Eschborn, den 19.06.2020
Liebevolle und konsequente Haltung und Erziehung (Spr 3, 11-13)
Mein Sohn, wenn der HERR dich zurechtweist, dann sei nicht entrüstet und sträube dich nicht,
denn darin zeigt sich seine Liebe. Wie ein Vater seinen Sohn erzieht, den er liebt, so erzieht
dich auch der HERR. Glücklich ist der Mensch, der weise und urteilsfähig geworden ist!
(Spr 3, 11-13; HfA)
Hallo Du,
von meinem Fenster aus schaue ich direkt auf einen Kinderspielplatz und beobachte manchmal
einen ‚seltsamen‘ Umgang von Eltern oder ErzieherInnen mit ihren Kindern und ich sehe auch,
wie die Kinder darauf reagieren. Ich erkenne beispielsweise Gleichgültigkeit, Unverständnis,
Ungeduld, Laschheit oder auch herzlose ‚Zucht und Ordnung‘. Als Vater, Opa und ehemaliger
Lehrer schmerzt mich das. Da wird Lieblosigkeit ausgeübt, weitergegeben und eingepflanzt.
Wie sollte Erziehung sein?
Eine gute Erziehung ist liebevolle und verantwortungsbewusste Führung, verbunden mit
Hilfestellung beim Einüben von positiven Denk- und Verhaltensweisen von Heranwachsenden.
Sie hat zum Ziel, wertvolle Veranlagungen zu entdecken, zu fördern und zu festigen, wie auch
die Entstehung schädlicher Anteile zu verhindern. Eine gute Erziehung vermittelt anerkannte
Werte wie Aufmerksamkeit, Lernbereitschaft, Fleiß, Ausdauer, Wissen und Können, aber auch
Sozialkompetenzen wie Liebe, Friedfertigkeit, Freundlichkeit, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft,
Rücksichtnahme, Geduld, Respekt, Toleranz, Treue und Selbstbeherrschung. Damit ist sie
persönlichkeits- und charakterbildend für Lernende und später dann auch beispielgebend für
deren Kinder.
Eine liebevolle, klare, transparente und konsequente Erziehung baut auf Gehorsam durch
Vertrauen auf, nicht aber auf erzwungenen Gehorsam aus Angst. Es geht ihr darum, ein
Bitten wahrzunehmen, einen Rat zu prüfen, einer Erklärung zu vertrauen, einen Hinweis ernst
zu nehmen, ein Gebot zu beachten oder eine Anweisung zu befolgen. Es geht darum, sich
etwas sagen zu lassen und sich einzuordnen. Eine gute Erziehung ist Grundlage und
Voraussetzung für ein späteres, fruchtbares Leben in Familie und Beruf.
Was bedeutet ‚konsequent sein‘?
Konsequent zu sein bedeutet, dass Eltern, wie auch Lehrer oder Erzieher, eine konkrete und
klare Vorstellung von `guter` Erziehung haben, diese entschlossen und beharrlich anstreben,
bei wichtigen Maßnahmen festbleiben und das jeweilige Erziehungsziel unbeirrt einüben.
Dabei können die Heranwachsenden entscheiden, wie sie sich verhalten. Gehen sie den
erwünschten und angestrebten Weg mit, dann wird das durch Loben bestätigt und anerkannt.
Wollen sie lieber eigene, gefährliche Wege gehen, müssen sie (wie im richtigen Leben) die
Folgen ihres Handelns tragen. Die können sein: weiteres Üben, weniger gelobt werden,
ermahnt oder getadelt werden oder gar persönliche Einschränkungen hinnehmen zu müssen.
Was bedeutet ‚Laschheit‘?
