danken. (Ps 28,7)
Diesen Gott wollen wir lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit all unserer Kraft
und mit unserem ganzen Verstand.
Durch ihn wissen wir:
Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand, sondern vertraue voll und ganz dem HERRN!
Denke bei jedem Schritt an ihn; er zeigt dir den richtigen Weg und krönt dein Handeln mit
Erfolg. Halte dich nicht selbst für klug; begegne dem HERRN mit Ehrfurcht und meide das Böse!
Das bringt Heilung für deinen Körper und belebt dich mit neuer Kraft! (Spr 3, 5)
Sein Wort in Spr 2, 8-13 ist mir persönlich zur neuen, kräftigenden Lebensgrundlage
geworden:
Wer andere gerecht behandelt und Gott die Treue hält, steht unter seinem Schutz.
Mein Sohn, meine Tochter,
wenn du auf mich hörst, wirst du erkennen, was richtig, gerecht und gut ist.
So findest du stets den richtigen Weg.
Du erlangst Weisheit und hast deine Freude daran, wohlüberlegt zu handeln.
Deine Umsicht und Besonnenheit werden dich schützen und dich davor bewahren,
Böses zu tun.
Dann bist du gewappnet gegen Menschen, die mit ihren Worten andere täuschen
und selbst krumme Wege gehen.
Amen.
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Anfangsgebet
Barmherziger Jesus,
als Menschen sind wir einem ständigen Zwiespalt
ausgesetzt, zwischen dem, wie wir sind und dem, wie
wir sein wollen.
Wir leiden unter der Unstimmigkeit zwischen dem,
was wir von uns halten und dem, wie andere uns sehen.
Wir leiden unter dem Unfrieden in unserer Umwelt und
dessen Widerspruch zum Guten in uns.
Müssen wir uns anpassen oder müssen wir uns treu bleiben?
Was ist richtig, was falsch?
Herr, Du kennst die Antwort!
Weshalb hinterfragen wir uns ständig?
Wer sind wir für dich?
Dieses ständige Vergleichen und Abgleichen ohne einen
verlässlichen Maßstab macht uns gereizt und unzufrieden,
ungerecht und manchmal auch wütend.
Das führt zu Ängsten und zu Minderwertigkeitsgefühlen.
Das hat äußere und innere Konflikte zur Folge,
Missverständnisse, Aufruhr, Reibereien und Streitigkeiten,
aggressiver Ablehnung, Feindseligkeit und Zwietracht.
Manche gefallen sich nicht und können zu wenig, denn
Andere sind schöner, besser oder beliebter.
Manche möchten gerne wer sein, mehr sein, als sie sind.
Möchten geschätzt und geachtet werden.
Manche möchten nicht mehr zu kurz kommen und endlich
auch was vom Leben haben, Spaß und was sie sonst noch
begehren.
Manche möchten haben, was andere haben und dazu noch
etwas, was sonst niemand hat.
Manche möchten klug und weise und beliebt sein, ohne sich
anzustrengen.
Manche möchten alles verstehen oder kontrollieren und
beeinflussen.
Wir sorgen uns um Dinge, die wir nicht beeinflussen
können und das schafft Leiden.
Wir wollen, dass geschieht, was wir wollen, obwohl wir
gar nicht genau wissen, was wir wollen.
Barmherziger Jesus,
wir sehnen uns nach Ruhe und Sicherheit,
nach Ausgeglichenheit und Eintracht,
nach Geborgenheit und Zufriedenheit.
Wir sehnen uns danach, geschätzt und angenommen
zu werden.
Danach, so selbstbewusst zu sein, dass wir wissen,
wer wir sind und was wir können,
wohin wir gehören und wo unser Zuhause ist.
Wir wollen ohne äußere Zwänge sein dürfen, wie wir sind.
Wir möchten deinen Plan für uns erkennen.
Herr,
verhelfe uns, zu Harmonie und Eintracht.
Auch dazu, weise zu werden,
zu erkennen, was wichtig und unwichtig ist,
belastende Ungereimtheiten und Widersprüche
aufzudecken
und falsche Egoismen zu unterlassen.
Helfe uns, das erniedrigende Vergleichen aufzugeben,
uns so anzunehmen, wie wir sind,
Konflikte und Zwietracht zu überwinden.
Lasse uns dir auch für Schwächen und andere Herausforderungen danken,
damit sinnlose Auseinandersetzungen in uns beendet
werden.
Verhelfe uns dazu, nur das zu tun, was wir wirklich tun
können und besonders dabei, den großen Rest dir zu
überlassen.
Stärke unser Vertrauen in deine Liebe und in dein Wirken,
in deine übergroße Weisheit und Güte.
Barmherziger Jesus,
du liebst uns so, wie wir sind, nämlich unvollkommen,
eigen und voller Widersprüche.
Du warst selbst Mensch und kennst unsere Nöte und
auch unsere Hilfsbedürftigkeit.
Sei du unsere Hoffnung, unser Tröster, unser Ermutiger
und unser Lenker.
Sei du uns ein verlässlicher Maßstab und ein
annehmbares Vorbild.
Verbinde uns immer wieder mit unserem
himmlischen Vater und Schöpfer,
damit auch wir, so wie du, in ihm geborgen sind
und in ihm Halt und Frieden und Freude finden.
Damit wir dankbar werden für das uns zugeteilte Leben.
Damit wir in seiner Güte und Fügung
Zuwendung und Wertschätzung für uns erkennen
und uns gerne neu ausrichten lassen.
Sei du uns immer Weg und Ziel.
Der Schöpfer forme uns nach seinem Willen
und lasse uns täglich sein weises Tun erkennen.
Er beende jede gefühlte Unzufriedenheit und jede
vermutete Ungerechtigkeit.
Er fülle uns mit den heilenden Früchten seines Geistes,
mit selbstloser Liebe, mit Freude und Freundlichkeit,
mit Geduld, Güte und Treue, mit Rücksichtnahme und
Selbstbeherrschung,
damit in uns sein wohltuender Friede einkehre.
Amen.
Input
1. Wie bekomme ich inneren Frieden?
Als denn, jeder Mensch, alles Fleisch und jede Seele,
ist voller Unruhe, weiß nicht woher, wohin und warum,
wird natürlich von seiner Lust und seinen Begierden
angetrieben, von seinen Gefühlen, seinem Wollen und
seinen Zielen, von seiner eigenen Natur vereinnahmt.
Paulus schreibt in Gal 5, 19-21:
Im Übrigen ist klar ersichtlich, was die Auswirkungen sind,
wenn man sich von der eigenen Natur (vom Fleisch)
beherrschen lässt: Sexuelle Unmoral, Schamlosigkeit,
Ausschweifung, Götzendienst, okkulte Praktiken,
Feindseligkeiten, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche,
Rechthaberei, Zerwürfnisse, Spaltungen, Neid, Trunkenheit,
Fressgier und noch vieles andere, was genauso ´verwerflich`
ist.
In der Verbundenheit mit der Welt können wir nicht anders.
Wir sind Knechte unseres Fleisches und damit Knechte der
Sünde und damit einem inneren Unfrieden ausgeliefert.
So ist jeder Mensch ein Sünder, aber er muss es nicht
bleiben!
In Gal 5,16-17 empfiehlt Paulus:
Lasst den Geist ´Gottes` euer Verhalten bestimmen, dann
werdet ihr nicht mehr den Begierden eurer eigenen Natur
nachgeben. Denn die menschliche Natur richtet sich mit
ihrem Begehren gegen den Geist ´Gottes`, und der Geist
´Gottes` richtet sich mit seinem Begehren gegen die
menschliche Natur. Die beiden liegen im Streit miteinander,
und jede Seite will verhindern, dass ihr das tut, wozu die
andere Seite euch drängt.
Das weiß Gott und er hat ein Einsehen mit der menschlichen
Schwäche, mit seinen unmündigen, weltlichen Kindern.
Er lässt seinen Sohn Jesus Mensch werden, also auch
Fleisch, und so hat er auch Anteil an den Leiden und dem
Unfrieden der Menschen.
Am eigenen Leib lernte er die Unausgeglichenheit und den
Zwiespalt im Menschen kennen. Und auch, was Egozentrik,
was Lug und Betrug, was Vorteilnahme und Habgier,
was Neid und Missgunst und Machtbesessenheit von
anderen anzurichten vermag. Sie machen überheblich.
Sie machen orientierungslos. Sie trennen von Gott.
Er ließ sich davon nicht vereinnahmen, sondern blieb in
engem Kontakt mit Gott, in fester Verbundenheit mit
dessen Geist, der ihm Stärke gab, Beistand, Führung und
Ausrichtung. Auch Kraft, aus Liebe und Barmherzigkeit sein
Leiden durchzustehen, damit die gefallenen Menschen
wieder mit Gott versöhnt werden und sie neue, gottbezogene
und geisterfüllte Menschen mit neuen Herzen werden, wahre
Kinder Gottes, die Jesus als ihren Herrn und als ihr Vorbild
angenommen haben und nunmehr alles von Gott her sehen
und leben. In denen nun der Geist Christi wohnt, die nun in
Christus sind.
Paulus schreibt in Gal 2,20:
Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir.
Und solange ich noch dieses irdische Leben habe, lebe ich
im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe
erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.
Der Glaube überwindet die Welt. Der Glaube an das Wort
Gottes, an Jesus Christus, gibt dem Fleisch Halt und
Führung. Der Glaube, das Gottvertrauen, entzieht Menschen
der Gesetzmäßigkeit der Welt, der Ursache und dem
Auswirkungsprinzip, und richtet ihn auf Gottes väterliche und
liebevolle Gnade und Güte aus.
Er wird erlöst von alten, fleischlichen Bindungen und
herausgeführt aus dem Irdischen, das über die Menschen
Macht gewinnen und sie in Zerstörung und Schuld führen will.
Er wird geheiligt durch seine neue Gottzugehörigkeit.
Dennoch, auch Christen bleiben Menschen.
Der Kampf zwischen Geist und Fleisch bleibt erhalten.
Es ist der Kampf zwischen dem göttlichen Sollen und dem
eigenen Wollen. Es ist der Kampf des Gewissens, der Kampf
um die Tragfähigkeit des eigenen Glaubens, um die
Verlässlichkeit des eigenen Gottvertrauens.
Ist es genug, sich alleine an Jesus Christus zu binden?
Sind wir wirklich frei, wenn uns der Sohn frei macht?
Oder bedarf es doch unserer eigenen Kraft, um uns aus
dem Schlamassel alter Fehler und Sünden zu befreien.
Tut Gott, tut Jesus wirklich, was er sagt?
Kann Gott, kann Jesus wirklich erfüllen, was er verspricht?
Sind unbegreifliche und übernatürliche Wunder tatsächlich
möglich?
In Markus 9, 17-22 bringt ein Vater seinen Sohn zu Jesus,
der nicht sprechen kann, weil er von einem bösen Geist
beherrscht wird. Und er bittet: „Wenn es dir möglich ist, etwas
zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!“ Und Jesus
antwortet ihm: „Wenn es dir möglich ist, sagst du? Für den,
der glaubt, ist alles möglich.“ Da rief der Vater des Jungen:
„Ich glaube! Hilf mir heraus aus meinem Unglauben!“
In ausweglosem, innerem Unfrieden, in Selbstzweifel und
tiefer Depression, in großer Not und Seelenpein, wandte ich
mich einst mit dem letzten Fünkchen Hoffnung in mir an Gott.
