Selbstbeherrschung ist ein Nein zu dem,
was uns und anderen nicht gut tut.
Andacht zum Thema Gebet/Bitten
Input
Ich bin klein, mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen, als Jesus allein!
Diese Kindergebet hat uns unsere Mutter beigebracht, als wir 4 und 5 Jahre alt waren
Wir wussten aber nicht, was das bedeutet und auch nicht, wer Jesus ist
Das hatte unsere Mutter nicht erklärt.
Rund 50 Jahre später, in großer Seelennot, einsam und verlassen, kraftlos und am
tiefsten Lebenspunkt angekommen, schrie es aus mir heraus:
Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann zeige dich mir! Ich kann nicht mehr.
Ich brauche Hilfe!
Ich habe Gott da immer noch nicht gekannt, aber er mich.
An ihn habe ich mich nur deswegen gewendet, weil ich mich an dieses Kindergebet
erinnerte und auch, weil mein Freund Gott kannte und ihm vertraute. Ihn hatte ich
30 Jahre vorher kennengelernt.
Nach diesem Hilfeschrei und Kurzgebet, schenkte mir Gott in der Nacht das erste Gedicht
im Traum und in den folgenden Nächten weitere. Seitdem hat sich für mich
- nach und nach - alles verändert.
Er wurde zu meinem Lebensbegleiter und Ratgeber.
Ich habe zu Jesus gefunden, ihn kennengelernt und damit auch seinen Vater.
Seitdem spreche ich ständig mit Gott und er mit mir.
Seitdem bin ich mit Beiden fest im Gebet, Geist und Leben verbunden.
In Allem erkenne ich ihr Wirken.
Es ist wohl kein Zufall, dass wir heute Abend hier zusammensitzen
und Gemeinschaft haben. Und auch nicht, dass sowohl ihr in eurer Gemeinde,
wie auch ich in meiner Gemeinde, das Thema ‚Beten und Gebet‘ im Januar
zum Thema gemacht haben.
Was Gott von uns möchte, zeigt und sagt er uns durch Jesus.
Er will,
dass Menschen sich gegenseitig kennen und schätzen,
dass sie sich vertrauen und miteinander reden,
dass sie sich gegenseitig zuhören, stützen, ergänzen und helfen
und zusammen, liebevolle Gemeinschaft haben.
Er möchte auch, dass wir unsere Begabungen und Fähigkeiten erkennen,
sie weiterentwickeln, zeigen, stärken und füreinander einsetzen.
Niemand zündet eine Lampe an und stellt sie dann unter ein Gefäß. Im Gegenteil:
Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt.
Und er möchte auch,
dass wir ihn kennen und schätzen,
ihm vertrauen und uns ihm anvertrauen,
mit ihm reden und ihm zuhören,
dass wir uns von ihm führen, beraten und helfen lassen,
unser Leben mit ihm teilen,
unsere Gaben für ihn einsetzen
und mit ihm in enger Lebensgemeinschaft leben.
Er hilft uns beim ‚Miteinander und füreinander beten‘
und beim ‚Gegenseitigen helfen‘.
Er weiß – und wir wissen es auch: Menschliches Helfen hat Grenzen.
Wir haben nur begrenzte Zeit, Kraft, Geduld oder Einsicht,
nur begrenztes Vertrauen, Wissen oder Können.
Deswegen können wir nur punktuell helfen.
Am besten helfen wir anderen, indem wir sie unterstützen, zu Jesus zu finden,
durch ihn Gott kennenzulernen und in seiner Gemeinde Heimat zu haben.
Er ist unser Schöpfer, himmlischer Vater und allgegenwärtiger und allmächtiger Vater,
der sich uns in Jesus Christus und mit seinem Heiligen Geist zeigt.
Nur Gott kann wirklich und nachhaltig helfen, wenn wir ihn dazu einladen.
Dass wir mit ihm reden können, verdanken wir Jesus.
Im Gebet, beten wir in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes durch Jesus Christus,
zum Vater im Himmel. Wir beten also im Anschluss an das Beten von Jesus
und seinem Liebeswerk für uns.
(Lehre, Opfertod, Sündenvergebung und Gottverknüpfung).
Unser Reden mit Gott wurde durch ihn möglich.