In der Erziehung lasch zu sein bedeutet beispielsweise, die Erziehungsziele und die späteren
Auswirkungen von schlechter Erziehung nicht oder nur ungenau zu kennen, sich der eigenen
Erziehungspflicht und -verantwortung nicht bewusst zu sein oder sich nicht zu bemühen. Auch,
bei Widerstand oder Verweigerung der Heranwachsenden einzuknicken, Konflikte zu meiden,
Ungehorsam zu übergehen, vorausschauend keine klaren Grenzen zu setzen und letztlich auch,
selbst schwach und gleichgültig zu sein und die Heranwachsenden nicht zu lieben.
Irren ist menschlich
Aber, auch Erziehende können sich irren. Deswegen geschieht Erziehung nicht von oben herab,
nicht durch unpersönliche, straffe Zucht oder kalte Strenge mit dem Ziel einer schnellen Unter-
ordnung, sondern sie geschieht in einem andauernden Vertrauensdialog, der durch Liebe, Güte
und Geduld, Ehrlichkeit, liebevolles Miteinander, gegenseitige Achtung und Wertschätzung,
sowie durch Verständnis, Rücksichtnahme und eigene Korrektur geprägt ist. Im vertrauenden
Miteinander wird Unbekanntes spielerisch und mir Interesse und Freude erkundet. Beide Seiten
wachsen darin.
Nun, kein Mensch ist vollkommen. Trotzdem ist der Mensch eine geniale (aber schwierige und
widersprüchliche) Konstruktion. Er ist ein Individuum und dennoch auf andere angewiesen.
Das erschwert manches, sichert aber auch sein Überleben, sowohl in Bezug auf seine Sicherheit,
wie auch auf seine Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung.
Schon von früher Kindheit an ist der Mensch darauf ausgerichtet, seine körperlichen und sozialen
Bedürfnisse durch Unmutsbekundigungen einzufordern. Später versucht er das dann auch (mehr
oder weniger hartnäckig) bei spontanem Wünschen und Wollen, denn er weiß noch nicht, was für
ihn gut oder schädlich ist. Er hat schon die Fähigkeit zum eigenen Willen und Wollen, aber noch
nicht die Reife für die freie Entscheidungskraft. Das macht es allen Beteiligten schwer. Zur
Ermutigung der Erziehenden zitiere ich 2. Tim 1,7; HfA:
Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt
uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.
Tatsächlich gibt es vieles, was wir aus uns heraus nicht können. Wir brauchen dann zusätzliche
Unterstützung, erfahrenen Rat, verlässliche Hilfe und souveräne Führung.
Junge Menschen erziehen
Junge Menschen zu erziehen bedeutet u.a.: sie geduldig auszubilden, schrittweise ihre individuellen
Fähigkeiten zu entwickeln und sie nach und nach zur Reife zu bringen. Was in ihnen noch verborgen
ist, soll sich zeigen, entfalten und festigen.
Was alles steckt in diesem jungen Wesen? Welche latenten Eigenschaften hat es? Welche
besonderen Begabungen und Fähigkeiten? Was genau zeichnet es aus? Was kann es später
zur Lebensgemeinschaft beitragen?
Um das zu erkennen, braucht man ernsthaftes Interesse, Wohlwollen und Lebenserfahrung,
Zuwendung und Aufmerksamkeit und natürlich andauernde Gemeinschaft.
Erziehen bedeutet nicht, das Wesen der Heranwachsenden nach willkürlichen Maßstäben zu
bestimmen und zu prägen oder, deren eigenes Wesen durch Gewalt zu brechen oder, ihnen
selbstnütziges Denken aufzuzwingen, z.B. eigene Werte, Ansichten, Ziele und Lebenswünsche.
Erziehung gelingt nie mit Gewalt, sondern nur im Vertrauensverhältnis, nur im liebevollen
Miteinander und nur durch jeweils angemessene Lernschritte und Maßnahmen.
Erziehen beinhaltet, sich einzufühlen; das Gute zu suchen, zu erkennen und zu fördern; den
Lernenden wohlwollend zu begegnen, sie zu führen, zu begleiten, zu schützen und zu beraten
und auch, selbst beispielhaft zu sein.
