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Das fast reale Luftschloss

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Buch: Der Du in mir

 

Haben Sie auch Interesse an

meinem Buch?

 

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes

Tempel seid und der Geist

Gottes in euch wohnt?

(1.Kor 3,16)

In einem abenteuerlichen

Traum erkunde ich mein

Inneres auf der Suche nach

Gott und finde ihn tief in mir.


Der DU in mir

Laudatio Verlag,

Frankfurt am Main

ISBN 9783946590798



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Das fast reale Luftschloss


Hallo du,

gehörst du auch zu den Menschen,

die sich in ihrer Fantasie ein Luftschloss aus Wünschen gebaut

   haben, aus dem, was man gerne hätte?

Wie oft flüchtest du dorthin oder wohnst du schon ständig dort?

Dann wäre dein Luftgebilde für dich schon real geworden ist, dass du gar nicht mehr merkst,

dass es aus Einbildung gebaut ist, aus Hirngespinsten und Illusionen,

dass du jeglichen Bezug zur Realität verloren hast,

dass du alles an deiner Illusion misst,

dass du dich mit dem Rückzug weit überhöhst und alles, was dir nicht passt,

   als falsch, dumm oder minderwertig betrachtest und bewertest.

Wenn du dann aus allen Wolken fällst und mit der Realität konfrontiert wirst,

   sind immer die anderen schuld,

   die, die die Welt nicht mit deinen Augen und aus deiner Perspektive sehen,

   die, die das deiner Meinung nach falsch sehen und einem Irrtum unterliegen.

Wer sich ins Wolkenkuckucksheim verzieht, ist nicht nur ein Phantast, sondern überhebt sich

   gar über andere und über das Leben und das Sein.

Die sehen alles durch die rosarote Brille ihrer Einbildung und sehen sie nur, was sie

   sehen wollen, die hören alles durch den Filter ihrer fixierten Vorstellungen. Sie hören nur das,

   was sie hören wollen und die verstehen alles so, wie es in ihr Schloss passt. Und was nicht

   passt, wird zurechtgebogen, verdreht und verändert bis es schließlich passt.

Die Wahrheit aber ist: Ein Luftschloss besteht aus Luft. Es hat kein stabiles Fundament.

Es besteht aus vielen Steinen der Selbstlüge und Schönfärberei, die kunstvoll zusammengefügt

   sind und deren Gehalt immer wieder verfeinert wird. Dabei wird der Schlossbewohner immer

   weltfremder.

Das Luftschloss wird bewohnt von Fantasiewesen, die so sind, wie man sie erschaffen hat und

  haben will. Es besteht nur im Kopf. Es ist ein Gedankengebäude, das man überallhin

  mitnehmen kann.

Zunächst verfließen die Grenzen zwischen Illusion und Realität, doch schließlich wird das

   Luftschloss allgegenwärtig und real. Es beherrscht den Träumer.

Wünsche und Träume sind nicht verkehrt. Daraus können sich neue Ziele ergeben.

Einen inneren Hort der Ruhe und der Besinnung zu haben ist hilfreich, weil man sich dorthin

  zurückziehen kann, um für den Alltag neue Kraft zu finden. Er ist wie eine erfrischende Oase

  in der Wüste.

Wer aber eine Fata Morgana für wahr hält,

  der hat jeglichen Realitätssinn verloren,

  der kann zwischen Fiktion und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden,

  der hängt an etwas Unerreichbarem,

  der hat vom Fundament weit abgehoben und stürzt irgendwann in sein Verderben.

Wünsche, Träume und Idealvorstellungen hat wohl jeder Mensch. Die Frage ist aber, ob er

  realitätsfremd wird und sich davon zum Nachteil davon beherrschen lässt.

Wie könnten solche Luftschlösser aussehen?

Es gibt Menschen, oft Frauen, die sich in einer romantischen und verklärten Welt im Mittelpunkt

  sehen und an andere entsprechende und dienende Erwartungen haben.

Und auch Menschen, oft Männer, die sich als starke Helden oder Heldinnen im widrigen

  Lebenskampf sehen, die aus eigener Kraft und durch gute Werke sich, die Gerechtigkeit,

  die Moral und Sitte, die Welt und andere Menschen retten wollen oder ins Verderben stürzen.

Und religiöse Menschen, die sich wie Pharisäer frömmelnd in Gebote, Ansichten und

  Einstellungen hineinsteigern, die Gottes Absicht weit übersteigen. Aber gerade durch ihr Tun

  und ihre Askese halten sie sich für geistlich unfehlbar, erheben sie sich über andere und

  betrachten diese hochmütig als zu sündig, zu menschlich, zu fleischlich und auch

  für minderwertig.

Sie zeigen sich mit ihren Ansichten und ihrem Verhalten als bessere Menschen, als sie

  Wirklichkeit sind und glauben aufgrund ihrer Einbildung, ein Anrecht darauf zu haben, in

 den Himmel ihrer Wünsche zu kommen. Sie möchten Gott gerne gefallen und vielleicht auch

  anderen, missverstehen aber seine Absicht und seinen Auftrag, nämlich andere und sich selbst

  zu lieben und sich gegenseitig zu helfen und zu ergänzen.

