Rauchen
Hallo Du,
Rauchen ist ein gutes Beispiel dafür,
wie das Böse uns einnimmt und in uns wirkt.
Zunächst ist es nur ein kleines Übel,
das aber dann zu einem großen Problem führt.
Es beginnt aus einem Mangel heraus,
z.B. aus Langeweile oder Neugier,
aus einem ‚mithalten oder dazu gehören wollen’,
aus peinlicher Verlegenheit
oder daraus, eine Leere überbrücken zu wollen.
Bei der ersten Zigarette bemerkt man meist noch das Gift,
man muss sich überwinden,
man hustet und es schmeckt nicht,
man möchte gleich wieder aufhören,
aber man traut es sich dann doch nicht,
weil andere es auch tun,
weil sie dazu auffordern,
weil man, wenn man es nicht tut,
deswegen gehänselt und ausgrenzt wird,
weil man cool und mutig sein möchte
und sich keine Blöße geben will.
Aus diesen Gründen ist man bereits gefangen,
gefangen im eigenen Mangel und im eigenen Verhalten,
gefangen zwischen Hoffnung und Angst,
weit davon entfernt, sich mutig zu befreien.
Mit der ersten Zigarette im Bekanntenkreis
gehört man schon dazu
und ein Zurück wäre Feigheit und Schwäche,
ein Verrat an der Gruppe,
ein vermeintlicher Verrat des eigenen Mutes.
Und so greift das Böse um sich
und die Sucht ergreift Besitz vom Menschen.
Sie macht ihn immer abhängiger
und belässt ihn der der Illusion,
jederzeit damit aufhören zu können
und jederzeit die Kontrolle darüber zu haben,
wenn er nur will.
Aber warum sollte er wollen?
Tatsächlich aber beweist das Böse
in jedem Augenblick seine Stärke
über die Schwäche des Menschen.
Und so nimmt das Elend seinen Lauf.
Der Körper gewöhnt sich an das Gift
und verlangt immer mehr davon.
Die Psyche kommt ohne das Gift nicht mehr aus;
sie braucht eine Krücke als Halt.
Das Gift vergiftet den Körper und den Geist
und die Sucht nagt an der Würde des Menschen.
Der Rauch schlägt sich in den Lungen nieder,
setzt sie zu,
und nimmt ihnen die Luft zum Atmen,
immer stärker,
und damit auch die Luft zum Leben,
zur Lebensfreude und zu persönlicher Freiheit.
Aber auch nach außen wirkt das Gift.
Die anderen müssen es einatmen,
ob sie wollen oder nicht.
Es belästigt sie,
es belastet sie und schränkt sie ein.
Es entzündet ihre Augen und schwächt ihre Sehkraft,
es setzt sich auf ihre Haut und trocknet sie aus,
es klebt sich in ihre Haare und lässt sie altern,
es verschmutzt ihre Kleidung,
es verstinkt ihre Wohnungen und
es beeinträchtigt ihre Lebensqualität.
Sie begegnen ihm überall,
weil die Sucht sich ausbreitet und breit macht,
weil sie hemmungslos und egoistisch ist,
weil sie rücksichtslos ist,
und weil Rauch und Gas keine Grenzen kennt.