Was zeichnet einen ‚guten‘ Menschen aus? Wo finden wir verlässliche Aussagen und Leitlinien
für einen objektiven Bewertungsmaßstab? Wo, für eine gute Erziehung?
Vielleicht in einem sittlichen Verhaltenskodex? Vielleicht in Büchern über Tugenden und
Untugenden? Vielleicht bei YouTube oder in Internetpredigten? Vielleicht in der Bibel?
Oder vielleicht in der Selbstfrage und Erkenntnis: Was tut mir dauerhaft gut und schadet
keinem anderen?
Unsere Vorfahren formulierten dafür einprägsame Sprichwörter und einen kurzen aber
umfassenden Verhaltensgrundsatz: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt
werden willst. In der Bibel heißt das Gebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Das
Sprichwort dazu heißt: Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg auch keinem andern zu!
Leider sind in der heutigen Leistungs- und Wettbewerbsgesellschaft individuelles Wissen,
Können und Durchsetzungsvermögen sehr gefragt. Sie bestimmen die Ausbildung immer
stärker. Soziale oder geistliche Werte werden zunehmend vernachlässigt. Deswegen frage
ich provokativ: Wie wird das künftige Zusammenleben ohne soziale Werte wie Liebe,
Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherr-
schung aussehen?
Wahrscheinlich gibt es ein soziales Hauen und Stechen. Jeder wird versuchen, den anderen zu
manipulieren, zu übertrumpfen und zu übervorteilen. Jeder wirde nur an sich denken.
Die Folgen davon wären beispielsweise: ständige Angst und Feindschaft, Misstrauen, Isolation
und Vereinsamung, eine weitere Auflösung von Lebensgemeinschaften, kalte und wechselnde
Beziehungen zum einseitigen oder gegenseitigen Vorteil, lustbetonte Lebensausrichtungen und
wahrscheinlich auch zunehmende Kinderlosigkeit. Quo vadis? Es ist schon zu erkennen.
Erziehung und Reifung sind nicht immer leicht! Sie beinhalten ständige Auseinandersetzungen
mit dem kindlichem Eigenwillen, mit Uneinsichtigkeit und Kurzsichtigkeit, mit Widerstand,
Egoismus und schnöder Bequemlichkeit. Trotzdem: Erziehen ist veredeln! Ein Diamant im
Rohzustand ist unscheinbar, geschliffen aber glänzt er klar und strahlend.
Die Bibel
Was würde geschehen, wenn elterliche Erziehung lasch und inkonsequent wäre? Was würde
geschehen, wenn jeder machen könnte und würde, was er gerade will und was ihm gefällt?
Was wäre die Welt ohne Gesetze und Strafe? Was, ohne Ordnung und Verlässlichkeit?
Viele Antworten zu diesen Fragen finden wir in der Bibel, in dem Buch über menschliche
Verhaltensweisen und deren Auswirkungen, in dem Buch der Lebenserfahrung, in dem Buch,
das Menschen versteht und ihnen Orientierung geben möchte.
Die Bibel geht davon aus, dass es eine oberste Instanz gibt, Gott, den weisen, allmächtigen
und allwissenden Schöpfer von allem, den Urvater allen Lebens, den Konstrukteur des
Universums und auch aller Geschöpfe, auch der Menschen, seiner Kinder. Er weiß, wie sie
ticken und was sie brauchen. Und er weiß, welche Regeln ihnen guttun.
Seine Erziehung geschieht in Verbindung mit ihnen, in gegenseitiger Verbindlichkeit. Auf
seiner Seite: durch geduldige und anhaltende Liebe, Fürsorge und gnädiges Geben, auf
Menschenseite: durch ‚Ihn anerkennen‘, durch Treue und dankbares Annehmen.
Durch sein Wort gibt er Orientierung und Führung, durch seinen Sohn Jesus Verständnis,
Vergebung Erbarmen und Beispiel und durch seinen Geist, Erkenntnis und Verbindung.
