Als er sah, dass er geheilt worden war, … (Lk 17,11-19)
Hallo Du,
immer wieder erleben wir Gutes, das uns einfach geschieht,
aber wir nehmen es oft genug als Zufall oder als selbstverständlich an.
Vielleicht freuen wir uns darüber,
vielleicht fragen wir uns, wie wir das gemacht haben
oder weshalb uns das geschehen ist,
doch meist erkennen wir die Gründe dafür nicht
und leben unser Leben wie bisher weiter.
Wenn uns etwas Gutes widerfährt,
wenn wir von etwas geheilt werden,
dann ist das kein Zufall und auch nicht selbstverständlich!
Es gibt eine Ursache und einen Grund dafür.
Da gibt es jemanden, dem unser Wohl am Herzen liegt
und der uns so sehr liebt, dass er sich,
trotz unserer Unkenntnis und Selbstbezogenheit
(ab und zu) in unserem Leben zeigt, damit wir ihn kennenlernen.
Als einer der zehn Aussätzigen unterwegs plötzlich sah,
dass er geheilt worden war, kehrte er zu Jesus um,
dankte ihm und pries Gott mit lauter Stimme. (Lk 17, 15)
Was war geschehen?
Aussätzige waren unrein und damit vom Kontakt mit Gesunden ausgeschlossen.
Sie hätten die anderen anstecken können.
Deshalb mussten sie jeden Kontakt meiden und sich schon von weitem
als unrein und krank kenntlich machen.
Hier hatten sich mehrere Aussätzige zusammengetan,
um dennoch Gemeinschaft zu haben,
doch viel lieber wollten sie wieder gesund sein
und zu ihren Familien zurückkehren.
Deshalb riefen sie Jesus zu: Jesus, Herr, erbarme dich unser!
Und Jesus hatte Erbarmen.
Er sagte ihnen: Geht hin und lasst euch von den Priestern untersuchen.
Was hätten wir da getan?
Wahrscheinlich hätten wir unsere Haut angesehen und festgestellt,
dass sich nichts verändert hat.
Wir hätten Jesus dann als Spinner abgetan
und wären kopfschüttelnd krank weitergegangen.
Sie aber taten einfach, was er sagte.
Sie gingen los, ohne dass bereits irgendetwas passiert war
und deshalb passierte es. Unterwegs wurden sie gesund.
Eigentlich könnte der Bericht hier enden,
doch einer von ihnen kam sich sehr schäbig vor, ohne Dank weiterzugehen.
Ihm war es wichtiger, zu Jesus zurückzugehen
und ihm für das geschehene Gute zu danken
und Gott mit lauter Stimme für die Heilung zu preisen.
Er war der Einzige, der sich bei Jesus und bei Gott bedankte,
obwohl doch alle zehn geheilt worden waren.
Er war der Einzige, der das Besondere sah und er konnte nicht anders,
als zuerst laut und deutlich, für alle hörbar, Gott die Ehre dafür zu geben
und sich dankbar vor Jesus niederzuwerfen.
Und für diesen Dankbaren hatte Jesus noch eine Überraschung parat.
Er wurde mit einer wichtigen Aussage zusätzlich belohnt.
Jesus sagte ihm, weshalb er geheilt wurde.
Die anderen erfuhren es nicht und sie konnten deshalb auch nicht wissen,
dass sich für sie Gutes durch Gott wiederholen kann.
Jesus sagte ihm:
Geh hin, dein Glaube hat dich gerettet!
Es war dein Vertrauen in das, was ich dir sagte.
Du hast dich darauf verlassen, dass geschieht, was ich sage.
Du gingst, obwohl du noch nicht geheilt warst.
Du hattest Vertrauen zu mir.
Du tatst, was ich dir sagte,
obwohl du nicht wissen konntest, was geschehen wird.
Jesus sagte ihm indirekt:
Wenn du mir und meinen Worten blind vertraust,
dann wird immer geschehen, was ich sage und verspreche.
Wir müssen uns nicht bei Gott bedanken,
aber wenn wir es tun, dann wissen wir, dass er uns Gutes getan hat.
Gott freut sich, dass wir ihn im geschehenen Guten gefunden haben,
es ihm zuschreiben und ihn dafür ehren.
Er freut sich über unseren dank, weil wir damit mit ihm in Gemeinschaft kommen.
Nur im Kontakt mit ihm kann er uns mehr von sich und seiner Güte zeigen.
Viele erleben Gutes und sind Gott dafür doch nicht dankbar.
Sie wissen wohl nicht, wer sie letztlich beschenkt.
Sie freuen sich über das, was ihnen geschehen ist und nennen es ‚Zufall’,
doch so wird er sie wahrscheinlich nie wieder treffen.

