Nöte, durch die euer Glaube auf die Probe gestellt wird (1.Petr 4,12)
Liebe Freunde, wundert euch nicht über die Nöte, die wie ein Feuersturm über euch
hereingebrochen sind und durch die euer Glaube auf die Probe gestellt wird; denkt
nicht, dass euch damit etwas Ungewöhnliches zustößt.
Freut euch vielmehr, dass ihr auf diese Weise an den Leiden teilhabt, die Christus
durchmachen musste; denn dann werdet ihr, wenn er in seiner Herrlichkeit erscheint,
erst recht von Freude und Jubel erfüllt sein. (1.Petr 4,12-13; NGÜ)
Hallo Du,
was mir an der Bibel besonders gut gefällt ist, dass sie uns in Nöten anspricht und weiterhilft, dass
sie Anfeindungen, Versuchungen oder auch Verfolgung den Schrecken nimmt und sie als normale,
schmerzhafte Herausforderungen und Prüfungen sieht, als Bewährungsproben und als sinnvolle
Geschehnisse. Wie gehen wir darin mit uns und anderen um? Wem geben wir die Schuld?
Hinterfragen wir uns? Halten wir trotzdem und gerade deswegen an Gott fest? Gehen wir in unser
stilles Besinnungs- und Gebetskämmerlein? Bitten wie Gott um Beistand, Kraft und Erkenntnis?
Bleiben wir in Hoffnung und Zuversicht auf seine Hilfe und sein Eingreifen? Sind wir
veränderungsbereit? Sind wir bereit seine Hinweise anzunehmen und ihm gehorsam zu sein?
Bleiben wir in diesem Gericht treu und standhaft in der Nachfolge Jesu?
Reagieren wir mit destruktiven Vorwürfen wie: „Warum lässt Gott das zu? Warum geschieht mir
das schon wieder?“ oder mit konstruktiven Fragen wie: „Wozu geschieht es? Wofür ist das gut?
Was kann ich daraus lernen?“
Die Bibel verknüpft Nöte mit Ursachen. Sie kommen nicht von ungefähr. Sie haben etwas mit uns
selbst zu tun, z.B. mit Fehleinstellungen, Fehlverhalten, Unwissenheit oder Gottesferne. Sie stellen
uns auf die Probe. Die Bibel sagt nicht: „Daran bist du selbst schuld. Sieh zu, wie du
zurechtkommst. Sie sagt vielmehr: „Erschrecke nicht, verzweifle nicht. Lasse dich nicht davon
lähmen oder von Gott wegziehen. Nöte sind ganz normal und gehören zum Leben.. Jeder kennt sie.
In ihnen brauchst du Hilfe. Bist du bereit, dir von Gott helfen zu lassen? Traust du ihm zu, dass er
dir helfen will und kann? Bist du bereit, ihm deine Situation und deine Ängste und Hoffnungen im
Gebet zu erzählen und ihn um Beistand zu bitten?“
Deine Beziehung zu Gott wird auf die Probe gestellt. Ist er für dich ein realer, verständiger und
vertrauenswürdiger himmlischer Vater und Lebensbegleiter oder ist er für dich ein harter, liebloser
oder gleichgültiger Wüterich? Kennst du ihn überhaupt richtig? Erkennst du in Jesus sein wahres
Wesen, seine Sehnsucht nach dir und seine Liebe für dich? Stehst du in ständiger Verbindung mit
ihnen? Bist du bereit, ihnen sein Leben mitsamt Heil und Wohlergehen anzuvertrauen?
Der zweite Bibelvers gibt uns eine überraschende Antwort, die mit unseren vielen Fragen
scheinbar nichts zu tun hat: Wir sollen uns freuen, dass wir Anteil an den Leiden Christi haben.
Ist das nicht Masochismus, eine Zumutung? Wer will schon leiden?
Dazu ein Beispiel: In der Schule musste auch ich lange Gedichte auswendig lernen, z.B. den
‚Zauberlehrling‘ von Johann Wolfgang von Goethe oder die ‚Kraniche des Ibykus‘ von Friedrich
Schiller oder den ‚Schimmelreiter‘ von Theodor Storm und das ist mir sehr schwer gefallen.
Deutsch war nicht gerade mein Lieblingsfach, ich war schlecht, den Lehrer fand ich doof und
merken konnte ich mir nur, was mich auch interessierte und was mir Spaß machte. Außerdem war
ich ein Kreativer. Etwas neu zu erfinden war für mich leichter, als etwas Fremdes zu reproduzieren.
Also, ich war in Not. Ich musste büffeln, wollte aber nicht. Ich musste viel Zeit investieren, obwohl
ich als 15-Järiger lieber mit meinen Freunden gespielt hätte. Ich musste mich zur ungeliebten
‚Pflicht‘ überwinden, obwohl ich nicht einmal wusste, ob ich überhaupt das Gedicht vortragen
musste.
Ich habe mich gequält. Ich habe gelitten. Ich bin zwischendurch fast verzweifelt, aber Mama war
hartnäckig. Schließlich musste ich einsehen, dass ich gar nicht so doof bin, nur bequem.