In allem ist er konsequent, bei anhaltender Uneinsichtigkeit auch mal streng durch
Selbstüberlassung auf Irrwegen, die oft eindrückliche und schmerzhafte Lehren zur Folge
haben.
Wer ist dieser unsichtbare Gott?
1 a) Name und Aufgabe
In 2.Mo 3,13 fragt Mose Gott nach seinem Namen. (Damals charakterisierte der Name die
Person und auch ihren Lebensauftrag.) In Vers 14 nennt sich Gott: „Ich bin, der ich bin!“
was gleichzeitig auch bedeutet: „Ich werde sein, der ich sein werde“.
Das ist zunächst nichtssagend. Aber wenn der Schöpfer von sich sagt: „Ich bin! – Ich werde
(immer) sein!“, dann ist damit das Wichtigste gesagt. Gott ist real und ewig. Er und seine
Liebe ändern sich nie. Und der Zusatz: ‚der ich bin‘ bzw. ‚der ich sein werde‘, bezeichnet
seine unbeschreibliche, unfassbare und unendliche Größe, seine Macht, Stärke und
Herrlichkeit. Kein anderer Name würde seinem Wesen gerecht.
Weitere Übersetzungen enthalten in der Namensbedeutung den Bezug zu den Menschen:
„Ich werde für euch da sein“; „Ich werde mich für euch hilfreich erweisen“; „Ich bin
(für euch) da“. In Ps 102, 26 -28 (EU) heißt es: Vorzeiten hast du der Erde Grund gelegt,
die Himmel sind das Werk deiner Hände. Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie alle
zerfallen wie ein Gewand; du wechselst sie wie ein Kleid und sie schwinden dahin. Du
aber bleibst, der du bist, und deine Jahre enden nie.
Gott der Schöpfer, der Konstrukteur von allem und von allem Zusammenwirken, ist somit
der einzige, unabhängige, wahre und oberste Maßstab. Nur er weiß, was sich wann, wo
und wie auswirkt. Er, der Festleger aller Naturgesetze und Weltordnungen, ist somit die
höchste Instanz, der oberste ‚Denker‘ und ‚Lenker‘. Er hat die Macht zu erhalten oder zu
verändern was und wen er will. Er kann jederzeit korrigierend oder unterstützend in seine
Schöpfung und in unser Leben eingreifen.
Wir sollten aber wissen: Unser Gottverständnis und Gottesbild ist begrenzt durch unser
eingeschränktes, menschliches Vorstellungsvermögen. Wie auch immer wir uns Gott
vorstellen: Wir erkennen immer nur Anteile von ihm - und das ist schon viel und hilfreich.
Hauptsache ist: Es gibt ihn wirklich; er ist für uns da und hilft, wenn wir darum
bitten.
Wie aus dem Gespräch zwischen Gott und Mose zu erkennen ist, ist Gott eine sprechende
Person, ein kommunikatives Wesen mit Persönlichkeit und Charakter, mit geistig-seelischen
Eigenschaften und individuellem Gepräge. Er ist unverwechselbar und unvergleichbar. Sein
herausragendes Wesensmerkmal ist Liebe! Gott ist durch und durch Liebe und Fürsorge!
Er hat uns zuerst geliebt, damit wir ihn und andere lieben können.
Für uns Menschen ist er der allmächtige Schöpfer, auch unser liebevoller himmlischer Vater,
eine machtvolle, verständige und ansprechbare Bezugs- und Autoritätsperson.
1 b) Wie ist Gott?
