Quo vadis?
Gutmütig missachtet,
hilfsbereit ausgenutzt,
verantwortungsbewusst ausgelaugt,
pflichtbewusst ausgebrannt,
diszipliniert gebrochen,
ausgelutscht, kraftlos und zerbrechlich
kann ich nicht mehr.
Ich gebe auf – endlich.
Die Lawine hat mich überrollt.
Mein Körper läuft Amok.
Die Achse ist zerbrochen.
Das Rad trägt nicht mehr.
Überlastung, Hektik und Stress,
Forderung, Druck, Misstrauen und Kontrolle,
Bedrohung, Repression und Mobbing
überfordern mich.
Ich sehne mich nach Stille,
nach umfassender, schützender Stille,
nach Ruhe, äußerem und innerem Frieden,
nach Schlaf und hoffenden Träumen,
nach sorglosem Durchschlafen,
nach entspanntem Aufstehen,
nach tatkräftigem, sinnvollem Tun
und nach Zeit zum Lieben und Leben.
Wozu lebe ich?
Abgeben ist irritierend.
Es schafft eine Leere.
Es ist ein wenig wie sterben.
Dennoch:
Ich muss abgeben, um zu genesen.
Ich möchte abgeben,
um nicht mehr ‚wichtig’ sein zu müssen.
Ich darf abgeben,
um Raum für Neues zu schaffen.
Langsam sollte ich mich finden –
um dadurch Gott nahe zu kommen.

