Ein Mann, nach dem Herzen Gottes
Der Herr hat sich einen Mann nach seinem Herzen gesucht (1.Sam 13,14)
Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein
auf sie werfen! (Joh 8,7)
Hallo Du,
Gott hatte sich damals David, als einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht.
Weshalb? Er war doch gar nicht frei von Sünde.
Es gibt wohl keinen Menschen, der frei von Sünde ist.
Also muss Gott einen anderen Maßstab für seine Gunst haben.
Die beiden Bibelverse inspirieren mich und, sie erinnern mich an einen Mann in der Bibelschule,
der gerne und bewundernd zu mir sagte:
'Harald, du bist ein Mann Gottes, einer nach seinem Herzen'.
Damals hatte ich erst kurz zuvor den Ruf Jesu laut genug gehört um ihn,
in Erkenntnis meiner Sünde, als neuen Herrn anzuerkennen. Und da waren mir
die Zusammenhänge, Bilder und Weisheiten der Bibel noch sehr unverständlich.
Zunächst dachte ich, das sei Ironie, doch es war ihm sehr ernst.
Mir war das peinlich und es machte mich verlegen, denn eine so hohe Meinung
habe ich nicht von mir. Und außerdem wusste ich in meiner Unwissenheit nicht,
was das genau es bedeutet. Auch verstand ich seine Bewunderung nicht.
Jetzt, verbunden mit dieser Inspiration, verstehe ich deutlicher,
was es bedeutet, ein Mann nach dem Herzen Gottes zu sein.
Und ich erkenne die Gabe dieses sensiblen und liebevollen Mannes,
wie auch die große Gnade, Güte und Barmherzigkeit des Herrn.
Wenn Gott Sünder wie mich auserwählt,
wenn Jesus mich und andere unvollkommenen Menschen in seine Nachfolge ruft,
was ist dann in uns 'nach seinem Herzen', nach seinem Wesen?
Es muss etwas Höheres und Wichtigeres sein, als Verfehlung.
Und was könnte höher sein? Liebe.
In Liebe,
- Gottes Hilfe anzunehmen;
- die eigene Sündhaftigkeit einzusehen und Fehler, Irrtümer und Torheiten einzuräumen;
- zu Gott und zum Guten umzukehren;
- begangenes Unrecht, die Übertretung von Gottes Geboten, zu bereuen und nicht mehr
herzlos und lieblos, hart, ungeduldig, verständnislos und unbelehrbar zu sein;
- sich Gott zu unterstellen und seine Hinweise und Angebote anzunehmen;
- sich gerade wegen der Sünde und Unfähigkeit treu an Jesus zu halten,
denn er ist der Wender,
der Befreier aus schlechten Bindungen, der Erretter Leid und Unfrieden,
der Erlöser aus Sündhaftigkeit und Heilbringer zu Frieden, Freude und Aufrichtigkeit;
- auf die Liebe und Weisheit und Gnade Gottes unaufhörlich zu vertrauen,
denn es gibt keine Alternative dazu;
- in allem auf den Herrn zu hoffen und dabei voller Zuversicht zu sein,
dass er das Richtige und Gute tut;
- die Herrschaft Gottes über alles anzuerkennen,
besonders über den kleinen Ich-König in uns;
- sich ganz dem liebevollen Willen und Wollen Gottes hinzugeben;
- den Herzenswunsch zu haben, das Haus Gottes mit zu erbauen.
Das hört sich nach viel und wie ein Pflichtkatalog an,
doch nichts davon kann man willentlich einhalten und abhaken.
Es ist eine gegebene Grundeinstellung, die Gott ermöglicht, durch uns zu wirken.
Diese Grundeinstellung lautet kurz und knapp: Gott lieben und ihm vertrauen!
Es ist verständlich, dass uns, dass mir selbst meine Sünde, meine Trennung von Gott,
und damit meine Unsicherheiten, Zweifel und Verfehlungen deutlicher waren,
als das Geheimnis der Liebe, die Gott in mich gelegt hatte.
Dieser fremde, liebevolle und sensible Mann
hat nicht meine oberflächlichen Schwächen gesehen,
sondern tief im Inneren diese Gabe und Stärke erkannt,
die in meiner Familie ausgeprägt ist.
Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl.
Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken.
Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt. (Ps 40,13)
Es ist normal, dass wir als unsichere Menschen Fehler machen, wenn wir
unbekannte Wege gehen, denn jeder Tag und jede Situation ist wie Neuland,
das eingenommen und fruchtbar gemacht werden will. Wir lernen dazu.
Wir lernen, dass Ergebnisse aus eigenem Wollen nicht fehlerfrei und dauerhaft sind
und dass der freie, unabhängige Wille des Menschen nichts wert ist, wenn er nicht
mit dem Willen Gottes verbunden und dem Geist seiner Liebe gefüllt ist.
Wir lernen, dass wir ohne Gott und seine Kraft unvollkommen und ohnmächtig sind
und ihn als bewahrenden Hirten und als führendes Licht brauchen.
Wir lernen, dass, wenn wir uns auf Jesus einlassen und ihm folgen,
unsere Einstellung und unser Leben sich ändert
und wir zu neuen, besseren Menschen werden.
Und wir lernen, dass es immer neue, unbekannte Bereiche in uns gibt,
für die wir seine vergebende Liebe und verändernde Kraft brauchen.
Nicht wir bekommen unser Leben in den Griff, sondern er.
Nicht wir bewirken, sondern er. Gott sei Dank.
Und doch, trotz Schwäche und Sünde,
erwählt er uns zu Männern und Frauen nach seinem Herzen.
Seine Liebe hofft und gibt uns Hoffnung.
Seine Liebe bestätigt und verwandelt Hoffnung in Zuversicht.
Seine Liebe segnet, damit wir zum Segen für andere werden.
Und der Pharao sprach zu seinen Großen(von Josef): Wie könnten wir einen Mann finden,
in dem der Geist Gottes ist wie in diesem? (1.Mo 41,38)