Bildlich gesehen, ist Gott ein starker, guter und gerechter Vater und gleichzeitig auch eine
liebevolle, einfühlsame und geduldige Mutter. Beides beschreibt Wesensmerkmale, z.B.
sein Verhalten und seine geistige Einstellung. Gott gibt den Menschen Freiheit und einen
eigenen Willen, damit sie eigene Erfahrung sammeln und dabei ihre begrenzten
Möglichkeiten erkennen, aber er lässt sie bei Scheitern nicht im Stich. Er nimmt sie ohne
Vorwurf und ohne Bestrafung wieder auf. Er, der Schöpfervater, hat zu jedem eine ganz
persönliche Beziehung und sucht mit jedem einzelnen das verbindende Gespräch und eine
enge Gemeinschaft. Wir als ‚seine Kinder’ dürfen uns jederzeit an ihn wenden, ja sogar
vertrauensvoll hoffend, Papa oder Mama zu ihm sagen.
In 2.Mo 34,6 sagt Gott zu Mose: „Ich bin der HERR, der barmherzige und gnädige Gott.
Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende!“ (HfA)
Und in 1.Tim 4,4 schreibt Paulus: Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut; und
nichts ist schlecht. (HfA)
Wir sollen wissen: Der HERR, euer Gott, ist der wahre und treue Gott! Über Tausende
von Generationen steht er zu seinem Bund und erweist allen seine Güte, die ihn lieben
und sich an seine Gebote halten. (5.Mo 7,9; HfA)
2. Ist Gott mit sich konsequent, in seinem Wesen, Verhalten und Handeln?
Wie schon gesagt: Gott ist reine Liebe. Damit unsere romantische Liebesvorstellung
korrigiert wird, ist seine in 1. Kor 13 beschrieben. Wie ist seine wahre Liebe?
a) Wahre Liebe ist selbstlos, treu und ohne Zweifel. Sie rechnet nicht auf. Sie will
nicht genauso viel bekommen, wie sie gibt und sie hat vor allem das Wohl des anderen
im Blick.
b) Wahre Liebe erwartet nichts von anderen und setzt sie deswegen auch nicht durch
irgendwelche Erwartungen oder Bedingungen unter Druck. Sie genügt sich selbst. Sie
möchte sich nur geben. Das bereitet ihr Freude. Auch wenn sie sich gerne gibt und
andere damit stärkt, ermutigt und unterstützt, die anderen bleiben für sich selbst
verantwortlich.
c) Wahre Liebe möchte andere nicht verändern! Sie akzeptiert sie so wie sie sind, mit
allen Macken und Eigenheiten, aber auch mit ihren Besonderheiten und Stärken. Sie hat
kein Idealbild davon, wie jemand sein muss oder werden soll, sondern sie lässt jeden, sich
entwickeln und baut auf ihr Vorbild
d) Wahre Liebe lässt Freiheit. Sie will nicht festbinden, einschränken oder besitzen. Sie
befreit, um zum gottgegebenen Selbst finden zu lassen. Sie lässt jedem seinen Willen und
lässt ihm Raum das zu tun, was ihm als wichtig erscheint und, sie wartet geduldig auf sein
freiwilliges Liebevollwerden. Wahre Liebe drängt sich nie auf. Sie hofft aber auf Bitten um
Rat oder Unterstützung, damit sie Helfen darf, damit sie willkommen ist und angenommen
wird.
e) Wahre Liebe ist aufmerksam, einfühlsam und nimmt Anteil am Leben anderer. Sie
‚sieht‘ mit wohlwollendem und liebendem Herzen. Sie ist ehrlich am Anderen interessiert.
Sie freut sich über sein Dasein, achtet ihn und hört ihm vorurteilsfrei zu. Sie geht auf ihn
ein, stärkt, fördert, beruhigt, tröstet, unterstützt und/oder ermutigt ihn. Immer ist sie
offen, entgegenkommend, friedlich und freundlich.
f) Wahre Liebe respektiert alles und jeden und erhebt sie niemals über etwas oder
jemanden. Sie sieht in allem und jedem das Besondere. Alles und jeder ist ihr willkommen,
auch die, die ihr ständig ihre Andersartigkeit durch Ablehnung oder Gleichgültigkeit zeigen.