Und in meiner Not rief ich: „Gott, wenn es dich wirklich gibt,
dann helfe mir jetzt! Ich bin mit meiner Kraft am Ende.
Ich kann nicht mehr.“
Und mir war nicht bewusst, dass dieser Ausruf schon ein
glaubendes Gebet ist.
Als ich dann später diese Stelle in der Bibel las, betete ich
spontan: „Ja Gott, hilf auch mir heraus aus meinem
Unglauben, denn ich brauche endlich Gottvertrauen, das
meine Zweifel und Ängste überwindet und das mir Ruhe und
inneren Frieden schenkt.
Und heute, viele Jahre später, in fester Verbundenheit mit
Jesus, hat sich folgendes Wort Gottes in 1.Joh 5,4-5 auch
für mich bestätigt:
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;
und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da
glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?
Jesus sagt uns fest zu und darauf baue ich: „Was ich euch
zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden –
einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann. Lasst
euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und
lasst euch nicht entmutigen! (Joh 14, 27, NGÜ)
2. Innerer Frieden
Wer sind wir?
Wir sind von Menschen gezeugt und werden
als ihresgleichen in diese Welt hineingeboren.
Wir sind also aus Fleisch und Blut, tatsächlich körperlich
existent und jemandes leiblicher Nachkomme.
Um in dieser fremden Welt zu (über)leben, lernen wir durch
Erziehung, uns in ihr zu behaupten, uns in sie einzupassen,
ihre Regeln einzuhalten und unseren Platz zu finden und
einzunehmen.
Und weil uns zunächst alles neu und fremd ist, stellen wir uns
oft genug an, wie der erste Mensch, ungeschickt, wie ein
Anfänger, der wir ja auch sind.
Und damit das nicht so bleibt, werden wir im günstigen Fall
so lange erzogen, bis uns die weltlichen Regeln und
Verhaltensweisen in Fleisch und Blut übergegangen sind,
uns zu selbstverständlichen Gewohnheiten werden.
Im schlimmsten Fall dazu, den Selbstbezug und die Fehler
anderer zu übernehmen. Wir schwanken zwischen der
Nachahmung des Vorgelebten und dem eigenen Wollen,
die vorgegebenen Grenzen zum eigenen Vorteil auszuloten.
Als Mensch sind wir also auch nur aus Fleisch und Blut und
mache immer wieder neue Fehler, weil wir zu wenig
Erfahrung und Wissen und Überblick haben, weil wir immer
wieder fremden Situationen ausgesetzt sind, weil Gefühle
uns verwirren oder verleiten, weil wir unseren Kopf
durchsetzen wollen, weil wir körperliche Bedürfnisse haben.
Weil wir immer Verlockungen und Verführungen unterliegen,
die uns suggerieren, es könnte uns durch sie bessergehen.
Kurz gesagt, wir werden zum Abbild der uns prägenden
Umgebung. Irren ist menschlich. Wir machen Fehler und
haben Fehler. In uns ist Unfrieden, Unausgeglichenheit,
Spannung und Unzufriedenheit. Es menschelt immer wieder.
Im Fleisch sind wir nur ein halber Mensch und leben somit
menschenwürdig. Doch: Mensch ärgere dich nicht!
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Mt 4,4).
Der Mensch denkt und Gott lenkt.
Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Was regiert dich?
Richtest du dich lieber nach deinen momentanen Begierden,
Lüsten und bedrängenden Gefühlen oder nach den
Umständen und anderen oder lässt du dich von deinem
eigenen Beobachten, Gewichten, Einschätzen, Entscheiden,
Planen, von deiner Achtsamkeit und deinem Denken, von
deinem ‚Geist‘ leiten?
Oder ergänzt du vielleicht deine eigene Wahrnehmung noch
um die Erfahrungen der Menschheitsgeschichte, durch
menschliche Erkenntnisse, die den Einzelnen übersteigen?
Richtest du dich vielleicht nach den Empfehlungen Gottes?
Hast du ein höheres Ziel?
Bist du auf Wachstum ausgerichtet?
Hast du das Bedürfnis, mental, emotionell und spirituell zu
wachsen und dich weiterzuentwickeln?
Ist dir bewusst, dass du ein Teil von etwas Großem bist und
möchtest du dazu beitragen, dass durch deine Mithilfe das
große Ganze besser wird?
Es wird besser durch deine Verbindung mit dem Großen,
mit Gott und mit der Natur. Das Wissen darum und der
Glaube daran, geben Sicherheit und Gewissheit,
Abwechslung, Ausrichtung und Bedeutung.
In ihr wachsen wir über uns hinaus, hinein in das, was Liebe
ausmacht, hinein in Freude und Frieden, in Geduld,
Freundlichkeit, Güte und Treue, hinein in Rücksichtnahme
und Selbstbeherrschung.
Dadurch leisten wir unseren persönlichen Beitrag für die
Gemeinschaft und hinterlassen den Anderen das
Vermächtnis unseres persönlichen Einsatzes und unserer
schweren Selbstüberwindung.
In unserer täglichen Verbesserung zum Besseren und durch
unser liebevolles Engagement für andere übernehmen wir
Verantwortung für unsere Lebensaufgabe, für die
menschelnde Gemeinschaft und für das große Ganze.
In unserer festen Verbindung mit Gott, mit Gottes Wort und
Geist, ‚in Jesus‘ sind, werden wir im Fleisch gereinigt und
weiterentwickelt und vervollkommnet im Geist Gottes.
Je mehr wir uns auf Gott einlassen, desto weniger haben
weltliche und fleischliche Dinge Einfluss auf uns und desto
mehr werden wir zu einem orientierenden und leuchtenden
Beispiel für andere.
In 1.Joh 2,15-17 wird uns geraten:
Liebt nicht die Welt! Hängt euer Herz nicht an das, was zur
Welt gehört!3 Wenn jemand die Welt liebt, hat die Liebe zum
Vater keinen Raum in seinem Leben. Denn nichts von dem,
was diese Welt kennzeichnet, kommt vom Vater. Ob es die
Gier des selbstsüchtigen Menschen ist, seine begehrlichen
Blicke oder sein Prahlen mit Macht und Besitz – all das hat
seinen Ursprung in dieser Welt. Und die Welt mit ihren
Begierden vergeht; doch wer so handelt, wie Gott es will,
wird für immer leben.
Und Paulus schreibt in Röm 8,1-2; 5-7:
Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott
nicht mehr verurteilt. Denn für ihn gilt nicht länger das Gesetz
der Sünde und des Todes (des Fleisches). Es ist durch ein
neues Gesetz aufgehoben, nämlich durch das Gesetz des
Geistes Gottes, der durch Jesus Christus das Leben bringt.
Wer von seiner sündigen Natur bestimmt ist, der folgt seinen
selbstsüchtigen Wünschen. Wenn aber Gottes Geist uns
leitet, richten wir uns nach seinem Willen aus. Wozu uns die
alte, sündige Natur treibt, das bringt den Tod. Folgen wir aber
dem, was Gottes Geist will, so bringt das Frieden und Leben.
Wenn wir uns von unserer sündigen Natur bestimmen lassen,
leben wir in Auflehnung gegenüber Gott. Denn die alte Natur
ist nicht bereit, sich Gottes Gesetz unterzuordnen. Ja, sie
kann das gar nicht.
Man kann sich nicht weltlicher Vergnügungen erfreuen und
gleichzeitig ein Freund Gottes sein.
Die Bibel sagt in Jakobus 4, 4:
Ihr Abtrünnigen, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der
Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will,
der wird Gottes Feind sein.
Paulus empfiehlt in Römer 12, 2:
Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch
durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt,
was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige
und Vollkommene.
Mit Gott verbunden, müssen wir uns nicht mehr ins eigene
Fleisch schneiden, uns selbst schaden. Er sorgt für uns und
gibt, was wir tatsächlich brauchen. Er erfüllt unsere grund-
legenden, sozialen Bedürfnisse, die uns antreiben und
motivieren, die unser Leben bestimmen:
Sicherheit und Bequemlichkeit, um den Stress, der von
Neuem und Ungewissem ausgeht, zu minimieren und eine
gewisse Voraussehbarkeit zu haben. Sie soll uns über
Stress, Angst und Sorge hinweghelfen.
Voraussehbarkeit bedeutet auch Langeweile und
Stagnation. Deshalb brauchen wir auch die Ungewissheit.
Sie macht das Leben interessant und herausfordernd,
ermöglicht immer wieder Spaß und Erfahrung, verhilft zu
Erfolg und Bestätigung.
Augen anderer wichtig zu sein. Wir brauchen einen,
Identität erschaffen Selbstwert. Wir brauchen das Gefühl,
wichtig, besonders und einzigartig zu sein. Wir wollen
beachtet sein und brauchen geschenkte Anerkennung.
und Liebe anderer sehnen, einem Gefühl von
Geborgenheit und Zugehörigkeit, suchen wir nach
Verbindung und Liebe in einer Gemeinschaft.
Danach suchen wir immer wieder, und dafür gehen wir
(mehr oder weniger mutig) emotionale Bündnisse und
Beziehungen ein und wagen dabei Verletzlichkeit und
inneren Unfrieden.
Werden unsere sozialen Bedürfnisse nicht befriedigt,
haben wir keine oder nur unbefriedigende soziale
Bindungen, niemanden für gegenseitige Wärme und
Nahrung, erleiden wir Schmerzen, die sich auch körperlich
ausdrücken.
dass uns noch vieles fehlt, um das Leben zu meistern.
Deswegen streben wir nach Wachstum.
Wir haben das Bedürfnis, mental, emotionell und spirituell
zu wachsen, uns persönlich weiterzuentwickeln, reifer
werden und Frucht zu bringen.
Wir wollen dazulernen, neue Dinge kennenlernen und
neue Fähigkeiten entwickeln. Wir suchen Erweiterung,
Bewährung, und Vollendung.
Wir suchen lebenslang nach Lebenssinn und Erfüllung.
Wir müssen nicht bleiben, wie wir gerade sind, sondern
können werden, wie es uns bestimmt ist.
Doch da Wachstum kein primäres Bedürfnis ist, wird es oft
genug aus Bequemlichkeit vernachlässigt.
Auch das erzeugt eine innere Unzufriedenheit, das
unbestimmte Gefühl, dass noch etwas fehlt.
Oberflächlichkeit und Vergänglichkeit, sondern nur in
gesellschaftlicher Mitverantwortlichkeit, in einem eigenen
Beitrag zum Leben und in einem erinnerbaren
Vermächtnis.
Wir streben danach, dem Leben etwas hinzuzufügen,
das größer ist als wir selbst.
Wir wollen das, was uns an Besonderem und
Unerwartetem widerfährt, mit jemandem teilen, anderen
mitteilen.
Wir wollen persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse in
Liebe weitergeben, zum Wohle anderer.
Wir wollen, dass sie unsere Daseinszeit überdauern.
Wir wollen dazu beitragen, anderen zu helfen und die Welt
zu verbessern. Das kann durch ehrenamtliche Mitarbeit
der durch Geldspenden geschehen, auch durch Teilnahme
an Gemeinschaftsprojekten, durch Hilfe am Nächsten bzw.
durch Anteilnahme und Fürbittgebete.
