Gethsemane
Wie könnt ihr nur schlafen?
Bemerkt ihr denn nicht,
auf mich wartet die schwere Todespflicht.
Könnt ihr nicht wach bleiben
und zu mir stehen?
Mein Leid mit offenen Herzen sehen?
Verschließt doch eure Augen nicht.
Schaut in mein ängstliches Angesicht.
In tiefer Not und Lebenspein
möchte ich leben und bei euch sein.
Wie gleichgültig ist nur die Welt,
die sich über Not und Leiden stellt.
Wie arm ist nur des Menschen Herz,
gerichtet auf den eigenen Schmerz.
Und doch, mein Leiden muss geschehen,
im Tod noch will ich zu euch stehen.
Er soll an euren Herzen rühren
und euch zu meinem Vater führen.
Wer Anteil nimmt und Leiden sieht,
dem selbst Barmherzigkeit geschieht.
Wer noch versucht, mich zu verstehen,
der wird in Zukunft mit mir gehen.
Wer so erkennt, was ich getan,
der wacht und geht das Übel an.