Wahre Liebe ist souverän und ruht in sich. Sie lässt sich nicht gehen und wird nicht böse.
Sie ist nicht gemein oder unfair. Sie kann nicht lügen oder betrügen und sie kann sich
immer beherrschen, weil sie sich nicht aufbläht und wichtig nimmt.
g) Wahre Liebe ist voller Güte, Erbarmen und Vergebung. Sie bewirkt in Menschen
Wohlbefinden und Zufriedenheit, auch heilsame Ergriffenheit und tiefe Dankbarkeit.
Sie lässt sie dadurch zu Liebenden werden. Und weil sie stark und souverän ist, kann
sie auch nachgeben, verzichten und verzeihen. Sie kann sich sogar, wie Jesus, selbst
für andere opfern. Ihre Konsequenz geht damit bis in den eigenen Tod und wirkt weit
über ihn hinaus.
Ja, ich bete, dass ihr diese Liebe immer tiefer versteht, die wir doch mit unserem
Verstand niemals ganz fassen können. Dann werdet ihr auch immer mehr mit dem
ganzen Reichtum des Lebens erfüllt sein, der bei Gott zu finden ist. (Eph 3,19; HfA)
Geht liebevoll miteinander um, so wie auch Christus euch seine Liebe erwiesen hat.
Aus Liebe hat er sein Leben für uns gegeben. (Eph 5,2; HfA)
Gott wird euch für eure Liebe und Fürsorge belohnen. (Phil 4,17; HfA)
3. Gott ist konsequent gegen jede Sünde
Sünde ist der Sammelbegriff für jede absichtliche oder auch unabsichtliche Lieblosigkeit,
die fremdes und eigenes Leben vergiftet, zersetzt oder zerstört. Das können beispielsweise
Halbwahrheit, Lüge, Täuschung, Betrug oder Manipulation sein, oder Neid, Hass, Stolz und
Überheblichkeit, oder Trägheit, Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit, oder auch Ignoranz,
Mobbing, Gemeinheit und Gewalttätigkeit. All das weist auf einen übersteigerten Egoismus
hin, der alles und jeden, auch Gott, für sich und sein ‚Wohlergehen‘ vereinnahmt. Wer sich
so verhält, macht sich selbst zu Gott und entzieht sich seiner gemeinschaftsdienlichen und
gottgewollten Lebensaufgabe. Das schadet allen.
Deswegen ist Gott konsequent gegen jede Sünde, gegen jedes sündige Denken, Vorstellen,
Verhalten und Tun. Und genauso konsequent ist er auch in seiner Liebe. Er gibt jedem
Sünder, das sind wir im Grunde alle, die Chance zur Einsicht, Umkehr und Vergebung,
weil er weiß, wie leicht man in dieser Welt in falsches Denken, Verhalten und Handeln
rutschen kann und sich damit von ihm und dem eigenen Lebensglück entfernt.
Die Sünde sitzt tief im Herzen des Gottlosen und flüstert ihm zu, was er tun soll.
Sich Gott in Ehrfurcht zu unterstellen, käme ihm nie in den Sinn. (Ps 36,2; NGÜ)
Jesus antwortete: »Ich sage euch: Jeder, der sündigt, ist ein Sklave der Sünde.
(Joh 8,34; NGÜ)
Wer sündigt, lehnt sich damit gegen Gottes Ordnungen auf; Sünde ist ihrem Wesen
nach Auflehnung gegen Gott. (1.Joh 3,4; NGÜ)
Ich sage euch: Alles kann den Menschen vergeben werden, jede Sünde, die sie
begehen, und jede Gotteslästerung, die sie aussprechen. (Mk 3,28; NGÜ)
4. Jesus Christus ist ein Vorbild für konsequentes Handeln.
Jesus Christus ist uns Beispiel und Vorbild für liebevolles und konsequentes Handeln.