Entsprechen meine Handlungen und Entscheidungen auch
meinen Prioritäten?
Wie mein Leben langfristig aussehen wird,
hängt von meinen täglichen Handlungen ab.
Es gibt hierbei kein Richtig oder Falsch!
Es zählt nur die Frage: Bin ich im Gleichgewicht
oder kämpfe ich gegen etwas oder jemanden?
Woran glaube ich? Welche Ziele habe ich?
Wie spreche ich worüber?
Wir selbst sind unseres Glückes Schmied,
verantwortlich für unseren inneren Frieden.
Geben wir anderen die Schuld und die Verantwortung für
etwas, dann geben wir ihnen auch die Kontrolle über unser
Leben!
Erst wenn wir uns an der eigenen Nase ziehen, werden wir
für Veränderung bereit.
Wir entscheiden, welche Einstellung in einer Situation haben.
Die beste Möglichkeit um Liebe, Freundschaft und Empathie
zu bekommen, ist es Liebe, Freundschaft und Empathie zu
geben.
Lächle! Hilf! Hör zu und gib und du wirst dasselbe auch
zurückbekommen."
Primäre Triebfedern sind:
Schmerz vermeiden und Glück/Freude empfinden.
3. Was ist zu tun?
Ich bin dankbar.
Ich bin mit Gott verbunden
Ich nehme mir Zeit für mich.
Ich akzeptiere meine Situation.
Ich nehme das IST an.
Ich lasse Andere sie selbst sein.
Ich bin authentisch.
Ich nehme mich so an, wie ich bin.
Ich höre auf zu kämpfen.
Ich schließe Frieden mit meiner Vergangenheit.
Ich vergebe mir und Anderen.
Ich bin im Hier und Jetzt.
Ich sage Nein, wenn ich etwas nicht möchte.
Ich setze Grenzen.
Ich tue, was sich für mich richtig anfühlt.
Ich lasse meine Gefühle zu.
Ich sage, was ich fühle und denke.
Ich höre auf, mich zu bekämpfen.
Ich sage JA zu mir!
Gott liebt mich!
Ich bin geliebt, weil ich bin!
Fürbittgebet
Barmherziger Vater im Himmel,
wir bauen auf dich, weil du uns immer wieder
von deiner Treue und Güte überzeugst!
Und was du uns an Gutem gibst,
erbitten wir auch für andere.
Unfriede bewirkt Unzufriedenheit
und Undankbarkeit bewirkt Verbitterung,
Enttäuschung, Kampf und Verkrampfung,
bewirkt übermäßige Bezug auf uns selbst,
bewirkt Entfernen von dir!
Dadurch vergessen wir dich schnell.
Dabei geraten wir ins gottlose Chaos
und in menschliche Abgründe.
Wir wollen uns von anderen
Zuwendung oder Anerkennung erzwingen,
mangelnde Liebe ertrotzen
und unser Wollen bei ihnen durchsetzen.
Doch damit säen wir immer mehr Unfrieden
und geraten immer tiefer in den Sog des Bösen.
Du Vater, kannst das wenden.
Mit deiner Hilfe können wir unseren Blickwinkel verändern
und über unser fleischliches Denken und Fühlen und Wollen
hinauswachsen,
denn deine Liebe bewirkt Vertrauen in dich,
denn deine Liebe schenkt uns den Geist der Erkenntnis.
Herr, deine Liebe bewirkt tiefen Frieden in uns.
Diesen Frieden finden wir immer wieder
in der Besinnung auf dich.
Aus der festen Verbindung mit dir, erwächst reine Freude.
Dein Erhören von Gebeten und dein Geben,
löst große Dankbarkeit aus,
auch Geduld mit uns selbst und mit anderen.
Vater im Himmel,
weil alle Menschen dich brauchen,
um sich selbst zu erkennen,
um ihren hohen Wert für dich zu schätzen und
um ihre eigene Bestimmung zu finden,
bitten wir für andere,
für die Sich sorgenden,
für die Unruhigen,
für die Unzufriedenen,
für die Zweifelnden,
für die sich Quälenden,
für die Verbitterten,
für die Verzweifelten,
für die Verlorenen.
Und auch,
für die Hoffenden,
für die Suchenden,
für die Fragenden,
und für uns selbst:
Gebe uns deinen Frieden!
Einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann.
Bewahre uns davor, im Glauben erschüttert zu werden
und davor, uns entmutigen zu lassen.
Herr, erbarme dich unser!
Amen.
Ergänzendes Gedicht
Innerer Frieden (Joh 14, 27)
Herr,
die Verbundenheit mit dir,
ist mir Lebenselixier.
Im stillen Kämmerlein,
dir ganz hingegeben,
kehrt Ruhe, Frieden ein,
erwacht neues Leben.
Dein gnädiges Geben
schenkt Freude und Segen.
Abgeklärt wird erhellt,
was mir und dir gefällt.
Mit deiner neuen Kraft
ist es wieder geschafft
so ganz in dir zu ruhn,
deinen Willen zu tun.
Amen.
Meint es Gott wirklich gut mit mir? Ja! (Ps 73,1)
Leitvers
Gott ist gut zu allen, die ein reines Herz haben.
Das kann niemand bestreiten! (Ps 73,1; HfA)
Anfangsgebet
Barmherziger Vater im Himmel,
wir kennen dich nun schon viele Jahre
und in vielen Lebenssituationen hast du gezeigt,
dass du es gut mit uns meinst, unsere Gebete hörst
und manche davon auch erfüllst.
Aber oft gabst du uns nicht, was wir konkret erbeten hatten,
sondern wir bekamen etwas Anderes.
Nun, es hat uns nicht geschadet,
aber es hat uns auf eine andere Spur gebracht.
Wie können wir erkennen, ob etwas tatsächlich von dir kommt?
Woran bemerken wir, ob das Erhaltene uns nicht schaden wird?
Es könnte doch sein, dass Satan dir und uns dazwischenfunkt.
Sollten wir das Gegebene immer an deinem Wort und Wollen prüfen?
Können wir auch andere fragen, was sie uns raten?
Barmherziger Gott, du Schöpfer und Heiler,
du, unser gütiger Vater und Fürsorger,
du, unser erhabener Herr und Heiland,
du, unser Erretter und Erlöser aus Finsternis und Not.
Du bist Licht und Liebe, Wahrheit und Gerechtigkeit, Gnade und Beistand.
Öffne unsere Herzen und Ohren,
verbinde uns mit dir im Geist der Liebe,
die uns Maß und Orientierung und Zuversicht gibt.
Lehre uns durch dein Wort,
wer du bist, wie du bist und auch, dass du immer für uns bist.
Zeige uns, dass du es immer gut mit uns meinst
und in deiner Liebe auch gar nicht anders kannst.
Leider erkennen wir das oft genug nicht und werden unsicher,
weil wir keinen Überblick und keinen Durchblick haben,
weil wir ein schlechtes oder getrübtes Gedächtnis haben,
weil wir dich oft genug nicht verstehen oder
weil wir uns deiner nicht sicher sind.
Dein Geist möge uns erhellen,
damit wir immer wieder deine Treue und Liebe erkennen!
Das bitten wir im Namen Jesu, unseres Herrn.
Amen.
Fürbittgebet
Herr, du wohlmeinender Gott, du liebender Vater im Himmel,
Es ist schön und gut und bewegend und beruhigend,
dass dir jedes einzelne deiner vielen Kinder wichtig ist
und dass du jedes liebst und durch deinen Geist leitest.
Weil wir deine unendliche Gnade genießen und dich lieben
und deine Größe und Erhabenheit anerkennen,
bitten wir für die, die dich noch nicht kennen und lieben:
Zeige deine Gnade denen, die noch an dir zweifeln.
Mache sie alle zu deinen geliebten Kindern.
Barmherziger Herr,
besänftige die Ängstlichen,
ermutige die Unsicheren,
heile die Gebrechlichen,
verarzte die Geschundenen,
sei Gemeinschaft den Einsamen.
Stille die Zornigen,
speise die Hungrigen,
erquicke die Darbenden,
suche die Verlorenen
und, liebe die noch Lieblosen.
Pflanze in sie deine Samen
von Freude und Frieden, von Treue und Geduld,
von Freundlichkeit und Güte,
von Nachsicht und Selbstbeherrschung,
auf dass sie gedeihen mögen in deiner Liebe.
Und Herr, schenke uns Vertrauen darein,
dass wir von dir vorbereitet wurden,
sie mit unseren Gaben zu unterstützen.
Lasse uns ihnen ein Beispiel dafür sein,
was deine Liebe vermag!
Amen.
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Eschborn, den 18.11.2017
Wie kann ich gestärkt aus Katastrophen gehen? (Mt 24,45-47)
Was ist eine Katastrophe?
Dass das Essen angebrannt ist? Dass das Knie schmerzt?
Dass man immer mehr vergisst? Dass man nicht weiterweiß?
Nein, das sind keine Katastrophen.
Eine Katastrophe ist normalerweise ein unerwartet eintretendes, verhängnisvolles
Geschehen, das viele Menschen gleichzeitig betrifft. Wenn sie uns selbst trifft,
empfinden wir das als katastrophal, als ein einschneidendes Erlebnis, als schlimm
und mit unheilvollen Folgen verbunden, als ein Ereignis mit entsetzlichen,
fürchterlichen und schrecklichen Auswirkungen. Manche sehen darin auch einen
bewussten Schicksalsschlag einer höheren Macht.
Katastrophen sind wie furchtbare Hurrikane in unserem Leben, in denen wir stark
gebeutelt werden, uns als ohnmächtig erkennen und unser Weiterleben als
aussichtslos sehen. Katastrophen sind Tiefpunkte, auf die wir gerne verzichten
würden.
Naturkatastrophen, wie verheerende Stürme, Erdbeben, Vulkanausbrüche,
Flutwellen oder Überschwemmung mit Verlust von Haus und Hof und Gefährdung
des eigenen Lebens habe ich, Gott sei Dank, noch nicht erlebt, aber doch schon so
manch andere, kleinere Katastrophen wie Unwetter oder Schwierigkeiten, die
ausweglos erschienen. Z.B.:
Es gibt wohl keine Erwachsenen, die nicht Ähnliches erlebt haben.
Aus meinen Katastrophenerfahrungen habe ich gelernt:
Es kommt nicht darauf an, welcher Katastrophe wir ausgesetzt sind, sondern viel
mehr darauf, wie wir uns darin verhalten und was wir aus ihr lernen.
Katastrophen sind schmerzhafte Wendemöglichkeiten. Sie sind markante
Wegkreuze, die zur Umkehr mahnen.
In meinem Leben habe ich vier Möglichkeiten zu deren Überwindung gefunden:
gefallen, in bejammerndes Selbstmitleid, in Ausweglosigkeit und Selbstaufgabe.
Das Leben mied mich. Das lasse ich nicht mehr zu! Das schadet nur!
mich damit nicht auseinander, lief davon und malte mir mein Leben schön. Weil sich
die Realität nicht änderte, lebte ich dauerhaft in einem eingebildeten, trügerischen
Luftschloss am Leben vorbei. Ich träumte von einer prächtigen Kutsche, die mich ins
Leben zurückbringen würde, die aber nie kam. Das lasse ich nicht mehr zu!
