Der Augenblick ist mein
Hallo Du,
der hier gewürdigte Augenblick ist der kurze Moment,
in dem sich in mir Vergangenheit und Zukunft berühren,
in dem ich das Besondere des Augenblicks wahrnehme und aufnehme,
in dem ich die Gegenwart bewusst erlebe und sie in mir wirken lasse,
in dem ich mich ihr vollständig hingebe und mich grenzenlos gebe,
In diesem kurzen Augenblick kann ich nur sein,
nur offen sein, nur fließen und genießen,
nur eins sein mit dem, was gerade mit mir geschieht,
nur verschmelzen mit Raum und Zeit
und zeitlos in die Ewigkeit eintauchen,
denn für Anderes bleibt keine Zeit
und dafür ist auch nicht die richtige Zeit,
denn alles Andere
würde das Besondere und das Heilige des Augenblicks stören, zerstören.
Die wunderschöne Erfahrung des Augenblicks,
die Gipfelerfahrung des ‚Eins-sein-mit-allem’,
der Zustand des gleichzeitigen Losgelöst- und Eingebundenseins,
das überwältigende Erleben der Ewigkeit in der Endlichkeit,
löst in uns Freude, Wohlbefinden und Zufriedenheit aus,
lässt uns Glücksgefühle empfinden,
erneuert unseren Lebensmut
und füllt uns mit neuer Lebensenergie.
Wir sehnen uns nach solchen Augenblicken,
doch leider sind sie sehr vergänglich –
und leider kommen sie nur selten vor.
Aber das liegt alleine an uns selbst,
denn wir haben eine feste Vorstellung vom Glück.
Wir wollen die glücklichen Momente erplanen und erzwingen
und wenn sie dann mal zufällig da sind,
versuchen wir sie festzuhalten,
doch wir können sie bestenfalls in Erinnerung behalten,
und selbst da verblassen sie mit der Zeit.
Uns ist nicht bewusst,
dass wir diese Glücksaugenblicke immer wieder erleben können,
dass sie uns zu Hauf umgeben, ohne dass wir sie erkennen.
Wir müssen nur lernen, den unerwarteten Augenblick zulassen,
uns dafür Zeit zu nehmen
und uns in seine Gegenwart zu vertiefen.
Wenn wir uns vollständig und ohne Absicht öffnen;
wenn wir das, was gerade ist, ohne wenn und aber annehmen;
wenn wir uns ganz darauf einlassen, konzentrieren und darin aufgehen,
dann beherrschen wir die Kunst,
ganz im Augenblick zu sein.
ganz in unserer Mitte zu sein,
ganz in Gottes Hand zu sein.
Es gibt viele dieser Gipfelerlebnisse
auf den verschiedensten Ebenen unseres Seins,
wir müssen uns nur davon berühren lassen.
Wir wissen nicht, was dabei geschieht,
aber wir haben hinterher das befreiende Gefühl,
dass wir ‚ganz weg’ und trotzdem ‚ganz da’ waren,
dass wir uns selbst vollständig vergessen hatten
und dass wir ganz präsent sein können,
gerade wenn wir uns selbst vergessen.
Nur dann,
und gerade dann,
ist der Augenblick mein,
bin ich ein Teil davon,
bin ich Ich,
bin ich.

