Meinen inneren Frieden gebe ich euch (Joh 14, 27)
Hallo Du,
kennst auch du das ungute Gefühl der inneren Unruhe, des Zwiespalts, des ungewissen Getrieben seins,
des Unfriedens mit dir oder anderen? Willkommen im Klub der menschelnden Menschen.
Jeder Mensch, alles Fleisch und Blut, jede Seele, ist immer mal wieder voller Unruhe und weiß dann nicht
mehr ein oder aus. Er wird, mehr oder weniger stark, von seinen Gelüsten und Begierden getrieben, von
seinen Gefühlen bestimmt, von seinem Wollen und seinen Zielen ausgerichtet oder von seiner eigenwilligen,
selbstbezogenen Natur vereinnahmt.
Paulus schreibt in Gal 5, 19-21:
Im Übrigen ist klar ersichtlich, was die Auswirkungen sind, wenn man sich von der eigenen Natur
(vom Fleisch) beherrschen lässt: Sexuelle Unmoral, Schamlosigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, okkulte
Praktiken, Feindseligkeiten, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Rechthaberei, Zerwürfnisse, Spaltungen,
Neid, Trunkenheit, Fressgier und noch vieles andere, was genauso ´verwerflich` ist.
In der Welt wollen wir es möglichst gut haben, wie alle anderen auch. Oft genug zu Lasten anderer.
So wurden wir in ihr geprägt. Wir wurden Knechte oder Mägde unseres weltlichen Begehrens und sind
damit Verführungen ausgeliefert. Und damit zwangsläufig auch dem inneren Unfrieden. Aber, das muss
nicht so bleiben!
Im Lied 577, EKG, 'Kind, du bist uns anvertraut', heißt es in der 2, Strophe:
Kampf und Krieg zerreißt die Welt, einer drückt den anderen nieder.
Dabei zählen Macht und Geld, Klugheit und gesunde Glieder.
Mut und Freiheit, das sind Gaben, die wir bitter nötig haben.
Mut und Freiheit kommen von Gott, unserem himmlischen Vater, der uns, trotz aller Irrwege, immer
noch liebt, uns zu sich zurückruft, damit wir in seinem Gefolge frei werden von dem Bösen, der und
das uns weiterhin gefangen halten und beherrschen will. Gott kann das ändern, wenn wir ihn lassen.
In Gal 5,16-17 empfiehlt Paulus:
Lasst den Geist ´Gottes` euer Verhalten bestimmen, dann werdet ihr nicht mehr den Begierden eurer
eigenen Natur nachgeben. Denn die menschliche Natur richtet sich mit ihrem Begehren gegen den Geist
´Gottes`, und der Geist ´Gottes` richtet sich mit seinem Begehren gegen die menschliche Natur.
Die beiden liegen im Streit miteinander, und jede Seite will verhindern, dass ihr das tut, wozu die andere
Seite euch drängt.
Wir leben also in einem inneren Zwiespalt, solange wir uns nicht für ganz Gott entschieden haben. Und die,
die Gott noch nicht kennen und an ihm ausrichten, bleiben ihren Begierden ausgeliefert und Leiden. Ihr
Problem ist, dass sich ihr Verhalten, ihr Wollen und ihre Ansichten sich gegen das Gute richtet, das mit ihrer
Zeugung in sie gelegt wurde und das in ihren Genen verankert ist.
Gott kennt diese menschliche Schwäche, dieses orientierungslose Suchen nach Lebensglück und Wohl-
ergehen, nach Geborgenheit und Liebe, nach Heimat und Frieden. Deswegen hat er ein Einsehen mit seinen,
noch geistlich unmündigen Kindern. Er ließ seinen Sohn Mensch werden und er war damit auch diesem
Leiden, dieser Zerrissenheit und diesem Unfrieden ausgesetzt. Jesus lernte am eigenen Leib die Unaus-
geglichenheit und den Zwiespalt der Menschen kennen. Und auch er, war der Egozentrik und Macht-
besessenheit, der Vorteilnahme und Habgier, dem Neid, dem Hochmut und der Missgunst anderer
ausgeliefert. Ihr fixiertes Wollen machte sie blind und taub für das Gute. Ja sie kreuzigten ihn sogar in ihrem
überheblichen Wahn, der sie vergiftete und knebelte und weiterhin von Gott trennte – und es auch heute
noch tut.
Doch anders als wir, ließ sich Jesus nicht von dem Bösen vereinnahmen. Er hatte in Gott, seinem Vater,
eine feste Basis. Der gab ihm Kraft und Stärke und Standhaftigkeit, dessen liebendes Wesen war fest in
ihm verankert. Seine Absichten, Werte und Ziele gaben ihm Sinn und Erfüllung. Nur dadurch konnten
die abgefallenen Menschen wieder mit Gott versöhnt werden, damit sie Frieden finden. Damit sie gott-
bezogene und geisterfüllte Menschen mit liebenden Herzen werden, zu wahren Kindern Gottes.
Damit sie Jesus als ihren Herrn und ihr Vorbild annehmen und nun sich und das Geschehen um sie
herum von Gott her sehen, seine Weisheit erkennen und gerne auf ihn hören.
Paulus schreibt in Gal 2,20: Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich
noch dieses irdische Leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen
und sich selbst für mich hingegeben hat.