Vergangenheit ab. Ich stand wieder auf und begann neu. Immer wieder.
Doch diese drei Einsichten führten nicht dauerhaft zu Entlastung, Wohlbefinden und
innerem Frieden. Die Dritte, war noch die Beste.
Ich lernte: Wenn ich beim Neubeginn nur auf mich selbst baue, bin ich bald wieder in
Schwierigkeiten.
Das führt mich zur 4. Möglichkeit. Dazu ein persönliches Erlebnis:
Kurz vor meiner Umkehr zu Gott, in einer dieser schmerzlichen Lebenskatastrophen,
hatte ich eine kurze Vision, einen hellen Moment der Erkenntnis.
Ganz plötzlich erfasste ich meine üble Lage glasklar und sah meine traurige Zukunft.
Mir wurde deutlich, was ich zu verändert hatte, um nicht endgültig unterzugehen.
Geführt von einer unsichtbaren Kraft, handelte ich entschieden und entschlossen.
Diese unübliche Methode skizziere ich in 3 Punkten:
- Ich höre in mich, besinne und hinterfrage mich und meine Situation.
- Ich mache Inventur und bedenke, was mir geblieben ist.
- Ich ergründe, was mir innerlich fehlt und was mich glücklich machen würde.
- Ich unterstelle mich und mein Leben ganz Gott.
- Ich bete und durchstehe jede Situation mit Gottes Hilfe und Unterstützung.
- Mit Jesus überwinde ich alte Bindungen und Abhängigkeiten.
- Mit ihm stehe ich aus dem Elend auf und beginne neu. Angeleitet durch sein Wort,
geführt von seinem Geist, gehalten in seiner Liebe und ermutigt durch seine
Vergebung.
- Demütig suche ich das Wollen Gottes und richte ich mich danach.
- Ich freue mich über mein neues Leben und bin dankbar für jede neue Chance.
- Ich lasse mich im Denken, Fühlen, Verhalten und Tun von Jesus erneuern, um
Gott mit meinen Gaben liebevoll dienen zu können.
Bei dieser 4. Möglichkeit habe ich durch Gottvertrauen in allen Nöten einen festen
Halt gefunden und habe gelernt, all das an Gott abzugeben, was mich überfordert.
In den Tiefen hatte ich mir gewünscht, mein Leben möge doch nur aus Höhen
bestehen. Aber: Jedes Leben beinhaltet Beides. Das muss so sein, denn:
Gott sei Dank für diese Weisheit, für seine Gnade, für jede prüfende Fügung
und für sein lehrendes und erhellendes Wort in der Bibel.
In Mt 24,45-47 gibt Jesus uns in einem Beispiel einen Hinweis, wie wir gestärkt aus
Katastrophen gehen werden:
Woran erkennt man denn einen treuen und klugen Diener? Angenommen, ein Herr
hat einem seiner Diener die Verantwortung übertragen, der ganzen Dienerschaft
(Gemeinde) zur gegebenen Zeit das Essen (seine Worte) auszuteilen.
Wenn nun sein Herr kommt und ihn bei der Arbeit findet – wie glücklich ist da der
Diener zu preisen! Ich sage euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für seinen
ganzen Besitz übertragen.
Anfangsgebet
Barmherziger Vater und Schöpfer,
wir fürchten uns vor Katastrophen,
die unser Leben gefährden und die die Lebensfreude trüben,
die uns verunsichern und uns aus dem Gleichgewicht bringen,
die uns die Hoffnung rauben und an dir zweifeln lassen.
Und Herr, ich habe die leise Ahnung, dass du gerade das bezweckst,
damit wir geläutert und gestärkt aus ihnen hervorgehen,
mit deiner Unterstützung.
Herr, in allem brauchen wir dich,
deine Liebe und Führung,
deine Hilfe und Unterstützung,
deine Vergebung und deine Kraft,
deinen Segen.
Herr, du tust uns kund den Weg zum Leben
mit deinem Wort und deinem Sohn.
Erinnre uns immer wieder daran!
In den Psalmen lesen wir:
Vor dir ist Freude die Fülle
und Wonne zu deiner Rechten ewiglich. (Ps 16,11)
Das gefällt uns und darauf hoffen wir.
Fülle uns frühe mit deiner Gnade,
so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. (Ps 90,14)
Herr,
gebe uns auch in Katastrophen in dir Halt
und lasse uns erkennen, wozu sie dienen können,
z.B. ob unsere Treue und unser Vertrauen in dich, echt sind.
Herr, segne unser Bitten.
Amen.
Fürbittgebet
Barmherziger Jesus,
wir wünschen uns ein Leben in Glück und Fülle,
ein erfülltes und zufriedenes Leben,
und vergessen dabei,
dass es im Leben keine Freiheit von Leid gibt,
dass Freude und Leid zusammengehören.
Herr, helfe uns,
im Einklang mit unserem Gewissen zu leben,
im Einklang mit deinem Wort zu leben
und damit auch mit dir, unserem himmlischen Vater.
Sei du der gute Hirte für alle,
die in ihren Katastrophen blind sind,
nicht mehr ein und aus wissen,
Orientierung und Führung suchen
und ohne Hilfe untergehen würden.
Wir bauen auf dein Erbarmen und deine Liebe.
Wir vertrauen auf dein Eingreifen.
Wir hoffen auf Rettung aus unseren Nöten.
Deine Liebe umhülle uns.
Deine Güte und Gnade stärke uns.
Deine Geduld und Treu ermutige uns.
Dein Geist leite uns.
Herr,
führe uns zurück zu Freude und Frieden.
Lehre uns, in allem auf dich zu schauen,
uns nie von dir abzuwenden,
immer auf deine Worte zu hören.
Helfe uns,
anderen in ihren Katastrophenliebevoll beizustehen
damit auch sie deinen Frieden finden.
Amen.
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Stelle dich deiner Angst (1.Joh 4,18)
Leitvers:
1.Joh 4,18: Wo die Liebe regiert, hat die Angst keinen Platz;
´Gottes` vollkommene Liebe vertreibt jede Angst.
Einstieg
Ein Vater rennt aus Liebe in ein brennendes Haus, um sein Kind zu retten!
Ein gutes Mittel gegen Angst ist auch Humor. Wer lacht, verlacht die Angst!
Humorvolle Beispiele:
dass sie sich von dir trennt.
voll auf Panik!
Anfangsgebet
Barmherziger Herr und Gott,
immer wieder leben wir zu sehr in der Vergangenheit,
haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig,
die Gegenwart zu genießen.
Immer wieder ängstigen wir uns,
es graust uns vor Unbekanntem oder Neuem,
wir befürchten Schwierigkeiten,
sind bange, ob wir sie bewältigen,
grämen uns, wenn etwas schiefgeht,
haben Bammel vor Überforderung oder Hilflosigkeit.
Wir sorgen uns um unsere Gesundheit und unser Wohlergehen
und verfallen dabei leicht in Kummer und Niedergeschlagenheit.
Wir lassen Angst zu und uns von ihr knebeln.
Weshalb kann die Angst so stark in uns werden?
Uns fehlt der Glaube an deine Allmacht und Möglichkeiten.
Uns fehlt das Vertrauen in deine Liebe, Güte, Weisheit und Gnade.
Uns fehlt die Hoffnung, dass du alles zum Guten wenden wirst.
Uns fehlt die Gewissheit, dass du in jeder Situation unser Beschützer und Hirte bist.
Uns fehlt die Zuversicht, dass du immer da bist und uns weiterhilfst.
Herr, lasse uns in allem deine Liebe erkennen,
die uns immer trägt und hält und umsorgt,
die ermutigt, kräftigt und besonnen macht,
die Verzagtheit überwindet,
die Furcht vertreibt,
die Angst überflüssig macht,
die uns erfreut, ermutigt, bestätigt und stärkt,
die uns befähigt, andere zu lieben und nicht nur über uns nachzudenken.
für die wir dir überaus dankbar sind.
Herr, öffne unsere Herzen und Ohren für dich.
Erbarme dich unser!
Amen.
Fürbittgebet
Du gnädiger und weiser Gott,
du allmächtiger Herrscher im Himmel und auf Erden.
Wir danken dir, dass du uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben hast,
sondern deinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Leider vergessen wir das immer wieder und deswegen bitten wir:
Mache deinen Geist der Liebe in uns stark
und überwinde damit unsere Sorgen und Ängste.
Weil wir darauf bauen, bleiben wir stets an dir.
Auch ist uns oft nicht bewusst,
dass du allmächtig bist und dass für dich nichts unmöglich ist
und auch nicht, dass unser Bitten dir Hilfe und Güte ermöglichen.
Deine immerwährende Gnade möge uns zeigen,
dass du Gebete erhörst,
dass unser Kleingeist unbegründet ist,
dass du alles zum Guten veränderst.
Und Herr, oft genug wähnen wir uns klug und weise und erhaben.
Wir vergessen allzu schnell unsere Begrenztheit und Kurzsichtigkeit.
Herr, weite unsere Herzen und unser Schauen,
richte unseren Blick immer wieder auf dich,
unseren geliebten Vater im Himmel
und auf deinen Sohn, unseren Herrn, Jesus Christus.
Schenke uns Freude an deiner Gegenwart und Führung.
Schenke uns Dankbarkeit für dein Fügen und Wirken.
Schenke uns Zuversicht in schweren Zeiten,
im Zweifeln und Verzagen, in Ängsten und Nöten,
in Niederlagen und in Hoffnungslosigkeit.
Im Namen Jesu, bitten wir
für Vorsichtige, Ängstliche, Zaghafte und Sorgenvolle
und auch für uns selbst:
Ermutige und kräftige uns - in dir!
Gebe uns Sicherheit und Geborgenheit im Glauben.
Nähre unsere Hoffnung auf dein Helfen und Bewirken.
Lasse in uns Zuversicht in deine Treu wachsen
und trage uns durch Schwierigkeiten.
Deine Liebe möge uns umfangen und erfreuen.
Dein Segen möge uns festigen. Dein Friede werde in uns.
Herr, wir loben und preisen und ehren dich.
Danke für das, was du schon in unserem Leben bewirkt hast.
Und danke auch für dafür, dass du uns auch zukünftig segnest.
Mögest du dich über uns freuen und freundlich zu uns sein.
Du vergibst aus Liebe und bist mit jauchzen fröhlich über uns,
über das, was mit dir aus uns geworden ist und wird!
Großer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Ehre!
Amen.
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Eschborn, den 16.09.2017
Wie vereinfacht Gott unser Leben? (2. Mo 20,1-17)
Input
Mein Leben war kompliziert, weil ich keine Ahnung hatte,
- wie ich es am besten meistere,
- wer ich bin und wohin ich gehöre,
- was wichtig und was unwichtig ist,
- wer oder was mir verlässliche Orientierung gibt,
- wie andere auf mein Wollen reagieren,
- was gut oder schlecht ist, für mich und gleichzeitig auch für andere.
Wie vereinfacht Gott unser Leben?
Menschen werden in eine weite, komplizierte und unübersichtliche Welt geboren,
in der das Leben vielfältig verknüpft ist. Ohne Führung, Anleitung und Orientierung,
sind sie hoffnungslos überfordert.