Gott ist unser liebender Papa. Er hat uns bisher immer geholfen, s
ogar schon, bevor wir ihn kannten und bevor wir ihn um Hilfe bitten konnten.
Im Rückblick, sehe ich in vielen Situationen sein weises und weitsichtiges Helfen.
Das verbindet mich mit ihm zusätzlich. Euch geht das wahrscheinlich genauso.
Um wieviel mehr kann er dir und mir helfen,
nachdem wir ihn gut kennen,
nachdem wir ihn schätzen und lieben gelernt haben,
nachdem wir wissen, was ihm gefällt und was nicht,
nachdem wir kennen, was er fest versprochen und zugesagt hat.
Gott hat fest zugesagt, dass er jedes Gebet hört und es auf seine Weise erfüllt.
Und selbst wenn er schweigt, ist das eine verständliche Antwort.
Ideal ist, wenn im Gebet unser Bitten mit dem Willen Gottes übereinstimmt.
Als gereifte Christen wissen wir, was Gottes Wille ist und dass der
bereits alles beinhaltet, was wir wirklich brauchen.
Den großen Rest brauchen wir nicht, denn in Gottes Willen ist Fülle bereits vorhanden.
Deshalb bitten wir irgendwann auch nicht mehr um mehr.
Nur noch um seine Zusagen und Verheißungen, damit auch die
uns zuteilwerden.
Was eigentlich ist das Gebet?
Jedes Gebet ist Zwiesprache mit Gott.
Wir sprechen mit ihm und er mit uns.
Wir lassen ihn an unserem Leben teilnehmen und er uns an seinem.
Wir lassen uns von ihm seine Geschichte erzählen und wir erzählen ihm unsere.
Dabei geschieht Erstaunliches:
Indem wir Gott erzählen, was uns bewegt, erkennen wir uns selbst
und sehen wir uns und unser Geschehen, mit Gottes Augen.
Nach Paulus (1Kor 14,15) können wir auf zwei Arten beten:
Ich will auf beide Weisen beten – auf die, bei der nur mein Geist zu Gott spricht,
aber auch auf die, bei der mein Verstand tätig ist. Ich will auf die Weise singen,
bei der nur mein Geist Gott lobt, aber auch auf die, bei der mein Verstand tätig ist.
Beim Beten bitten nicht, dass Gott uns vielleicht gnädig gesonnen ist.
Das ist er sowieso.
Wir bitten in der Erwartung, dass er unser Gebet erhört. Daran glauben wir fest.
Hebr. 11,1: Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen,
worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge.
Jedes Gebet und jede Bitte um etwas,
ist gleichzeitig auch eine Bitte um Gott selbst, um Gemeinschaft mit ihm,
und dass wir ihn durch sein Geben in unserem Leben erkennen.
Im Bitten zeigt sich, wie unsere Beziehung zu Gott wirklich aussieht, nämlich,
ob in unserem Bitten die Beziehung mit ihm vertieft wird oder ob sie
nur zweckgebunden ist,
also ob wir Gott als Lebensbegleiter oder als Wunscherfüller sehen.
Die Jünger sahen, dass Jesus regelmäßig betete und wollte es von ihm lernen.
Sie baten ihn: ‚Herr, lehre uns beten‘. Und er sagte ihnen in:
»So sollt ihr beten:
Vater! Dein heiliger Name soll geehrt werden. Lass dein Reich kommen.
Gib uns jeden Tag, was wir zum Leben brauchen, und vergib uns unsere
Verfehlungen. Denn auch wir vergeben denen, die an uns schuldig geworden sind.
Lass nicht zu, dass wir in Versuchung geraten.« (Lk 11, 2-4; HfA)
Wir kennen dieses Gebet etwas anders als das ‚Vater unser‘
und als christliches Grundgebet.
In diesem Gebet ist alles Wichtige bereits enthalten:
Vater: Wir sprechen Gott direkt an.
Dein Name soll geehrt werden:
Wir ehren den, der uns Gutes getan hat und tut, der uns geholfen hat und hilft,
den wir als liebevoll, gütig und gnädig kennengelernt haben und den wir respektieren;
auf den wir hören und den wir anerkennen.
Lass dein Reich kommen:
Wir laden Gott in unser Leben ein, in unser Denken, Fühlen, Empfinden,
Verhalten und Handeln. Sein Reichtum, seine Liebe, er, soll zu uns kommen.
