Eschborn, den 17.09.2004
Menschliche Schmarotzer (Teil 1)
Hallo Du,
es gibt eine besondere Spezies von Mensch,
der es sich gerne auf Kosten anderer bequem macht.
Entweder auf Kosten der Gemeinschaft,
oder auf Kosten einzelner, nahestehender Personen.
Als Opfer sind dabei besonders die Menschen gefährdet,
die ein großes, freigebiges und unkritisches Herz haben;
also liebevolle Menschen, die gerne anderen helfen und für sie da sind.
Das Wesen des Schmarotzers ist, dass er seinen Wirt oder seine Wirtin
so lange aussaugt und entkräftet,
bis für ihn nichts mehr zu holen ist,
bis sein Opfer seelisch, geistig,
körperlich und geistlich zugrunde gegangen ist.
Dann wechselt er einfach zu einem anderen Wirt,
dessen Schwäche er meilenweit erkennt,
und beginnt von neuem mir seinem teuflischen Spiel.
Er kommt zu seinem Ziel,
indem er sich interessant macht,
indem er sich einschmeichelt,
indem er scheinbar aufmerksam, charmant und großzügig ist.
Er verspricht seinem Opfer gerade das, wonach es sich sehnt.
Er gibt nicht viel; gerade so viel,
dass die Hoffnung auf mehr erhalten bleibt
und damit die Motivation, für ihn zu sorgen.
Schmarotzer sind egoistisch und verantwortungslos,
sie haben keine Ehre und kein Unrechtsbewusstsein;
sie haben kein Gewissen und erst recht keine Liebe;
sie sind immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht.
Sie sehen Fehler und Schuld immer bei den anderen
und ihre Versprechungen und Taten liegen weit auseinander.
Sie geben sich gerne kindlich, unschuldig und hilflos,
unbeholfen oder als Opfer der Umstände.
Doch durch ihre Unehrlichkeit sind sie es selbst,
die diese Umstände und das Pech für sich und andere bewirken.
Es sind Menschen,
die wahrscheinlich als Kind
keine herzliche, selbstlose Liebe erfahren haben,
die vielleicht verwöhnt und emotional vernachlässigt wurden,
die bevormundet wurden und deshalb nicht lernen konnten,
für sich und für andere Verantwortung zu tragen.
Sie sind trickreich und haben hohe Ansprüche.
Sie sehen nur sich selbst und lassen andere für sich arbeiten.
Bei eigener Arbeit haben sie wenig Durchhaltevermögen,
besonders dann nicht,
wenn es mal nicht so erfolgreich läuft, wie sie es wollen.
Sie sind maßlos und fallen gerne in Selbstmitleid,
auch, um ihren Ernährer und Helfer erneut anzuspornen
und um ihn moralisch zu verpflichten.
Sie fühlen sich im Leben
als zu kurz gekommen und immer falsch behandelt.
Sie sind verbittert und voller negativer Erinnerungen
und deshalb glauben sie,
sich schamlos nehmen zu können
oder sich endlos geben lassen zu können,
was sie haben wollen.
Sie glauben, im Leben ein Recht darauf zu haben,
dass ihre Wünsche, Erwartungen und Forderungen erfüllt werden.
Dass sie sich dadurch selbst entehren, verletzen und schädigen
ist ihnen meist nicht bewusst.
Wie kann ich als Betroffener oder Betroffene damit umgehen?
Ganz einfach:
Der Schmarotzer bekommt ab sofort nichts mehr!
Wirklich gar nichts mehr! Auch nicht vorübergehend!
Alle gutgemeinten Versorgungs- und Verwöhnungstaten
werden endgültig eingestellt, ein für alle mal.
Er wird mit seiner eigenen Unwahrheit und Abhängigkeit konfrontiert.
Nur dadurch wird er auf eigene Beine gestellt.
Nur so muss und kann er selbständig werden!
Zuviel Hilfsbereitschaft und Hilfe machen abhängig!!!
Das ist nicht lieblos oder herzlos, sondern liebevoll!
Es ist liebevoll zunächst zu sich selbst und für die eigene Gesundheit,
aber auch liebevoll zu dem anderen,
weil man ihm dadurch
seine Selbstverantwortung und Selbstachtung zurückgibt.
Eigenständigkeit ist nur unbequem und mühsam,
Abhängigkeit dagegen ist für die Seele tödlich.
Wenn der Schmarotzer seinen Ernährer wirklich liebt,
dann verändert er sich,
dann wird er selbständig und verantwortungsbewusst,
dann wird er selbst zum liebevollen Geber und Unterstützer.
Wenn er aber nicht wirklich liebt,
dann sollte er schnell das Weite suchen,
dann ist es besser und gesünder, ihn ziehen zu lassen.
(Siehe dazu auch den Beitrag: ‚Menschliche Schmarotzer‘ Teil 2 - Ausgenutzt werden‘, Oktober 2020)
(Siehe dazu auch den Beitrag: ‚Konsequente Erziehung‘, Juli 2020)
(Siehe dazu auch den Beitrag: ‚Akzeptiere oder Ändere!‘, August 2020)
(Siehe dazu auch den Beitrag: ‚Jede Sinneswahrnehmung hat ein inneres Echo!‘ (Januar 2020)
(Siehe dazu auch den Beitrag: ‚Achte auf deine Gedanken und Gefühle‘ (Juni 2009)