Im suchenden Ausprobieren erkunden wir das Unbekannte. Dabei haben wir Erfolge
oder Misserfolge. Dabei sammeln wir Lebenserfahrung und lernen, uns zu behaupten
und einzufügen. So werden wir zu einem mitgestaltenden Teil im Lebensgefüge.
Dies, obwohl wir längst nicht auf alle Lebenssituationen vorbereitet sind.
Dies, obwohl wir kaum Wissen über deren Wirkzusammenhänge haben.
Dies, obwohl wir uns unserer Begrenzung und Unzulänglichkeit oft nicht bewusst sind.
Wir sind ganz auf uns gestellt,
Dazu kommt, dass all unser Erleben in unserem Gehirn gespeichert ist und es von dort
aus unsere Lebenseinstellung, unser Denken, Verhalten und Tun sowie unsere
Entscheidungen beeinflusst. Die guten und schönen und erfreulichen Erinnerungen
stärken uns, die schlechten aber, schwächen, belasten und vergiften uns und
erzeugen eine lieblose Sichtweise.
Übermut oder Niedergeschlagenheit lassen uns Fehler machen und die machen alles
noch schlimmer.
Ein weiteres Dilemma ist: Wir sind eigenständige Individuen und brauchen trotzdem
Gemeinschaft. Wir wollen und sollen uns individuell entfalten und müssen trotzdem
auf andere Rücksicht nehmen.
Das passt oft nicht leicht zusammen. Es funktioniert nur mit Einfühlungsvermögen,
Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. Die aber mögen wir nicht besonders.
Daraus entsteht Ärger. Deswegen brauchen wir wenige ordnende Regeln und
anleitende Gebote, die einfach genug sind, dass wir sie nicht wieder vergessen.
Was erschwert unser Leben noch? Gefühle verwirren, Halbwissen führt in die Irre,
Arbeitsverdichtung führt zu Überforderung, Verlockungen führen zu Abhängigkeiten.
Dann reagieren wir mit verunsichernden Ängsten oder mit kompensierendem
Hochmut, mit Rückzug oder Angriff, mit Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit oder mit
Aufmerksamkeit und Gründlichkeit. Wir fühlen uns verlassen. Das ist auf Dauer
anstrengend.
In dieser Situation brauchen wir Hilfe von außen: Erkenntnis über uns selbst,
Lebenserfahrungen von anderen, erweiterndes Wissen, wohltuende Erneuerung des
Geistes sowie eine vereinfachende und klärende Sichtweise für eine dauerhafte Entlastung.
Wir brauchen Gott und Führung durch Jesus Christus.
Wie vereinfacht Gott unser Leben?
Dadurch, dass wir in eine immer festere Verbindung mit Jesus kommen und er unser
Mittelpunkt wird. Wir erleben immer wieder:
Wenn jemand zum Glauben kommt und kontinuierlich in der Bibel liest, sortieren sich
innerhalb weniger Jahre seine Ansichten über das Leben.
Das Verhältnis zu den Mitmenschen wird verbessert.
Die Unterscheidung zwischen Recht und Unrecht wird immer stärker.
Man erkennt, dass moralische Zügel wie Rücksichtnahme, Selbstbeherrschung und
Verzicht, sich vorteilhaft auf die eigene Persönlichkeit und das Leben auswirken.
Betrachten wir uns ein Rad:
Die treibende Kraft kommt von der Nabe, also von der Mitte her. Jesus Christus wird
dieser Mittelpunkt, wenn wir ihn näher kennenlernen und von ihm lernen. Von ihm
geht dann alle Kraft aus.
Für das Glaubensleben sind vier Radspeichen entscheidend:
Das Bibellesen, das Gebet, die Glaubensgemeinschaft und
das offene und dankbare Bezeugen des Glaubens.
Je mehr Christus zum Mittelpunkt des Lebens wird, desto fröhlicher und lebendiger
wird die Beziehung zu Gott und desto ansteckender wird der bezeugte Glaube für
die Umgebung.
Menschen, die sich von Gottes Wort leiten lassen, treffen sinnvolle Entscheidungen.
In der Bibel steht in Jesaja 48,17:
So spricht der HERR, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der HERR, dein Gott,
der dich lehrt zu deinem Nutzen, der dich leitet auf dem Weg, den du gehen sollst.
Und im Ps 32,8 heißt es:
Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich
beraten und immer meinen Blick auf dich richten.
Dazu gehört dann natürlich auch, dass wir den Weisungen und den Aussagen seines
Wortes gehorsam snd. Denn, so sagt Ps 19,8-12:
„Die Vorschriften des Herrn sind vollkommen, zuverlässig, richtig, lauter, wahrhaftig
und gerecht. In ihrer Befolgung liegt großer Lohn.“
Wenn wir uns jedoch seinen Führungen und Weisungen verweigern, wird das zum
Nachteil für uns sein.
Wie liebt man Jesus/Gott?
Jesus sagt: „Wer meine Gebote kennt und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber
mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich
selbst ihm offenbaren“ (Johannes 14,21).
Kinder zeigen Eltern ihre Liebe durch deutliche Zuneigung und Anhänglichkeit, auch
durch Vertrauen, Ehrlichkeit, Gehorsam und Freude.
Nicht anders ist es im Verhältnis zwischen Mensch und Jesus bzw. Gott.
Wir brauchen Jesus, weil wir unvollkommen, sündig und orientierungslos sind.
Wir brauchen ihn als Vorbild und Lehrer.
Ihm vertrauen wir, dass er es gut mit uns meint und gute Wege für unser Leben hat.
Ihm liefern wir uns vertrauensvoll aus, gerade weil wir davon profitieren.
Wenn wir in einer innigen Beziehung mit Gott/Jesus leben, ist völlig klar, dass wir ihn
nicht enttäuschen oder irgendwie kränken wollen. Dann ist er uns wichtig und wertvoll.
Dann möchten wir ihm gefallen, ihm eine Freude machen und diese Beziehung auf
keinen Fall irgendwie belasten oder gar zerstören. Darum tun wir ganz
selbstverständlich das, was er sich wünscht, was er für richtig und gut hält, eben das,
was er uns in sein biblisches Wort rät.
Schließlich wollen wir ja Jesus, wie Kinder ihren Eltern, immer ähnlicher werden,
immer liebvoller und selbstloser.
Wir handeln aus Liebe, weil wir dankbar sind für erhaltene Liebe, Güte, Vergebung
und Versöhnung. Wir geben sie weiter. Damit tun wir Gutes. Auch das macht das
Leben leichter.
Wie vereinfacht Gott unser Leben?
Durch Beratung, Führung, Hilfe, Bewirken und Tun.
Wie macht Gott das? Dazu 3 Aspekte
1. Durch sein Wort in der Bibel.
Sie ist ein Buch voller Lebenserfahrungen mit Gott, ein Bericht über Gottes Wirken um
uns herum und in uns. Gottes Wort hält uns einen vor Spiegel, stellt uns in Frage oder
bestätigt uns. Es ermöglicht Selbsterkenntnis. Es lehrt uns Gottes Sichtweise.
In Kurzform sagt die Bibel: Auf dich gestellt, bist du unvollkommen. In Verbindung mit
Gott jedoch wirst du vervollkommnet und gesegnet. Gott ergänzt, was dir noch fehlt.
Du wirst erneuert im Geist, ausgerichtet auf neue Ziele, Werte und Eigenschaften,
verändert im Denken, Fühlen, Verhalten und Handeln. Durch Gott erhält dein Leben
Sinn.
In Ps 119, 105 heißt es: Das Wort Gottes ist eine Leuchte für mein Leben,
es gibt mir Licht für jeden nächsten Schritt.
2. Durch Jesus Christus, unseren Retter
Wir werden Vollkommen gemacht
mit ihm in ein neues Leben,
Joh 6,63 Der Geist ist's, der lebendig macht. Er macht munter, lebhaft, lebensfroh
und mutig.
Joh 14,26 Der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der
wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
3. Glaube und Gottvertrauen
Glaube und Gottvertrauen, können sich nur dann entwickeln, wenn der Mensch Gott
als höchste, weise Autorität anerkennt und nicht mehr aus sich selbst heraus lebt.
Das erfordert Umkehr, Abkehr von seiner Selbstherrlichkeit. Dann wird Gott unser
Vertrauen bestätigen.
Kehrt also um und wendet euch ihm, dem Herrn, zu, damit er die Schuld auslöscht,
die ihr durch eure Verfehlungen auf euch geladen habt. (Apg 3,19)
Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und
Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn. (Phil 4,6)
Denn der Herr wendet sich denen zu, die seinen Willen befolgen, und hat ein offenes
Ohr für ihre Bitten; doch wo jemand Böses tut, wendet er sich gegen ihn.(1.Petr 3,12)
Durch Gottes bestätigendes Wirken und unser freudiges Danken, wird unser Glaube
nach und nach immer fester und unser Gottvertrauen immer größer.
Dazwischen: Liedmelodie von Lied: 640 - Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen
Gottes Gebote und Lebensregeln sollen uns führen.
Welche sind das?
- Zunächst natürlich die Bibel als Gesamtwerk.
- Dann, die 10 Gebote (2. Mo 20, 1-17)
- Dann, verkürzt und vereinfacht das doppelte Liebesgebot
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer
Hingabe, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand!“
Und: „Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst!“ (Lk 10, 27)
- Dann, umfangreicher und als Lebensregeln formuliert, das Buch Sirach in den
Apokryphen. Es ist ein Lehrbuch für junge Erwachsene.
- Zuletzt, die Lebensweisheiten im Buch der Sprüche.
Daraus will ich einige Aussagen nennen (HfA):
Durch die Sprüche soll der Mensch Weisheit und Selbstbeherrschung lernen,
um gute Ratschläge verstehen zu können.
Sie helfen dabei, Zurechtweisung anzunehmen und sie einsichtig im Leben
umzusetzen und zu tun, was gerecht, recht und aufrichtig ist.
Die Sprüche machen die Unerfahrenen klüger und schenken dem, der noch jung
ist, Erkenntnis und Besonnenheit.
Die Ehrfurcht vor dem Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Nur Narren verachten
Weisheit und Selbstbeherrschung.
An dieser Weisheit können wir uns messen!
Sie stellt uns in Frage und hält uns einen Spiegel vor!
Aus ihr können wir lernen. Sie verändert uns und vereinfacht das Leben.
Zum Abschluss:
Unser neues Gottvertrauen und unser neues Selbstverständnis vereinfachen unser
Leben. Dazu 10 Aussagen:
Ja, Gottes Worte und Jesu Beispiel vereinfachen unser Leben. Sie lösen die
verzwickte Komplexität auf, machen Undurchsichtiges transparent und reduzieren
unseren Kraftaufwand und Sie lehren uns, was wirklich wichtig ist, damit wir uns nicht
mehr im Nebensächlichen verlieren. Wer Gott findet, findet das Leben!
Ich bin froh, dass ich die Lebensregeln Gottes kennenlernen durfte.
Sie haben mein Leben ungemein geordnet und vereinfacht und das, wünsche ich
allen.
Ich fasse zusammen:
Wie vereinfacht Gott unser Leben?
Indem wir ihn lieben und seine wenigen Gebote beherzigen.
Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen!
