Teuflische Versuchung (Röm 12,21)
Lasse dich nicht vom Bösen besiegen,
sondern besiege das Böse durch das Gute. (Röm 12,21)
Hallo Du,
es ist schon interessant,
dass wir Menschen
dem Teuflischen eine Gestalt geben,
es als Teufel personifizieren,
der uns von außerhalb bedroht
und uns in Versuchung führen will.
Weil wir aber aufgeklärt sind,
glauben wir nicht an den Teufel
und doch begegnet uns
das Böse und Schlechte tagtäglich.
Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen,
das Teuflische ist ein Teil von uns.
Es ist verborgen in unserem egoistischen Willen
und versteckt in unseren verdeckten Trieben.
Unsichtbar in den negativen Gedanken und Gefühlen
versucht es, uns zu infizieren und zu vergiften,
unseren Geist zu besetzen und sich in uns auszubreiten,
bis wir ihm vollständig erlegen sind.
Dann bricht es aus uns heraus und verdirbt unser Umfeld,
unsere Familie, unsere Freunde und unsere Arbeit.
Das Teuflische in uns kann
Wut, Hass, Neid, Zorn, Gier, Trägheit,
eine lustvolle oder genussvolle Verlockung,
Maßlosigkeit oder Sonstiges sein,
das uns in kleinen Dingen versucht,
um unsere Standfestigkeit zu prüfen
und um uns beim geringsten Nachgeben
nach und nach zu verändern
und unser Unrechtsbewusstsein
zu trüben und auszuschalten.
„Man gönnt sich ja sonst nichts!“
Gnädiger Vater, ich danke Dir,
dass Du mich erkennen lässt,
dass das Teuflische in mir
und in jedem anderen Menschen
angelegt und vorhanden ist
und dass ich selbst darüber entscheide,
wie viel Raum ich ihm gebe
und ob ich es aus mir herauslasse.
Ich danke Dir aber noch mehr dafür,
dass Du mir Bescheidenheit und Dankbarkeit,
Demut, Selbstbeherrschung und Einsicht gegeben hast,
die mir helfen, meine Türen
gegen die teuflischen Versuchungen
und verführerischen Verlockungen
immer wieder zu verschließen,
um mich und andere nicht zu verletzen
und um das Schlechte in mir durch Vertrauen
auf Deine Weisheit und Gerechtigkeit
und durch Verständnis und Liebe
zu überwinden
und in Gutes zu verwandeln.