Wir müssen nicht im Zwiespalt zwischen weltlichen Anforderung/Abhängigkeit und geistlich-freien Werten
und Idealen des Guten unglücklich verharren. Leiden fördert die Änderungsbereitschaft. Wir können uns
für Gott und sein Wort öffnen. Wir können unseren Herrschaftsanspruch auf Selbstbestimmung und
Selbstverwirklichung überwinden. Wir können Logik und Beweisbarkeit neben den Glauben an das Werden
es noch unsichtbaren Stellen. Sie ergänzen sich. Gott beweist sich in unseren Veränderungen.
Gott führt uns durch Vertrauen. Wir verwirklichen uns im Glauben an das Gute in uns. Der Glaube
überwindet unser altes Weltbild. Der Glaube in die Liebe Gottes, an Jesus Christus, vergibt uns unsere
Vergangenheit und gibt uns Sicherheit, Halt, Orientierung und Führung.
In 3.Joh 11 heißt es: Nimm nicht das Böse zum Vorbild, sondern das Gute. Es meint, orientiere dich nicht
am Schlechten, sondern am Guten. Es bedeutet: Blicke immer auf das Gute und wende dich nicht mehr
um zu dem Schlechten, das hinter dir liegt. Es besagt: Verbinde dich mit dem Guten. Lasse es in dir
wachsen und das Schlechte wird allmählich verlernt und vergessen. Es sagt: Entscheide dich für Gott
und lasse dir Jesus ein Vorbild sein. Und der Glaube an die Güte und Gnade Gottes erneuert das Denken,
Fühlen, Verhalten und Sein.
Glaube und Gottvertrauen erlösen uns aus Unsicherheit und Angst, aus Zweifel, Leid und Not, aus
Krankheit und Schmerz. Glaube und Gottvertrauen in die Liebe und Nachsicht Gottes bewirken, dass
auch wir liebevoll und nachsichtig werden, freundlich und gütig, geduldig und treu, friedliebend und
optimistisch freudig, gelassen. Wir beherrschen schlechtes inneres Drängen und nehmen Rücksicht
auf die Empfindsamkeit und Eigenständigkeit anderer.
Das zeichnet uns aus. Die neue Gottzugehörigkeit heiligt uns. Sie beschleunigt unsere Heilung an
Körper, Geist und Seele. Wir werden heil, ganz, wieder wie neu, durch die enge Verbindung mit Gott,
unserem Schöpfer und himmlischen Vater und das Leben 'nach seinen Geboten'.
Dennoch bleiben wir fehlbare Menschen. Der Kampf in der Welt zwischen Gut und Böse fordert uns
immer wieder neu zur Entschiedenheit für Gott heraus. Unser Gewissen, weist uns den Weg. Es
verdeutlicht uns aber auch unseren immer mal wieder auflodernden, inneren Kampf um Glauben
und Gottvertrauen.
Ist es genug, richtig und gut, sich an Jesus Christus zu binden? Ja!
In Joh 8,36 wird gesagt: Nur wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei.
Frei wovon? Frei, unser eigener Herr und Regent sein zu müssen. Frei davon, alles aus eigenen Kraft
und Herrlichkeit erreichen zu müssen oder zu wollen. Frei dafür, dem alten Schlamassel entfliehen zu
können. Frei dafür, Gottes Güte zu erkennen und seine Vergebung und Führung anzunehmen.
Dadurch werden und sind ein neues Leben mit fester Gottesbeziehung und Heilung wirklich möglich.
Tut Gott wirklich, was er verspricht? Ja, er kann nicht anders.
Er ist wahr, zuverlässig und liebevoll. Er ist väterlich, allmächtig und vertrauenswürdig.
Er ist in Jesus entgegenkommen und einladend, tröstend und ermutigend, zugewandt und barmherzig.
Nur ihm sind not-wendige Wunder möglich.
Ich habe es selbst erlebt und bin Beweis dafür:
In ausweglosem, innerem Unfrieden, in Selbstzweifel und Depression, in großer Not und Seelenpein,
wandte ich mich einst, mit dem letzten Fünkchen Hoffnung, an Gott. In großer Not schrie ich eindringlich
und hoffend: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann helfe mir jetzt! Ich kann nicht mehr!“ Und dabei
mir war nicht bewusst, dass dieser Schrei schon ein glaubendes Gebet war.
In Markus 9, 17-22 las ich dann etwas später, wie ein liebender, unsicherer Vater seinen schwerkranken
Sohn zu Jesus bringt. Der Sohn konnte nicht sprechen, weil er von einem bösen Geist beherrscht wurde.
Und der Vater bat Jesus: „Wenn es dir möglich ist, etwas zu tun, dann hab Erbarmen mit uns und hilf uns!“
Und Jesus antwortet ihm: „Wenn es dir möglich ist, sagst du? Für den, der glaubt, ist alles möglich.“
Da rief der Vater des Jungen: „Ich glaube! Hilf mir heraus aus meinem Unglauben!“
Das berührte mich tief und ich betete spontan: „Ja Gott, hilf auch mir heraus aus meinem Unglauben,
denn ich brauche ein festes Gottvertrauen, das meine Zweifel und Ängste überwindet und das in mir
endlich Zuversicht, Ruhe und Frieden bewirkt.
Und heute, viele Jahre später, in fester Verbundenheit mit Jesus, hat sich Gottes Wort aus 1.Joh 5,4-5
für mich bestätigt:
Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt
überwunden hat. Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes
Sohn ist?
Jesus sagt uns fest zu und darauf baue ich:
„Was ich euch zurücklasse, ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden – einen Frieden, wie ihn die Welt
nicht geben kann. Lasst euch durch nichts ´in eurem Glauben` erschüttern, und lasst euch nicht
entmutigen! (Joh 14, 27, NGÜ)