Amen
Weitere Zitate aus dem Buch der Sprüche:
20,27 Der HERR gab dem Menschen den Verstand, um seine innersten Gedanken
und Gefühle zu durchleuchten.
3,26 Der HERR selbst ist der Grund für deine Zuversicht; er lässt dich nicht in eine
Falle laufen.
10,3 Der HERR lässt niemanden Hunger leiden, der zu ihm gehört. Doch wer von ihm
nichts wissen will, dessen Gier stillt er nicht.
11,23 Wer auf Gutes bedacht ist, wird Gutes bekommen; wer Böses im Sinn hat,
den trifft Gottes Zorn!
11,5 Wer sich nach Gottes Geboten richtet, dem ebnet sein Gehorsam den Weg;
aber einen Gottlosen bringt seine Sünde zu Fall.
10,24 Wer von Gott nichts wissen will, dem stößt das zu, was er am meisten fürchtet;
wer jedoch zu Gott gehört, bekommt, was er sich wünscht.
13,10 Wer überheblich ist, zettelt Streit an; der Kluge lässt sich etwas sagen.
14,9 Leichtfertige Menschen nehmen ihre Sünde nicht ernst; wer dagegen aufrichtig
ist, findet Gefallen bei Gott.
14,16 Der Kluge ist vorsichtig, um Unrecht zu vermeiden; ein Dummkopf braust schnell
auf und fühlt sich auch noch im Recht.
25,26 Ein guter Mensch, der sich von einem Gottlosen beeinflussen lässt, ist so
unbrauchbar wie eine trübe Quelle oder ein verschmutzter Brunnen.
21,4 Wer von Gott nichts wissen will, ist stolz und überheblich; bei allem, was er tut,
lädt er Schuld auf sich.
14,19 Der Böse wird sich vor dem Guten beugen, und der Gottlose muss sich
erniedrigen vor dem, der Gott gehorcht.
14,32 Wer sich von Gott lossagt, kommt durch seine eigene Bosheit um. Wer Gott
vertraut, ist selbst im Tod noch geborgen.
22,8 Wer Unrecht sät, wird Unglück ernten; mit der Unterdrückung seiner
Mitmenschen ist es dann vorbei!
21,7 Wer Gott missachtet und sich weigert, ihm zu gehorchen, ruiniert sich selbst
durch seine Bosheit und Gewalt.
3,34 Der Fluch des HERRN trifft alle, die ihn missachten; aber er segnet den, der ihm
gehorcht und rechtschaffen lebt.
15,11 Der HERR sieht hinab bis in den Abgrund des Totenreiches – erst recht
durchschaut er, was in den Herzen der Menschen vorgeht!
10,29 Der HERR beschützt alle, die auf dem rechten Weg bleiben; aber er stürzt den
ins Verderben, der Unrecht tut.
16,1-3 Der Mensch denkt über vieles nach und macht seine Pläne, das letzte Wort
aber hat der HERR. Es geschieht, was der HERR will. Der Mensch hält sein Handeln
für richtig, aber der HERR prüft seine Beweggründe. Vertraue dem HERRN deine
Pläne an, er wird dir Gelingen schenken.
13,13 Wer guten Rat in den Wind schlägt, muss dafür büßen; wer sich etwas sagen
lässt, wird belohnt.
18,21 Worte haben Macht: Sie können über Leben und Tod entscheiden. Wer sich
gerne reden hört, muss mit den Folgen leben.
20,9 Wer kann schon behaupten: »Ich bin frei von jeder Schuld und habe ein reines
Gewissen«?
8,33-35 Nehmt Belehrung an und weist sie nicht zurück, dann werdet ihr klug!
Glücklich ist, wer auf mich hört und jeden Tag erwartungsvoll vor meiner Tür steht!
Wer mich findet, der findet das Leben.
10,25 Wenn ein Sturm aufzieht, wird der Gottlose mit fortgerissen; aber wer Gottes
Willen tut, der steht auf festem Fundament.
13,20 Wenn du mit vernünftigen Menschen Umgang pflegst, wirst du selbst vernünftig.
Wenn du dich mit Dummköpfen einlässt, schadest du dir nur.
21,30 Die größte Weisheit, die tiefste Einsicht und die besten Pläne können nicht
bestehen, wenn sie gegen den HERRN gerichtet sind.
19,18 Erzieh deine Kinder mit Strenge/Konsequenz, denn so kannst du Hoffnung für
sie haben; lass sie nicht in ihr Verderben laufen!
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Glaube ich? (Hebr 11,1)
Anfangsgebet
Barmherziger Jesus,
heute stellst du uns die Kernfrage: Glaube ich? Glauben wir?
haben wir den Glauben, den du gibst und der uns mit dir fest verbindet.
Gerne würden wir dazu „Ja!“ sagen, doch nur du kennst die Wahrheit.
Wir bekennen: In unserem Glauben ist viel vermischt.
Wir glauben etwas zu wissen, wenn wir es nicht genau wissen.
Wir halten gefühlsmäßig etwas für glaubwürdig, doch Gefühle täuschen.
Wir glauben Menschen und fallen damit oft auf die Nase.
Wir hoffen und glauben, dass du uns zum Besseren veränderst.
Und:
Wir wollen verstehen, was wir glauben.
Dazu brauchen wir Beweise als Glaubensgrundlage.
Herr, es fällt uns schwer zu verstehen und zu glauben,
Wie können wir einen unsichtbaren Gott verstehen,
seine übergroße Liebe, Weisheit, Gnade, Güte, Barmherzigkeit und Treue,
seine Allmacht, Unendlichkeit, Unveränderlichkeit, Allgegenwart und Ewigkeit,
seine Souveränität, Heiligkeit, Dreieinigkeit, Allwissenheit und Gerechtigkeit?
Das ist unnormal. Das überragt unser Denken. Das überfordert uns.
Herr Jesus, du unser Vorbild und Lehrer:
Zeige uns die Liebe Gottes, damit wir überzeugt werden.
Erkläre uns seinen Willen, damit wir vertrauen.
Beschenke uns mit Heiligem Geist, damit wir erkennen.
Helfe uns, immer stärker in den richtigen Glauben hineinzuwachsen
und beweise dich durch dein Wirken an uns.
Mache du, unseren Glauben und unsere Verbindung mit dir,
treu, stark und fest, zuversichtlich und geduldig.
Herr, Jesus, wir wollen ja glauben. Helfe unserem Unglauben!
Beseitige unsere Zweifel an dir und deinem Wort,
an deiner Realität, an deiner selbstlosen Liebe und an deinem Wirken.
Helfe uns zu glauben, ja sicher zu sein,
dass du bist und lebst,
dass du Gottes Sohn bist,
dass dein Wort und Wirken wahr und heilend ist,
dass wir dir stets vorbehaltlos vertrauen
und immer treu zu dir stehen.
Amen.
Lied - Ich weiß woran ich glaube
Input
Als ich noch ein Babychrist war, las ich in Mt 17, 19-21 erstaunt:
Später, als die Jünger mit Jesus allein waren, fragten sie ihn:
»Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben?« -
»Wegen eures Kleinglaubens«, antwortete er. »Ich sage euch:
Selbst wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr
zu diesem Berg sagen: ›Rücke von hier nach dort!‹, und er wird dorthin
rücken. Nichts wird euch unmöglich sein.
Damals wünschte ich mir natürlich, dass mir nichts unmöglich wäre. Und ich betete:
‚Jesus, das hört sich ja gut an. Für den Anfang würde mir schon ein Glaube reichen,
der viel kleiner ist als ein Senfkorn. Darum bitte ich dich. Amen.
Später dann zeigte mir der Heilige Geist, dass es nicht um die Größe des Glaubens geht,
sondern nur darum, ob ich glaube, was ich glaube und wem ich glaube! Und darum,
ob mein Glaube, mein Gottvertrauen tief und fest in mir verankert ist und täglich
vertrauensvoll eingesetzt wird. Baue ich ganz auf Gott?
Und ich fragte ihn: Was verstehst du unter ‚Glaube‘? Ich möchte dich richtig verstehen.
Und er führte mich zu einer Bibelstelle:
Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft,
ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit (noch) unsichtbarer Dinge. (Hebr 11,1; NGÜ)
Und ich sage: Das ist mir zu theoretisch. Geht es auch verständlicher?
Ich lese nochmal und verstehe:
Glaube ist dein Vertrauen darauf, dass das, was du von Gott erhoffst, erfüllt wird.
Glaube ist gleichzeitig auch die Überzeugung, dass das, was du noch nicht sieht, existiert
und sich dir zeigen wird.
Hast du ein Beispiel dafür? In der Bibel sagt Jesus:
Ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg hier sagt: ›Heb dich empor und stürz dich ins
Meer!‹ und wenn er dabei in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er
sagt, geschieht, wird es eintreffen. (Mk 11,23)
‚Das soll funktionieren? Habe ich das richtig verstanden?
Wenn ich etwas will und dabei in meinem Herzen fest glaube, dass das, was ich will,
auch wirklich geschieht, dann wird es eintreffen?‘
‚Es wird nicht eintreffen, weil du es willst, sondern weil Gott darin deinen Glauben und dein
Gottvertrauen erkennt. Er erfüllt dir Bitten, damit dein Glaube fester und tiefer verankert
wird und deine Zuversicht in Gottes Gnade, Liebe und Güte immer weiter wächst.
Und, er erfüllt dir auch nur die Bitten, die gut für dich sind. Es geht nicht darum, was du
willst, sondern was er für dich will!
Er möchte, dass du sein Wirken immer wieder erkennst und dass ihr immer fester
miteinander verbunden werdet. Er möchte, dass du dir seiner Zuwendung, Liebe und
Gegenwart sicher wirst und du mutig bist, aus Gottvertrauen tust, was nach menschlichem
Ermessen eine Torheit ist. Höre auf deine Eingebungen und folge ihnen!‘
Das habe ich schon bemerkt.
Jesus gibt uns ja immer wieder Beispiele dafür:
Einmal, als er mitten auf dem See im Boot schlief, brach plötzlich ein gewaltiger Sturm los,
und das Boot drohte zu kentern. Die Jünger weckten ihn in ihrer Angst. Er aber ist
aufgestanden und befahl dem Wind und den tosenden Wellen, sich zu legen. Und sofort
hörte der Sturm auf und es wurde still.
In der letzten Woche tobte nachts ein fürchterlicher Sturm über dem Rhein-Main-Gebiet.
Der weckte mich. Er brauste wild und Hagelkörner donnerten aufs Dach und gegen die
Rollläden. Ich ging hoch ins Dachzimmer und als ich durch das große Fenster das Unwetter
sah, hatte ich die Eingebung, meine Hand zum Himmel zu erheben und zu beten. „Herr hilf!“.
Und, völlig überraschend, legte sich der Sturm sofort.
Ein Freund sagte mir danach spöttisch: Wenn du früher aufgewacht wärst, hätte sich der
Sturm wahrscheinlich noch nicht gelegt.
Ich glaube aber, dass Gott auch zur rechten Zeit handelt. Es ging ihm nicht nur darum, dass
sich der Sturm legt, sondern darum, dass ich lerne, immer wieder vertrauensvoll meine Hand
zu erheben und ihn in Furcht oder Not um Beistand zu bitten.