Wir möchten an seiner Liebe und seinem Wesen teilhaben und zu seiner
Familie gehören.
Gib uns:
Wir gestehen uns ein, dass wir ihn brauchen und wir haben erkannt,
dass er geben kann, will und wird.
was wir zum Leben brauchen:
Durch diesen Zusatz begrenzen wir unser Bitten auf das Wesentliche.
Wir brauchen nichts Zusätzliches, es wäre überflüssiger Luxus.
Aber wir brauchen mehr als nur Essen und Trinken.
Wir brauchen seelische und geistige Erneuerung:
Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe,
Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme
und Selbstbeherrschung.
Diese Eigenschaften geben uns Reife, Schutz und Sicherheit
sowie Gemeinschaft mit Gott im Geist.
vergib uns unsere Verfehlungen: Dieser Punkt wird oft unterschätzt.
Verfehlungen und Sünde drücken auf unser Gemüt und sind Gift
für Körper Geist und Seele.
Sie nagen an uns, rauben Kraft und erinnern an unbewältigte Schuld.
Sie machen unfrei, fördern Ängste und unterbinden unsere Liebesfähigkeit.
auch wir vergeben:
Jetzt müssen auch wir etwas tun!
Wenn andere uns täuschen, betrügen, hintergehen, verleumden oder
untreu werden, dann machen wir sie gern zu Feinden, sind auf sie wütend
und hasserfüllt und wollen uns vielleicht sogar an ihnen rächen.
Damit aber wären wir nicht anders als sie.
Wenn wir ihnen nicht vergeben, schaden und vergiften wir uns selbst dadurch,
dass wir uns für besser halten.
Als Jesus mich in seine Nachfolge rief, musste ich als Erstes eine Liste
meiner Feinde erstellen. Die war lang. Dann sollte ich überlegen,
warum ich sie als Feinde sah. Das war peinlich.
Viele musste ich von der Liste streichen, weil sie das nicht getan hatten,
was ich gerne gehabt hätte. Bei denen war Vergebung leicht.
Trotzdem kenne ich jemanden, der Gott gerade aus diesem Grund
als Feind betrachtet.
Mir blieben danach noch 3 Feinde übrig.
Mein Problem mit ihnen habe ich immer wieder im Gebet vor Gott gebracht,
dabei mit mir gezetert und ihn um Erkenntnis und Überwindung gebeten.
Er hat mich geduldig an seine Vergebung und seine Liebe für mich erinnert.
Schließlich konnte ich über meinen Schatten springen und Größe und Reife zeigen.
Plötzlich hatte ich keinen Groll mehr. Ich hatte vergeben.
Das war total entlastend. Das hat neue Kräfte freigesetzt.
Das hat noch mehr selbstlose Liebe in mir freigesetzt.
Diesen Punkt lege ich euch ans Herz. Ich halte ihn für sehr wichtig.
Lass nicht zu, dass wir in Versuchung geraten: Wie macht Gott das?
Er macht uns sensibel für Böses und Schlechte
Er lasst unser Gewissen an seine Gebote denken.
Wir messen uns an ihnen.
In der ständigen Gebetsverbindung mit ihm werden wir Achtsam und Aufmerksam.
Wir erkennen das Böse und Schlechte dadurch früher und meiden es,
zumindest versuchen wir es und lassen uns dabei von Gott helfen.
Zu beten, mit Gott oder Jesus zu reden, ist im Grunde einfach.
Es ist so, als würden wir mit Papa oder Mama vertrauensvoll sprechen,
offen, ehrlich, ungezwungen und angstfrei.
Wir dürfen Jesus als Begleiter und Freund sehen
ihm können ihnen alles sagen,
was wir empfinden, fühlen und denken,
was uns bedrückt oder erfreut,
woran wir zweifeln und worauf wir hoffen
wie es uns gerade geht und wofür wir dankbar sind.
Gott weiß es sowieso,
aber indem wir es ihm sagen,
zeigen wir ihm unser Vertrauen,
glauben wir seinen Zusagen,
erwarten wir seine Hilfe,
und ehren wir ihn als unseren Herrn.
Er hilft,
wenn wir nicht weiterwissen,
wenn wir uns einsam fühlen,
wenn wir trauern,
wenn es in uns brodelt und kocht.
