Sich verrückt machen (Joh 10,20)
Er ist von einem Dämonen besessen! Er ist verrückt.
Warum hört ihr ihm überhaupt zu? (Joh 10,20)
Hallo Du,
dein Nervenkostüm ist angegriffen,
du bist angespannt, verspannt und nervös,
du bist übersensibel und kränkelst,
du kriegst die Kurve nicht mehr, alles wird dir zuviel,
du hast Kopf- Hals- und/oder Rückenschmerzen,
du bist erschöpft und willst deine Ruhe haben.
Kennst du das?
Wer sich verrückt macht, verrückt sich
aus der Ruhe in die Unruhe -
und wenn man nicht aufpasst, bleibt man verrückt.
Wie passiert das?
Manche Menschen, vor allem Frauen,
haben die Gabe vieles gleichzeitig erledigen zu können.
Man nennt das heute stolz Multitasking
und freut sich,
dass man das kann,
dass man das noch besser kann,
ja, dass man das noch weiter steigern kann.
Und wer sich darauf einlässt erfährt eine gefährliche Stärke,
die zur Schwäche werden kann,
an der man sich leicht überheben kann,
nämlich dann, wenn man überheblich wird,
wenn man sich selbst damit herausfordert,
sich vielleicht sogar mit anderen vergleicht oder,
wenn das zeitsparende parallele Denken und Tun dauerhaft eingesetzt wird.
Das kostet Substanz und Kraft.
Das geht an die Nerven.
Das geht auf den Geist.
Das geht auf die Gesundheit.
Nach und nach verrückt man sich in eine Ecke,
aus der man nicht wieder so leicht herauskommt,
weil es zu einem eingefahrenen, festgefahrenen Verhalten wird.
Ich sage dir:
Du hast zu viel im Kopf;
Du hast zu viel am Hals;
Du hast dir zu viel aufgeladen!
Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Rückenschmerzen.
Ich sehe dich (verkrampft) den Kopf schütteln.
Das kann nicht sein.
Das geht doch sonst auch immer gut.
Mein Schwachsein muss woanders her kommen.
Wer zuviel im Kopf hat, bei dem läuft das Denken heiß,
der kommt aus dem „kreiselnden Denken“
und dem „sich Sorgen um“ nicht mehr heraus.
Seine Gedanken verselbständigen sich.
Wer zuviel am Hals hat,
bekommt einen ‚dicken Hals’ und kann den Kopf nicht mehr drehen,
er ist nicht mehr wendig, umsichtig und übersichtig.
Wer zuviel trägt, verträgt keine Pause.
Er/Sie will ja - seltsamerweise - seine Last tragen,
die selbstauferlegte Aufgabe erfüllen
und Pause wäre da unproduktiver Zeitverlust, tragen ohne Effekt.
Oh ihr Armen,
ihr seht so viele lose Enden und wollt sie miteinander verbinden;
ihr seht so viele Zusammenhänge
und könnt das Wichtige vom Unwichtigen nicht mehr trennen.
Also denkt und macht ihr alles,
- am Besten gleichzeitig, denn dann geht es ja schneller -,
bis euer Kopf brummt und eure Seele und euer Geist verstummt.
Und aus der gewonnenen Zeit nehmt ihr euch keine (Aus)Zeit,
denn es ist ja noch so viel zu tun.
Ist das eure Pflicht?
Was genau ist es in euch?
Barmherzigkeit, Aufopferung oder Selbstbeleuchtung?
Erbarmen oder Überheblichkeit?
Liebe oder freudlose (Arbeits-)Belastung?
Wer sich verrückt macht,
verrückt sein ICH und stellt es in den Vordergrund.
Sie/Er nimmt sICH, sein ICH, zu wichtig
und glaubt, alles selbst machen zu müssen.
Vielleicht glaubt sie/er sogar,
die Welt verbessern zu müssen.
Damit überhebt sich jede und jeder!
Das kann nur Gott
und selbst der hat damit immer wieder seine Schwierigkeiten.
Er hat dir einen freien Willen gegeben,
damit du entscheiden kannst, was du tust:
Wenn du deinen Weg gehen willst
- aus eigener Kraft, eigenem Verstand und Können -,
dann wirst du immer gegen eine Wand der Ohnmacht und Unfähigkeit laufen.
Wenn du aber Gott vertraust,
dass er alles zu einem ‚richtigen’ Ende bringt
- auch wenn es zunächst nicht immer danach aussieht -
dann fühlst du dich nicht dauernd aufgefordert, es selbst zu tun
und dann wirst du wieder offen für Lösungen,
die sich ‚von alleine’ ergeben, die durch Gott kommen.
Und wie weißt du,
wann du etwas Gott überlassen kannst
oder wann du etwas selbst tun musst?
Das ist ganz einfach:
Überlasse es immer Gott!
Wenn er dich mit deiner Gabe braucht,
wird er es dir zeigen und du wirst es dann einfach wissen.
Er möchte nicht, dass du dich in seine Angelegenheiten einmischst,
aber er möchte, dass du genau die Aufgabe erfüllst, die er dir gibt,
nämlich die, die zu deiner Gabe passt und sie verstärkt.
Danach hast du wieder Zeit,
dich zu erholen,
zu dir zu kommen,
die Zusammenhänge zu verstehen und Gott zu danken,
Kraft zu tanken für einen neuen Einsatz.
Gehe liebevoll mit deiner Kraft und mit deiner Zeit um;
gehe liebevoll mit dir um und zwinge dich zu nichts,
damit du einsatzbereit bist, wenn Gott dich ruft.
Merke dir:
Du musst nichts tun, du kannst und du darfst!
Alles ‚müssen’ kommt aus dem eigenen Willen und Verstand.
Es ist selbstauferlegt.
Es verstellt dir die Sicht auf Gottes Willen und seine Weisheit
und es bringt dich zum Stand, zum Stillstand, um den Verstand.
Dein Verstand versteht sich nicht mehr
und du läufst ständig hinter ihm her.
Gestehe dir ein:
„ICH mache mich, mein ICH, verrückt.
ICH werde erst wieder zurechtgerückt,
wenn mein ICH Gott nachgestellt ist
und ER mit seiner Macht alles macht.“
Dann kannst du loslassen.
Dann entspannst du.
Dann findest Du inneren Frieden.
Dann bist du wieder in Seinem Willen.
Wenn wir stark genug geworden sind,
um dauerhaft ohne unser ICH zu leben, selbstlos zu lieben
und uns Gottes Geist und Wesen ganz hinzugeben, in ihm ganz aufzugehen,
dann kann und wird er ‚durch mich’, also auch durch dich wirken;
dann erfüllt sich, worauf du hoffst und was du versuchst,
dann erfüllt sich folgende Verheißung Jesu an dir:
„Wer an mich glaubt, wird die gleichen Taten vollbringen wie ich,
ja sogar noch größere; denn ich gehe zum Vater.
Worum ihr in meinem Namen bitten werdet, das werde ich euch geben,
damit durch die Taten des Sohnes die Herrlichkeit des Vaters sichtbar wird.“
(Joh 14, 12 – 13)