Ich bin dem Impuls gefolgt und habe etwas Verrücktes getan. Der Rest war Gottes Gnade.
Gleiches kenne ich auch von meinem Schreiben.
Im Geist erhalte ich Impulse, Gedanken, Sätze, die ich aufschreibe, ohne zu wissen wohin
sie führen und wozu sie gut sein werden. Und danach findet Gott Menschen, für die
die Texte gedacht sind.
Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob überhaupt jemand die Texte liest. Darauf habe
ich ja auch keinen Einfluss. Ich habe nur gehorsam weitergeschrieben und den Rest ihn überlassen.
Ich war mir sicher: Gott hat mir diese Texte gegeben und er wird auch Menschen finden, die sie lesen.
Und viele Jahre später zeigt er mir ‚zufällig‘, dass diese Texte im Internet über 1 Million Mal
angeklickt und gelesen wurden. Darüber konnte ich nur staunen. Und natürlich war ich froh und
glücklich, aber vor allen war ich dankbar für sein großartiges Fügen. Das macht demütig.
Wie kann ich da noch an Gott zweifeln?
Ich erkenne sein Wirken heute in allem.
Und ich habe erkannt,
dass Verstand und Glaube nicht zusammenpassen
und dass ‚glauben‘, nur wenig mir ‚verstehen‘ zu tun hat.
Wenn ich etwas verstehe, dann passt es gerade noch in mein kleines Denkgebäude.
Wenn ich jedoch etwas glaube, dann überragt das mein Denkvermögen weit.
Nur dadurch kann ich noch Unsichtbares bereits sehen und sehr Unwahrscheinliches für
möglich und wahrscheinlich halten. Gott hat mich auf das Unnormale und Übernatürliche
vorbereitet.
Glaube ermöglicht, dass das noch Unsichtbare real wird, zunächst in der Vorstellung und
dann im täglichen Leben. Gottvertrauen ermöglicht, dass das, was wir hoffen, sich auch erfüllt.
Glaube bewirkt, dass Gott und Jesus Christus und der Heilige Geist in uns lebendig und
leibhaftig sind und dass unser Verstand durch sie geweitet wird.
Gottvertrauen bewirkt, dass wir in allem auf Gottes Liebe und Führung und Weisheit bauen
und ihn machen lassen, was wir nicht können.
Wir dürfen seine Geschenke dankbar annehmen.
Amen!
Glaubensbekenntnis
Wir haben erkannt, dass ein verstandesmäßiges Glauben schwierig ist.
So zu glauben, funktioniert nicht.
Gott zeigt sich nicht im Donner oder im Sturm, sondern im säuselnden Wind des Vertrauens
und Empfindens. Er zeigt sich dem kindlichen Glauben und seinem blinden Vertrauen.
Er zeigt sich in dem, was er real bewirkt.
Unser Glaubensbekenntnis verlangt uns viel ab. Es ist eine Herausforderung.
Das stecken dicke Glaubensbrocken drin.
Wir sagen: „Ich glaube an…“. Aber tun wir das wirklich? Wissen wir, was wir da sagen?
Sind wir zutiefst davon überzeugt, dass all das stimmt, was wir darin bekennen?
Schalten wir doch vor Gott (und den Mitmenschen) unser kritisches Denken aus und
akzeptieren wir einfach was wir (noch) nicht verstehen.
Ja Herr,
Glaube hat hauptsächlich etwas mit Vertrauen und Gehorchen zu tun.
Damit, dass du vollbringst, was wir nicht können.
Damit, dass für dich nichts unmöglich ist.
Damit, dass wir dich anerkennen, dir gerne danken
und immer wieder die Verbindung zu dir suchen.
Fürbitte
Gnädiger Gott,
unser Bitten und Beten wäre sinnlos, wenn wir nicht glauben würden,
dass es dich wirklich gibt und dass du uns liebst
und Gebete in deiner Macht und Kraft und Stärke und Weisheit erfüllst.
Und so beten wir in festem Glauben:
Liebevoller Herr Jesus,
wir bauen auf deine Liebe und dein Wort,
wir haben dir unser Leben übergeben
und wir vertrauen uns dir an
in der Hoffnung, dass du uns hilfst.
So bitten wir für alle Menschen:
Vertiefe ihren Glauben.
Zeige dich ihnen in Freude und besonders in der Not.
Beweise dich ihnen im Alltag,
durch deine Weitsicht und Weisheit,
durch Einsicht in dein Wort
und durch Erkenntnis in deinem Geist.
Erweise ihnen die Ehre,
dich kennen und lieben zu dürfen,
dir nachzufolgen und dein Evangelium weiterzugeben.
Lasse uns alle deine Jünger sein.
Verbinde uns mit dir in festem Glauben,
in blindem Vertrauen, in treuer Dankbarkeit
und in tief verwurzelter Zuversicht.
Ganz besonders bitten wir für die, die dich noch nicht kennen.
Auch für die, die dich bisher abgelehnt haben.
Auch für die Unsicheren und Zweifelnden und Suchenden.
Auch für die Enttäuschten und Verbitterten und Hoffnungslosen.
Zeige auch ihnen deine Liebe und Barmherzigkeit.
Führe sie in Freude, Frieden und Verbundenheit mit dir.
Hole sie in deine himmlische Familie.
Wohne und wirke in ihnen.
Nehme ihnen jegliche Skepsis und Ablehnung
und öffne sie für dein Wort, für dich.
Mache uns alle zum Salz der Erde und zum Licht für die Welt.
Amen.
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Kann man heute noch vertrauen? (Ps 40,5)
Einstieg
Kann man der Werbung vertrauen?
Kann man Menschen vertrauen?
Seinen Nächsten?
Sagen sie die Wahrheit?
Tun sie das Rechte?
Haben sie vielleicht verborgene Absichten?
Sind im Umgang mit anderen, Vorsicht und Skepsis angebracht,
um nicht enttäuscht, verletzt, betrogen oder ausgenutzt zu werden?
Und, wem kann ich mich in Not anvertrauen?
Wen um Hilfe bitten?
Ich weiß, Vertrauen ist gut, aber Kontrolle und Schweigen ist
vielleicht doch besser.
Leitvers:
Ps 40,5: Glücklich zu preisen ist, wer sein Vertrauen
auf den Herrn setzt und nicht hört auf die Stolzen,
die vom richtigen Weg abweichen und nur allzu leicht
zum Lügen bereit sind.
Anfangsgebet
Weiser Vater im Himmel,
oft zweifeln wir an uns und wissen nicht, was ist richtig
und was falsch ist.
Wir begegnen anderen mit Vorsicht und Skepsis,
weil wir immer wieder enttäuscht wurden.
Wir misstrauen denen, die uns fremd sind,
denen, die wir nicht verstehen und denen,
die etwas von uns oder für uns wollen.
Und wir spüren eine Wand zwischen ihnen und uns,
die uns belastet, die uns isoliert,
die Freundlichkeit, Herzlichkeit und Gemeinschaft verhindert.
Das gefällt uns nicht. Misstrauen tut uns nicht gut.
Wie kommen wir da heraus?
Wie können wir uns ohne Ängste für andere öffnen?
Wie können wir vertrauen, ohne verletzt zu werden?
Wie sollen wir den Menschen begegnen?
Dir Vater, vertrauen wir, denn du liebst uns.
Du kennst uns. Du leitest uns.
Dir ist nichts fremd.
Dich haben wir über die Jahre kennen und lieben gelernt.
Du bist immer da und uns immer vertrauter geworden.
Dir vertrauen wir, denn du bist weise und gut.
Dir vertrauen wir an, was wir fühlen und denken,
auf was wir hoffen und wonach wir uns sehnen.
Wir vertrauen uns dir ganz an, von ganzem Herzen,
mit ganzer Hingabe und mit ganzem Verstand!
Wir bitten dich um Mut, Menschen zu dir Brücken zu bauen.
Möge dein Wille für auch für sie geschehen.
Denn in deiner Liebe sind wir geborgen.
Sie trägt uns durch schwere Zeiten.
Sie baut Enttäuschtes wieder auf.
Sie ermutigt zu neuem Vertrauen.
Sie ermöglicht Vergebung.
Sie gibt Stärke, Mut und Zuversicht.
Mit dir, können andere uns nicht wirklich schaden.
Mit dir erwächst in uns eine Liebe, die erkennt und versteht,
die Heilung und Segen und inneren Frieden gibt.
Darum bitten wir im Namen Jesu.
Amen.
Input
Kann man heute noch vertrauen?
Weltlich gesehen: Nein!
Sollte man also besser misstrauen? - Nein!
Damit würden wir uns selbst schaden.
Was denn dann?
Trotzdem vertrauen,
immer wieder neu Vertrauen wagen,
Menschen offen und ohne Vorbehalte begegnen
und sie wertschätzen.
Vertrauen ist eine verbindende Lebensgrundlage.
Auch wenn es immer wieder enttäuscht wird,
ist es doch die einzige Möglichkeit, andere und
anderes kennenzulernen und uns zu ergänzen
und zu weiten!
Vertrauen öffnet Türen.
Unsere eigne und die der anderen.
Nur bei geöffneter Tür können wir aus uns herausgehen
und den wahren, echten Kern zeigen
und auch andere zu uns einlassen.
Nur durch eine geöffnete Tür können wir andere besuchen,
sie kennen lernen und mit ihnen vertraut werden.
Vertrauen ist eine Form der Liebe.
Es baut Brücken und die Liebe überwindet Hindernisse.
Vertrauen ist Zuwendung und Austausch.
Wer liebt, hat keine Vorbehalte, kennt kein trennendes
Misstrauen. Wer liebt, vertraut, lässt zu, nimmt an und gibt.
Nur im Vertrauen wächst und gedeiht Beziehung und
Gemeinschaft. Jemandem zu vertrauen, das ist Stärke,
Mut und Souveränität.
Vertrauen ist definiert als Zuversicht,
dass man sich auf jemanden oder auf etwas verlassen kann.
Vertrauenswürdig ist,
wer sich das Vertrauen verdient hat,
wer würdig ist, dass wir ihm vertrauen.
Vertrauenswürdig ist,
wen wir für aufrichtig, glaubwürdig, rechtschaffen oder
zuverlässig halten.
Vertrauenswürdig ist jeder,
auf den wir zählen und bauen können.
Das Wort „trauen“
gehört zu der Wortgruppe um „treu“ = „stark“, „fest“.
Wem wir etwas Zutrauen, den halten wir für stark,
an dem halten wir gerne fest,
von dem glauben wir, dass sein Tun gut ist
und es ihm gelingen wird.
Wer vertraut, ist stark und wagt.
Wer nicht vertraut, ist unsicher und schwach.
Jemandem Vertrauen schenken, ist immer auch Zutrauen,
Zuneigung und Anerkennung. Es wird meist mit Dank und
Gegenvertrauen beantwortet und Verbindung entsteht.
Dennoch ist Vertrauen immer ein Wagnis,
denn es könnte auch missbraucht werden.
Wer vertraut, macht sich verletzlich.
Er gibt einen Vertrauensvorschuss.
Er riskiert Beschädigung, hofft aber auf Mitmenschlichkeit,
Anstand und Unterstützung.
Er baut darauf, dass der andere seine Schwäche
nicht zum eigenen Vorteil ausnutzt.