Wenn unsere Gedanken kreiseln,
wenn wir uns im Lieblosen verloren haben.
Wie hilft er?
Er schenkt uns ein passendes Bibelwort.
Er schickt uns hilfsbereite Menschen.
Er lässt uns in Träumen erkennen.
Er gibt Lösungen im Geist.
Er ermöglicht Einsicht und Erkenntnis,
oder er regelt unser Problem selbst -
durch wundersame Fügungen.
Jesus,
ich bin klein, mein Herz werde rein,
es soll niemand drin wohnen,
als du allein!
Vater, Herr und Bruder,
wir legen unseren Geist in deine Hände
und vertrauen dir voll und ganz.
Amen!
Ist das so?
Vertrauen wir Gott wirklich voll und ganz?
In allem und immer?
Auch dann, wenn es uns schlecht geht oder wenn wir uns ängstigen?
Was sind eure Antworten dazu?
Als ich für mich die Antworten auf diese Fragen gefunden hatte,
konnte ich folgendes Gedicht schreiben:
Immer wenn …
Immer, wenn die Schmerzen kommen,
immer, wenn die Freude geht,
immer, wenn ich sehr benommen,
ist wer da, der zu mir steht.
Immer, wenn die Weite schwindet,
immer, wenn das Leid mir weht,
immer, wenn mich’s Dunkel findet,
ist wer da, der zu mir steht.
Immer, wenn die Sorgen plagen,
immer, wenn die Seele fleht,
immer, wenn ich’s nicht kann tragen,
ist wer da, der zu mir steht.
Wer, wer bist du, Unterstützer,
Retter aus der tiefen Not?
Wer, wer bist du, großer Schützer,
Geber meines täglich’ Brot?
Oh du Tröster, Helfer, Vater,
führst mich aus dem schlimmen Trott.
Oh, du wunderbarer Schöpfer,
oh du weiser, wahrer Gott.
Immer, wenn wir liebend leben,
immer dann, dein’ Gunst uns lacht,
gibst du uns - von deinem Segen,
hast du gnädig - uns bedacht.
Amen.
Bibelstellen zu Gebet/Bitten
Jes 65,24 Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören
Mt 5,44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen
Mt 6,6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu
und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das
Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.
Mt 14,23 Als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er auf einen Berg,
um für sich zu sein und zu beten. Und am Abend war er dort allein.
Mt 6,7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden;
denn sie meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen.
Mt 7,7 Bittet Gott, und er wird euch geben!
Mt 18,19 Wenn zwei von euch hier auf der Erde meinen Vater im Himmel
um etwas bitten wollen und sich darin einig sind, dann wird er es ihnen geben.
Mt 21,22 Wenn ihr betet und im Glauben um etwas bittet,
werdet ihr es erhalten, was immer es auch sei.
Lk 18,10- 13 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten,
der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer betete bei sich
selbst so:
Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber,
Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem,
was ich einnehme.
Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben
zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach:
Gott, sei mir Sünder gnädig!
Joh 15,7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.
Joh 16,23-24 Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen,
wird er’s euch geben. Bittet, so werdet ihr empfangen, auf dass eure
Freude vollkommen sei.
Eph 6,18 Hört nie auf zu beten und zu bitten!
Lasst euch dabei vom Heiligen Geist leiten.
1Thess 3,10 Wir bitten Tag und Nacht inständig
Kol 1,9 Wir bitten Gott, dass sein Geist euch mit Weisheit und Einsicht
erfüllt und ihr auf diese Weise seinen Willen immer besser erkennt.
1Tim 2,1 Das Erste und Wichtigste, wozu ich die Gemeinde auffordere,
ist das Gebet. Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken
für alle Menschen einzutreten.
Jak 1,5-6 Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt,
bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden;
denn Gott gibt allen gern und macht dem, der ihn bittet,
keine Vorhaltungen.

Haben Sie auch Interesse an
meinem Buch?
Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes
Tempel seid und der Geist
Gottes in euch wohnt?
(1.Kor 3,16)
In einem abenteuerlichen
Traum erkunde ich mein
Inneres auf der Suche nach
Gott und finde ihn tief in mir.
Der DU in mir
Laudatio Verlag,
Frankfurt am Main
ISBN 9783946590798
Selbstbeherrschung ist ein Nein zu dem,
was uns und anderen nicht gut tut.