Die Kraniche musste ich Tatsächlich in der Klasse vortragen. Alles lief wie Butter. Der Lehrer war
angenehm überrascht und ich auch. An Betonung und Gefühl sollte ich noch arbeiten aber das für
mich so wichtige Erinnerungsvermögen war O.K. - und das hätte ich nicht gedacht.
Ich hatte mich mit Hilfe meiner Mutter der Situation gestellt. Ich hatte mich von Unlust oder
Ablehnung nicht unterkriegen lassen. Ich hatte gelernt, dass andere ähnlich Schwierigkeiten
überwinden mussten. Ich hatte gelernt, an mich und meine Merkfähigkeit zu glauben und das hat
mir später sehr geholfen. In der Überwindung bin ich gewachsen, über meine Angst, Unlust und
Trägheit hinaus und im Erfolg stand ich in der Klarheit, dass mir mehr möglich ist, als mir bewusst
war.
Zurück zum zweiten Leitvers: ‚Wir können uns darüber freuen, an Leiden teilzuhaben, die auch
Christus durchmachen musste‘. Auch er war ein Mensch wie du und ich. Er versteht uns in
unserem Leiden. Ihm ist nichts fremd.
Vielleicht ist es Jesus ja auch anfangs nicht leicht gefallen, die Thora auswendig zu lernen. Mit
Sicherheit aber war auch er Anfeindungen, Versuchungen, Verdächtigungen, Herausforderungen,
Prüfungen, Bewährungsproben sowie Qual und Leid und sogar Verfolgung ausgesetzt.
Wie hat er sich in seinen Feuerstürmen verhalten.. Immer wieder begab er sich in die Stille, in die
Nähe zu und das Gespräch mit seinem Gottvater und ließ sich darin inspirieren, stärken und neu
ausrichten.. Mit Gottes Unterstützung konnte er alle Herausforderungen meistern und mit seiner
Unterstützung sind auch wir auf einem guten Weg dorthin. Mit jeder mit ihm gemeinsam
überwundener Not wird eine Bewährungsprobe bestanden, unsere Verbindung mit ihm bestärkt
und unser Glaube und Vertrauen vertieft.
Erfolge auf dem Weg mit ihm erfüllen uns mit Freude und Jubel. Freude darüber, dass Jesus uns
geholfen hat, dass er in uns wohnt und uns nach und nach merklich nach seinem Vorbild in sein
Wesen verändert. Und Jubel darüber, dass wir ihm treu geblieben sind, dass wir zu seiner
himmlischen Familie gehören dürfen und mit ihm im Heiligen Geist verbunden sind. Dadurch
haben wir immer wieder am Sieg Jesu über das Böse teil, das uns von außen oder innen gefangen
nehmen will.
Meine Freude nach bestandener Gedichtsangstprüfung und mein Jubel nach einer unerwartet
guten Lehrerbeurteilung bleiben unvergessen, auch wenn eine Schwalbe noch keinen Frühling
macht, aber sie stärkt, ermutigt und lässt vertrauensvoll auf weitere ‚Wunder‘ hoffen.
Die und viele andere Erfahrungen mit Gott geben mir einen Vorgeschmack auf das, was geschieht,
wenn Jesus zum dritten Mal zu uns kommt.
Das erste Mal kam er als Baby in die Welt. In der Adventszeit warten wir symbolisch auf deine
Geburt, die wir dann an Weihnachten mit großer Freude und Dankbarkeit und seligem Jubeln und
Hoffen feiern.
Das zweite Mal kam er zu mir persönlich, als er mich zu sich rief und ich ihn kennenlernen durfte,
als ich mich für ihn als meinen Herrn entschied. Damit hat sich für mich alles geändert. Mein altes
Denken wurde durch den Geist Jesu erneuert und ich wurde in Schutz und Segen von Gottes
Familie aufgenommen.
Und das dritte Mal wird er kommen, wenn er in seiner Herrlichkeit erscheint, wenn er Gericht hält
und anschließend mit seinen Getreuen die Ewigkeit in einer neuen, heilen Welt ohne Nöte und
Leiden verbringt. Seine Herrlichkeit ist seine erleuchtende Klarheit und Reinheit, seine göttliche
Hoheit und Majestät, seine unvergleichliche Allmacht und Erhabenheit, seine Liebe,
Barmherzigkeit und Vergebung, sein gegenwärtiges, wohltuendes Wesen, seine strahlende
Heiligkeit, die in seinem irdischen Leben angeklungen sind.
Liebe Freunde, wundert euch nicht über die Nöte, die wie ein Feuersturm über euch
hereingebrochen sind und durch die euer Glaube auf die Probe gestellt wird; denkt nicht, dass euch
damit etwas Ungewöhnliches zustößt. Freut euch vielmehr, dass ihr auf diese Weise an den Leiden
teilhabt, die Christus durchmachen musste; denn dann werdet ihr, wenn er in seiner Herrlichkeit
erscheint, erst recht von Freude und Jubel erfüllt sein. (1.Petr 4,12-13; NGÜ)