Er traut ihm zu und ermöglicht ihm,
liebevoll und rücksichtsvoll zu sein.
Somit ist Vertrauen aufbauend, fördernd, stärkend und
anerkennend und verbindend.
Und das, ist beruhigend und heilend.
Das Gegenteil von Vertrauen ist also Misstrauen.
Ein bisschen Vertrauen gibt es nicht.
Eine Einschränkung zeigt grundsätzliches Misstrauen.
Aspekte des Vertrauens sind: Urvertrauen, Selbstvertrauen,
Vertrauen zum Nächsten und Gottvertrauen.
Auf die will ich jetzt unter weltlichen Aspekten eingehen.
Urvertrauen
Urvertrauen wächst in der frühen Kindheit, in der Kinder auf
Versorgung, Hilfe, Verständnis, Zuwendung und Führung
angewiesen sind.
Werden ihre Bedürfnisse zuverlässig erfüllt, wird ihnen Liebe,
Aufmerksamkeit, Zuwendung, Fürsorge und Sicherheit verlässlich
gegeben, dann wachsen sie in der Zuversicht auf, dass ihnen Hilfe
immer nahe ist, dass sie nichts zu befürchten haben, dass sie ihre
eigenen Fähigkeiten vorhanden sind.
Ist diese ständige, verlässliche Liebe, Fürsorge, Zuwendung und
Sicherheit für sie nicht vorhanden, dann werden sie geprägt von
Angst, Unsicherheit und Misstrauen, die ihr Denken, Fühlen,
Reden, Handeln und Verhalten lebenslang bestimmen, wenn er
nichts dagegen tut.
Selbstvertrauen
Ein gesundes Selbstvertrauen, also das Vertrauen in die eigenen
Kräfte und Fähigkeiten erwächst aus erfolgreichem Tun, verbunden
mit Ermutigungen, Bestärkungen und häufigem Loben. Auch hier
wird die Grundlage dafür in der Kindheit gelegt.
Mangel an Selbstvertrauen entsteht durch häufigen Misserfolg
oder durch ständiges Kritisieren. Auch durch schlechtes Vorbild
oder durch Überängstlichkeit von Eltern, die ihr Kind abwerten
und einengen oder ihm nichts zutrauen. Es entsteht durch
schlechte Erfahrungen oder durch fehlende Zuwendung und
positive Bestätigung. Auch durch Gleichgültigkeit oder Zeitmangel
oder Überforderung oder Lieblosigkeit von Bezugspersonen.
Kinder brauchen Anregung und Bewährung. Was sie sich zutrauen
oder was ihre Eltern ihnen zutrauen, dürfen sie ausprobieren.
Mit evtl. leichter Einhilfe wird es dann immer gelingen und der
Mut nimmt zu.
Vertrauen zum Nächsten
Dazu eine Geschichte:
Ein berühmter Hochseilakrobat, spannte ein Seil über eine
tiefe Schlucht. Viele Zuschauer waren zugegen.
Der Höhepunkt der Vorführung sollte der Transport
eines Zuschauers in einer Schubkarre über das Seil
hin und zurück sein.
Wenn der Kopf eingeschaltet wird,
wenn Risiken abgewogen werden,
wenn Ängste aufkommen und sich ausbreiten,
dann bricht schwaches Vertrauen schnell zusammen.
Wenn man kein Urvertrauen hat und auch kein Selbstvertrauen,
wie kann man dann anderen vertrauen?
Wer sich nicht selbst vertraut,
der kann auch anderen nicht vertrauen.
Wer nicht an sich selbst glaubt,
hält sich für Unfähig und Minderwertig.
Der kennt seine Stärken nicht,
hat ein falsches Bild von sich selbst,
fürchtet sich vor Niederlagen
und traut sich auch nicht, andere zu fragen oder zu bitten.
Der befürchtet,
sich dadurch bloßzustellen oder zu blamieren.
Und, der unterstellt seine eigene Schwäche anderen.
Er spiegelt sie in andere hinein und quasi aus sich heraus.
Gottvertrauen
Für weltliche denkende Menschen ist es schwer,
jemandem zu vertrauen, den sie nicht sehen, nicht einschätzen
und nicht verstehen können; mit dem sie keine Nähe empfinden
und sie nicht von Angesicht zu Angesicht reden können.
Sie brauchen ein sichtbares Gegenüber, Tatsachen und Beweise.
Ich habe 10 Punkte ausgewählt,
die Menschen an Gottvertrauen hindern:
Ursachen nicht und haben auch keine Hoffnung auf Befreiung
daraus.
sie sind. Sie wollen auf nichts verzichten.
sich keine Gedanken über Gott und die Welt, über Recht oder
Unrecht, über Fügung oder Zufall oder über Lebenssinn und
Lebensaufgabe.
spirituellen Möglichkeiten. Die sind ihnen suspekt.
langweilig, zu langatmig und zu unverständlich. Eine intensive
Beschäftigung mit den Texten ist ihnen zu zeitaufwendig.
Im Spiegel von Gottes Wort würden sie vielleicht ihre
Sündhaftigkeit und Mängel sehen. Und das wollen sie nicht.
Es reicht ihnen schon, dass andere an ihnen herumnörgeln.
sündigen Menschen in den Kirchengemeinden abgeschreckt.
Sie wissen nicht, dass die Nachfolge Christi und die Errettung
aus Abhängigkeiten und der Übergang in ein neues Leben ein
andauernder Prozess ist und nicht ein einmaliges Superwunder.
haben, keinen Glauben in seine Weisheit, Güte und Kraft,
geschieht ihnen auch selten Wundervolles.
Weil sie Jesus nicht kennen, wissen sie auch nichts vom Wirken
des Geistes Gottes, des Heiligen Geistes, nichts von göttlicher
Führung und Orientierung, nichts vom Geheimnis der Liebe zu
anderen, nichts von Vergebung, nichts von dem Frieden, der
inneren Heilung und dem Segen, die Gott ihnen geben kann.
Deswegen sind wir von Jesus beauftragt, sie zu lieben, ihnen zu
vertrauen und zu erzählen, weshalb wir Gott vertrauen, was wir
mit ihm erlebt haben und zu zeigen, was er an uns verändert hat.
Ich tue das vor euch mit Apg 3,16: Und jetzt ist der Mann, den
ihr hier seht und den ihr alle kennt, durch sein Vertrauen auf den
Namen Jesu und durch die Macht dieses Namens von seiner
Lähmung geheilt worden.
Der Glaube, den Jesus in ihm geweckt hat, hat ihn vollständig
gesund gemacht; das könnt ihr alle bezeugen.
Amen.
Lebt wohl, ihr Schuldgefühle! (Mt 6,12)
Leitvers
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben,
die an uns schuldig wurden. (Mt 6,12; NGÜ)
Anfangsgebet
Barmherziger und liebender Gott.
Wir danken dir immer wieder für deine übergroße Güte
und deine Weitsicht und Weisheit.
Du bist langmütig und voller Geduld
und hast Einsehen mit unserer hilflosen Begrenztheit.
Wir wollen deine Gebote halten
und doch tun wir immer wieder, was wir nicht sollten.
Im eigenen Wollen sind wir manchmal maßlos oder ungehalten
und vergessen die Liebe und das Wohl unserer Nächsten.
Wir verstoßen gegen deine Geboten und machen uns schuldig.
Wir gehen bewusst oder unbewusst eigene Wege und entfernen uns von dir.
Wir verletzen andere und beschmutzen uns selbst.
Manchmal bemerken wir das und unser Gewissen bedrückt uns.
Dann gibst du uns die Chance, diese Schuld zu bereinigen.
Manchmal bemerken wir es nicht und das Verhältnis mit anderen bleibt getrübt.
Manchmal geraten wir in den Kreislauf des Bösen und finden nicht mehr heraus.
Wir werden kraftlos, mutlos, hilflos und orientierungslos.
Wir können kaum noch schlafen.
Wir können anderen nicht mehr in die Augen sehen.
Wir schämen uns und wollen uns nicht mehr sehen lassen.
Wir leiden unter unserer eigenen Schlechtigkeit
und wollen wieder zurück in die Gemeinschaft mit dir.
Wir hoffen auf dich!
Gnädiger Vater im Himmel.
Du sagst uns zu, dass den Menschen alles vergeben werden kann,
jede Sünde, die sie begehen, und jede Gotteslästerung, die sie aussprechen.
Du hast deinen Sohn für uns geopfert, damit uns vergeben werden kann
und damit wir von der Macht der Sünde befreit werden.
Du bestätigst unsere Abbitte und Reue:
Durch Jesus, der sein Blut für uns vergossen hat, sind wir erlöst;
durch ihn werden unsere Verfehlungen immer wieder vergeben.
Herr, deine Gnade ist groß und deine Liebe unerschöpflich.
Du vergibst alles Unrecht und denkst nie mehr an unsere Sünden.
Herr, schenke uns die Glaubenskraft, diese Gnade dankbar anzunehmen,
damit sie wirksam werden kann.
Und zeige uns immer wieder, dass du zu uns stehst und in uns lebst.
Amen.
Fürbittgebet
Himmlischer Vater,
die meisten Menschen kennen dich noch nicht
und sind in ihren Wollen, in ihrer Lust oder in ihren Gefühlen gefangen.
Herr, rufe sie zu dir und befreie sie aus ihrer Enge!
Viele suchen ihren Vorteil, streben nach Wohlstand oder Macht,
unterdrücken ihr Gewissen und benehmen sich wie die Axt im Walde.
Herr, rufe sie zu dir und befreie sie aus ihrer Enge!
Manche leiden unter ihrer Vergangenheit und können sich nicht von ihr lösen.
Sie können sich nicht selbst vergeben und suchen lieber die Schuld bei anderen.
Herr, rufe sie zu dir und befreie sie aus ihrer Enge!
Viele sind verzweifelt, niedergeschlagen und hoffnungslos.
Sie sehen oder kennen keinen Ausweg.
Herr, rufe sie zu dir und befreie sie aus ihrer Enge!
Manche sind auf der Suche nach Lebenssinn und innerem Frieden,
aber sie wissen nicht, wer oder was ihnen helfen kann.
Herr, zeige dich ihnen und stärke ihr Vertrauen.
Manche kennen dich erst seit Kurzem, aber sie zweifeln noch an dir.
Sie hören oder lesen dein Wort und verstehen es nicht.
Herr, zeige dich ihnen und stärke ihr Vertrauen.
Manche haben sich fest für dich entschieden und sind treue Nachfolger Jesu.
Sie kennen und lieben dich. Sie sind dir gehorsam und bitten um deine Führung.
Herr, zeige dich ihnen und stärke ihr Vertrauen.
Manche sind ganz in dir geborgen, ganz von deinem Geist durchdrungen.
Sie sind selbst zu einer Quelle von Liebe, Erkenntnis und Güte geworden.
Deine Weisheit und Kraft strahlt aus ihnen heraus.
Sie wissen, dass sie noch nicht vollendet sind und dich immer wieder brauchen.
Sie bauen fest auf deine liebevolle Vergebung und sind sich ihrer ganz gewiss.
Ihr Gewissen leitet sie. Ängste und Schuldgefühle bestimmen sie nicht mehr.
Herr, dahin führe uns alle!
Dies bitten wir im Namen Jesu, unseres Herrn.
Amen
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