Besonders deutlich wird der Realitätsverlust bei Jungendlichen im Luftschloss der Videospiele.

Sie investieren viel Zeit und Kraft und Aufmerksamkeit z.B. in Gewaltspiele, in denen sie als

  Mitwirkende entsprechend ihrer Geschicklichkeit und Raffinesse Einfluss auf den Erfolg haben.

Und je häufiger sie spielen, desto geschickter und erfolgreicher werden sie, aber auch desto

  mehr wird die gewaltsame Auseinandersetzung als normal in sie infiltriert. Weil sie sich intensiv

  damit beschäftigen, werden sie nicht nur ein Teil des Spiels, sondern das Spiel wird zu ihrer

  neuen Realität und sie sind in diesem sie faszinierenden Luftschloss gefangen. Einige von ihnen

  haben als Amokläufer selbstgerecht einen gewaltsamen Rachefeldzug gegen Lehrer und

  Mitschüler in Schulen blutig vollendet.

Das Schloss in dem wir leben sollten, ist die Realität.

Sie ist bodenständig, sichtbar, hörbar, riechbar, schmeckbar, fühlbar und anfassbar.

Zugegeben, dieses Schloss ist alles andere als perfekt, aber es ist das, in dem wir leben.

In diesem Schloss werden wir mit Widersprüchen und Gegensätzen konfrontiert, die uns fordern,

  auffordern und herausfordern und die uns Entscheidungen abverlangen, mit denen wir oft

  überfordert sind.

Aber Widersprüche und Gegensätze zeigen auch Alternativen auf, für oder gegen die wir uns

   entscheiden können oder müssen. Und mit diesen Entscheidungen gestalten wir die Welt,

   unsere Umgebung, unser Leben und uns selbst. In der realen Auseinandersetzung

   wachsen wir.

Mit jeder Entscheidung haben wir Gelegenheit, uns gegen oder für Gott zu entscheiden,

   für einen Weg mit ihm oder ohne ihn,

   für eigene, illusorische Wunschvorstellungen oder für Liebe und das Gute.

Und mit jeder Entscheidung für das Gute gestalten wir das Erdschloss des Lebens ein wenig

 heimeliger, liebevoller und himmlischer.

Mit der Flucht in ein schöngemaltes, beschönigtes und fiktives Luftschloss dagegen besteht diese

 Gestaltungsmöglichkeit nicht.

Unsere gottgegebene Liebe schafft den Himmel auf Erden

 sie wird stark im Vertrauen auf den gnädigen und vergebenden Gott,

 im Annehmen der Erlösung durch seinen Sohn Jesus Christus

 und der Führung des Heiligen Geistes durch Tiefen und Höhen.

Wir sind nun einmal 'nur Menschen', dafür aber geschaffen nach Gottes Bild, als Gottes Ebenbild,

   in das wir uns entwickeln können. Solange wir noch eingewickelt sind in Einbildung,

   Hirngespinste und Illusionen, in weltfremde Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen, in

   überzogenes, eigenes Wollen und in fehlgeleitet Ziele, bleiben wir blind und taub und stumpf

   für die Gaben, die Gott uns schenken möchte und die unser Leben zu einem wirklichen Schloss

   machen, nämlich für Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue,

   Bescheidenheit und Selbstbeherrschung.

Nicht die Flucht in ein irreales Luftschloss, das wir für real halten, verändert die Welt zum 

  Besseren, sondern, dass wir das Gute in uns entdecken, es leben und weitergeben,

 dass wir die vielen Formen der Liebe in uns wachsen lassen, damit sie uns ausfüllen und

  schließlich in die Welt überfließen, zum Segen aller.

So erbauen wir gemeinsam ein himmlisches Schloss auf Erden, in dem wir selbst

 die Bewohner sind.

Ausschnitt aus einem Gedicht von Jürgen Werth:

Leben ohne Schatten ist Leben ohne Sonne;

wer nie im Dunkeln saß, beachtet kaum das Licht.

Leben ohne Tränen ist Leben ohne Lachen;

wer nie verzweifelt war, bemerkt das Glück oft nicht.

 

Leben ohne Täler ist Leben ohne Berge;

wer nie ganz unten war, schaut gleichgültig ins Tal.

Leben ohne Zweifel ist Leben ohne Glaube;

wer niemals sucht und fragt, dessen Antworten sind schal.

 

Leben ohne Kälte ist Leben ohne Wärme;

wer nie gezittert hat, schätzt keinen Unterstand.

Leben ohne Alleinsein ist Leben ohne Liebe;

wer keine Leere kennt, greift kalt nach jeder Hand.

 

Leben ohne Kämpfe ist Leben ohne Frieden;

wer nie im Sturm war, freut sich nicht an glatter See.

Leben ohne Trauer ist Leben ohne Hoffnung;

wer keinen Abschied kennt, kennt auch kein Wiederseh'n.