Ohne Gott ist alles nichts
Hallo Du,
Ohne Gott ist alles nichts, ohne Bedeutung, ohne Zusammenhang, ohne Sinn.
Ohne Gott sind wir nichts, ohne Bedeutung, ohne Sinn. Wir leben nicht für uns,
sondern für ihn. Wir streben nicht nach Selbstverwirklichung, sondern nach ihm.
Wissen ist leer, es sei denn es hilft Gott und seiner Natur.
Aber welche Weisheit könnte seine überbieten?
Nicht das Wissen, der Hochmut, die Einbildung und auch nicht die Überheblichkeit.
In ihnen wollen wir nicht nur sein wie er, sondern mehr.
In ihnen sind wir taub und blind, sogar für unser eigenes Kind.
Gott war, ist und wird sein, groß, erhaben und durch und durch rein.
Alles kommt aus ihm und alles zieht uns zu ihm hin.
Er ist ein Teil vom allem und alles ist ein Teil von ihm.
Er teilt sich mit seiner Schöpfung und die Schöpfung lebt durch ihn.
Er verbindet alles und setzt es in Beziehung.
Er hat die Gegensätze geschaffen,
damit zwischen ihnen Leben, Werden und Vergehen geschieht,
damit wir zwischen ihnen unsere freie Entscheidung treffen können,
damit wir uns ihm nähern können.
Das Eine braucht das Andere, nichts kann für sich alleine sein.
Das Große besteht aus dem Kleinen und das Kleine aus dem noch Kleineren.
Ohne das Kleine gäbe es das Große nicht; ohne das Große hätte das Kleine keinen Sinn.
Alles ist im Fluss, es fließt im Kreis, ohne Anfang und Ende
Und doch gibt es einen Anfang und ein Ende, sie vereinigen sich in Gott.
Was wurde, wird gewesen sein und was sein wird, wird aus dem, was war.
Nichts ist unnütz oder überflüssig. Alles hat seine Bedeutung und Aufgabe.
Geht etwas verloren, dann verliert alles – und doch gewinnt auch alles,
denn kein Platz bleibt unbesetzt, keine Lücke leer.
Im Vergehen liegt der Neubeginn und im Neubeginn beginnt das Vergehen.
Die Welt ist viel mehr als Materie.
Materie ist der Baustein, aus dem die Natur geworden ist.
Die Naturgesetze verbinden die Materie und ordnen sie.
Vieles erscheint dem Menschen als Chaos, weil er keinen Überblick hat.
Gottes Weisheit ist für ihn zu groß und doch hat alles seine Ordnung.
Lange bevor es Menschen gab, wirkte das kosmische Gesetz:
Alles steht mit allem in Beziehung. Alles ist von allem abhängig.
Keines steht über dem anderen. Gott verbindet alles.
Die Ameise lebt in ihrer Welt, der Fisch in seiner und das Nashorn wieder in
einer anderen und doch leben alle in der gleichen Welt. Auch wenn sie nichts
voneinander wissen, gehören sie doch zusammen. Jedes hat seine Aufgabe
und seinen Sinn, jedes ist Teil des einen Gottes, aus dem auch wir sind und zu dem
es uns hinzieht, in dem wir sein wollen. Er ist unser Zuhause. In ihm sind wir geborgen
und vereint. In ihm werden wir verwandelt.
In ihm ist alles geborgen, auch unser Feind. Wer ist dieser Feind?
Nicht der, der anderer Meinung ist, sondern der, der uns halsstarrig auf der eigenen
Meinung bestehen lässt. Wir selbst sind unser größter Feind, weil wir mehr sein wollen,
als wir sind,
weil wir mehr haben wollen, als wir vertragen können und weil wir Wunschschlösser bauen,
die kein Fundament haben.
Der mächtige Baum wächst aus einem kleinen Samen und wird gestärkt durch
Wind und Wetter.
Auch wir brauchen Erprobung, Herausforderung und Widerstand, um groß und stark zu
werden, damit wir die Verantwortung für uns und andere tragen können, vor Gott.
Gott tut nichts nur für uns,
sondern er wirkt an uns in uns, damit wir bereitet werden dafür,
dass er durch uns wirken kann, damit wir ihm zur Verfügung stehen.
Er wirkt in uns durch seinen Geist, der sich uns
im Gewissen oder der Ahnung, in der Inspiration oder der Intuition,
im Traum oder der Vision, in der Situation und den Geschehnissen zeigt.
Gottes Geist ist nicht materiell. Sein Maßstab ist nicht materiell.
Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Besonnenheit und
Selbstbeherrschung sind nicht materiell, aber real. Ihre Gegensätze ebenfalls.
Sie bestimmen unsere Motivation, unsere Ausrichtung und unser Ziel.
Im Guten sind wir mit ihm verbunden, im Schlechten von ihm abgewendet, gegen ihn.
Sein Wirken setzt uns in Beziehung und darin in Veränderung und weil nichts ohne
Beziehung und Veränderung sein kann, manifestiert er sich gerade darin. Er drückt sich in
unseren Beziehungen, in unserem Bezug zu etwas aus, in unseren Gefühlen, in unserem
Denken, in unserem Verhalten, letztlich in unserem ganzen Wesen. Dafür braucht er den
Menschen, der nach seinem Willen lebt, der sich ihm zur Verfügung stellt, dessen Körper,
Verstand und Geist sein Tempel und seine Wohnung sein können, in dem er sich wohl fühlt,
nämlich in uns, in seinen Kindern, in seinem Fleisch und Blut, in seinem Ebenbild, Geist und
Gut.
Wenn das Eine das Andere in sich aufnimmt, stirbt das Andere nicht, es wird Teil des Einen.
Wenn das Eine vergeht, wird es wieder Teil des Anderen. Alles bleibt, alles bleibt in Gott.
Werden und Vergehen ist ewig, ist Bewegung und Kreislauf. Es hat keine Zeit, nur wir sehen
die Begrenztheit. Für Gott ist ein Äon wie ein Tag. Der Tag kennt das Jahr nicht, aber das Jahr
jeden einzelnen Tag. Es setzt sich aus ihnen zusammen. Der Mensch kennt Gott nicht, er
kann ihn nicht erfassen, aber Gott kennt jeden Menschen, jeden Einzelnen, denn jeder ist ein
Teil von ihm.
Welche Bedeutung hat ein einzelner Ton? Erst im Konzert mit den anderen zeigt sich die
Melodie. Welche Bedeutung hat das einzelne Wort? Nur im Satz hat es seine klare Position,
nur im Kontext erschließt sich sein wahrer Sinn, nur in der Verbindung mit vielen anderen
Worten erfüllt es seine jeweilige Aufgabe. Unsere Bedeutung entsteht aus der Verbindung
mit ihm. Je enger wir mit ihm verbunden sind, desto mehr überragen wir uns selbst, unseren
isolierenden Selbstbezug, unser kleines begrenzendes Ich, und desto mehr sind wir geöffnet
für das Ganze. Ein Puzzle zeigt nur dann das Ganze, wenn sich die Teile zusammenfügen
lassen und zusammengefügt sind. Unsere Bedeutung liegt im Wir, in der Gesamtschau der
Teile. Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile, das Ganze ist das Ebenbild Gottes. Er
besteht aus den einzelnen Teilen.
Gelobt sei Gott und sein Sohn Jesus Christus, der uns dies gezeigt hat. Amen.