In seiner Gottverbundenheit hielt er sich auch als Mensch an alle Gesetze und Gebote
Gottes. Deshalb war er frei von Sünde. Er lebte uns vor, was ‚Lieben‘ bedeutet und
ertrug alle Schwierigkeiten, die das mit sich brachte, z.B. Neid, Hass, Ablehnung und
Ungerechtigkeit, Versuchung und Prüfung, Verdächtigung, Verleumdung und Verfolgung,
Misshandlung, Folter und sogar Hinrichtung und Tod. Er gab sein Leben, um von Gott
getrennte Menschen wieder mit ihm zu versöhnen und zu vereinen. Jesus sagte:
Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um Sünder i
n die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, und nicht solche, die sich sowieso für gut genug
halten. (Mk 2,17; HfA)
Jesus sorgt auch heute noch bei denen für innere Reinigung und Neuausrichtung, die ihn
als Herrn über ihr Leben anerkennen. Er ermöglicht ihnen innere und äußere Veränderung,
bewirkt in ihnen Frieden und lässt sie die für sie bestimmte Lebensaufgabe finden. Mit
großer Freude erfüllen sie dann ihren Lebenssinn.
5. Was sagt uns das?
Wahre Liebe, Gott, ist immer konsequent, weil er die fatalen Folgen von Inkonsequenz
kennt. Mit seiner Konsequenz ist er uns, in Jesus, nicht nur ein Vorbild, sondern auch ein
Mahner. Indirekt sagt er uns: „Drückt euch nicht, wenn es bei der Erziehung einmal
schwierig und unangenehm wird! Bedenkt immer, es geht um das zukünftige Wohl der
euch anvertrauten Kinder. Das bestimmt ihr maßgeblich mit. Verbaut ihnen, durch euer
Versagen, nicht die Zukunft. Ermöglicht ihnen, ihre Lebensaufgabe zu erfüllen, zu Gott
zu finden und auch konsequent zu lieben.“
Die Liebe soll also euer höchstes Ziel sein. (1.Kor 14,1; HfA)
Der HERR, euer Gott, wird euch und eure Kinder im Herzen verändern. Er wird euch
fähig machen, ihn aufrichtig und mit ganzer Hingabe zu lieben. (5.Mo 30,6; HfA)
Wer sich nach dem richtet, was Gott gesagt hat, bei dem ist Gottes Liebe zum Ziel
gekommen. Daran erkennen wir, ob wir wirklich mit ihm verbunden sind. (1.Joh 2,5; HfA)
Wer sich an Jesus hält und von ihm leiten lässt, ist von Gott berufen, steht in ständiger
Verbindung mit ihm, mit seinem Geist und mit seiner Kraft, die aus fest verwurzeltem
Glauben / Gottvertrauen erwachsen. Ihr Glaube schenkt ihnen Ausdauer, Standfestigkeit
und Selbstbewusstsein, ermöglicht ihnen Ruhe und Konsequenz und bildet für sie einen
Schutzschirm gegen die ablenkenden und schwächenden Versuchungen der Welt.
Wer Gott den Rücken kehrt, der schafft sich Not und Schmerzen. Wer jedoch dem HERRN
vertraut, den wird Gottes Liebe umgeben. (Ps 32,10; HfA)
Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern! So möchte es der Herr, dem ihr gehört; so ist es gut
und richtig. »Ehre deinen Vater und deine Mutter!« – das ist das erste Gebot, das mit
einer Zusage verbunden ist, mit der Zusage: »Dann wird es dir gut gehen, und du wirst
lange auf dieser Erde leben.« Und ihr Väter, verhaltet euch euren Kindern gegenüber so,
dass sie keinen Grund haben, sich gegen euch aufzulehnen; erzieht sie mit der nötigen
Zurechtweisung und Ermahnung, wie der Herr es tut. (Eph 1,1-4; NGÜ)
Ich bin ganz sicher, dass Gott sein gutes Werk, das er bei euch begonnen hat, zu Ende
führen wird. (Phil 1,6; HfA)

